Gedanken zum "Jenke Experiment Essstörung"

Gespannt habe ich heute das Jenke Experiment "Essstörung" im Fernsehen angesehen und natürlich auch noch den Nachschlag bei "Extra" mit Brigitte Schrowange mitgenommen.

 

Erschreckend aber wahr, ich kann einige Parallelen bei mir entdecken, auch jetzt noch.
Der Weg von meiner morbiden Adipositas zu einem normalen BMI ging über Jahre, gepflastert von vielzähligen unsinnigen Diäten und hat mich irgendwann, dank einer OP zu einem normalen Gewicht geführt.

 

Einem normalen Essvehalten hat es mich kein Stück näher gebracht - traurig aber wahr.

 

Zu aller erst einmal, ich kann Essen und ich erlauber mir Essen. Es ist mir wichtig, es hier zu erwähnen. Allerdings kann ich die Gedankengänge, welche die Essgestörten Personen in dieser Reportage wiedergegeben haben, sehr gut nachvollziehen und erlebe sie auch teilweise selbst, am eigenen Körper.

 

Knapp 50 Kilo leichter ist die Angst natürlich groß, irgendwann wieder so dick zu werden wie früher. Und mein Unterbewusstsein hat Mechanismen entwickelt, das sich dieser Lebensabschnitt nicht mehr wiederholen soll.

 

Auch meine Gedanken drehen sich oft um das Essen und um die Kalorien. Ich kann durchaus die Pizza oder Käsespätzle geniessen. Aber ab einer gewissen Zahl auf meiner Waage ist gedanklich Schluss mit lustig bei mir. Dann werden wieder Kalorien gezählt und die Waage bestiegen, bis für mich persönlich wieder alles im grünen Bereich ist. Dann dauert es gewöhnlich noch ein paar Tage, bis ich den Kontrollmechanismus Waage und Kalorien loslassen kann.

 

Ich weiß jetzt schon, das ich Probleme haben werde, sobald ich mit meinem Lebensgefährten zusammen ziehen werde. Dann kann ich mein Essen und die Zutaten nicht mehr kontrollieren, so wie jetzt. Er kocht gerne mit Sahne, Käse, Kokosmilch und solchen gehaltenvollen Lebensmitteln. Es wird wohl schwierig für mich werden, das ich das immer mit Genuss essen kann. Ich kann mit Genuss essen, wenn ich weiß, die meisten Nahrungsmittel des Tages sind gesund, leicht und fettarm. Ich kann nicht geniessen, wenn ich weiß das das meiste meiner Nahrungsmittel aus Vollfettstufe und deftig besteht.

 

Noch habe ich ein paar Wochen bis Monate, um mich hier auf die Reihe zu bekommen. Und ich habe das auch heute bei meiner Therapeutin angesprochen. Den, ich will nicht so dünn werden und mich so verquer sehen, wie manche der gezeigten Personen.

 

Ich mache mir jetzt schon Gedanken darum, wie ich diese vielen Kalorien kompensieren soll, die in Zukunft ungefiltert auf meinem Teller landen. Noch mehr Sport?!?!? So toll finde ich Sport nun auch wieder nicht, das ich das jeden Tag machen muss. Mit 3 - 4 mal pro Woche habe ich meine persönliche Sportgrenze für mein Empfinden gut ausgelotet.

 

Aber was kann dann die Lösung sein. Ich merke nur, wenn mir das Essen zu schwer ist, kann ich auch schon mal zickig werden, wenn ich zum Essen aufgefordert werde. Was ich mit Sicherheit weiß, ich werde versuchen, das ich den aktiveren Teil in der Küche übernehmen werde. Das heißt nicht, das es Diätkost gibt, aber eben halt keine in Sahne ertränkten Pastagerichte. ;-)

 

Ich möchte mich mit gesunder Kost in der neuen Küche austoben. Viel frisches Obst und Gemüse, gedünsteter Fisch und mageres Fleisch. Ich liebe Kartoffeln und Reis! Nudeln, Nudelauflauf, Nudelgratin .... damit kann man mich jagen, nicht meine Welt.

 

Ich will exotische Gerichte ausprobieren und Hausmannskost gesünder kochen. Mal sehen, in wie weit sich das in der Zukunft umsetzten lässt. Auf alle Fälle habe ich hier noch Bedarf  und ich werde mich gut mit meiner Therapeutin auf diese Zeit vorbereiten.

 

Und ja, ich fühl mich auch gut, wenn ich "Nein" zu Schokolade und Chips sage!

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