Zurück zu den Wurzeln

Ich bin gerade dabei, das ich ein altes / neues Verhaltensmuster von nach meiner OP wieder erneut platziere. Anfangs habe ich das übrig gebliebene Essen im Biomüll entsorgt und gut war es für mich. Irgendwann in den letzten Monaten hat es sich wieder eingeschlichen, das ich das nicht tue. Das ist jetzt nicht weiter tragisch - außer, das ich das Essen dann eben doch fertig esse, auch wenn ich schon satt bin.

 

 Ich sag nur "Kopfhunger". Wenn ich meine Portion an solchen Tagen dann nicht sofort schaffe, dann steht es eben noch eine Stunde neben mir und wird so ganz nebenbei Bissen für Bissen gegessen. Und ehe ich mich versehe, ist doch alles verputzt und ich habe gegessen, ohne noch Hunger zu haben.

 

Als mir das vor einigen Tagen wieder bewusst wurde, hat es fast wieder eine Esskrise bei mir ausgelöst. Die Ängste, wieder zuzunehmen sind enorm. Und ich habe Maßnahmen ergriffen, die mich dafür schützen sollen.

 

Mein Mentos Fruchtdragees sind alle aufgegessen - zum Glück. Und ich habe nicht vor, mir demnächst wieder neue zu kaufen.

 

Wenn meine Nüsse alle sind, werde ich hier ebenso verfahren. Denn ich habe mir einen kleinen Vorrat angelegt. Das sollte man als Ess-Süchtige einfach vermeiden. Ich brauche gute Fette, werde aber wie zu Anfangszeiten nur mehr eine Packung im Haus habe. Was mich genau jetzt auf die Idee bringt, alle offenen Packungen sofort zu entsorgen. Ich habe ja noch eine geschlossene Packung hier.

 

...... erledigt. Ich habe die Nüsse aus der offenen Packung direkt entsorgt.

 

Warum ich so rabiat bin und Essen wegwerfe, wo andere doch Hungern?

 

Wenn ich etwas gelernt habe. Ich komme ganz schwer gegen meine Esssucht an, Schlauchmagen hin oder her. Jetzt kann ich natürlich kämpfen und versuchen, das ich die Esssucht besiege. Ich kämpfe damit also jeden Tag aufs Neue und werde den Kampf oftmals verlieren. Das wiederum wird mich frustrieren. Wohin mein Frust in der Vergangenheit geführt hat, habe ich eindeutig bewiesen. Zu einem BMI 41,8 um genau zu sein.

 

Oder ich kann ehrlich zu mir sein, das mich dieser Kampf zermürbt und ich ihn meist verliere. Die für mich persönlich leichtere Alternative ist dann eben, das bisschen was übrig bleibt entweder sofort zu entsorgen. Oder, wenn eine komplette Mahlzeit übrig bleibt, den Kopf ausschalten und die Reste sofort einfrieren.

 

Ich kann nicht mit Resten auf dem Teller oder gekochten Resten in Schüsselchen im Kühlschrank umgehen. Das ist keine Schande! Aber es wäre nachlässig von mir, dies einfach zu aktzeptieren und nach keiner geeigneteren Lösung für mich zu suchen.

 

Ich versuche also mein normales Essverhalten zu finden. Es gibt kein allgemein gültiges, normales Essverhalten. Es gibt IMMER ein persönliches normales Essverhalten und das muss jeder Mensch für sich selbsg herausfinden. Und ich bin auf den Weg mein "Michaela Essverhalten" zu finden und ganz tief zu etablieren.

 

Heute geht es zum Beispiel auf den Bau. Ich habe mir Obst geschnibbelt und nehme ein belegtes Brötchen mit. Das Brötchen werde ich vorab halbieren. Den ansonsten versuche ich soviel vom Brötchen zu essen, wie mein Magen nur zulässt. Also die Grenze von meinem Schlauchmagen wirklich voll auszureizen. Damit würde ich zukünftig wieder eine Dehnung des Magens erreichen. Das will ich auf keinen Fall.

 

Also halbiere ich das Brötchen und esse genüsslich die eine Hälfte. Und ich weiß ganz genau, das ich davon locker satt und auch zufrieden werde. Da ich arbeite und beschäftigt bin heute, wird mir die andere Brötchenhälfte nicht ständig im Kopf herumspucken und ich kann sie dann ein paar Stunden später essen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0