Zwischen Aufbruch - Depri - Hausbau - Nichten und Neffen

Panta Rhei - alles fliesst. So auch bei mir. Und irgendwo zwischen Aufbruch - Depri - Hausbau - Nichten und Neffen, versuche ich gerade nicht in Panik zu verfallen sondern mich wieder zu finden.

 

Seit letzten Jahr Herbst aus wegen wiederkehrender Depression komplett aus dem Verkehr gezogen, fange ich im Oktober wieder an zu arbeiten. Ein Zwischending zwischen "ich freu mich drauf und kann es nun überhaupt nicht mehr erwarten" und "hoffentlich versage ich nicht und genüge".

 In den letzten Jahren hat mich der Vertrieb immer wieder ausgepowert und ich habe mich aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, oftmals noch während der Probezeit wieder in Vertriebsbereiche drängen lassen, die ich pardou nicht wollte und auch nicht erfüllen konnte. Am Ende hat es mich zwar nicht in die Arbeitslosigkeit, wohl aber in einen ziemlich langen Krankenstand befördert. Und jetzt darf ich wieder durchstarten. Wieder im Vertriebsinnendienst und wieder mit der Zusage, keine Akquise machen zu müssen und Neukunden an Land zu ziehen.

 

Vergeblich habe ich versucht, aus dem Bereich "Vertrieb" herauszukommen. Keine Chance. Selbst Stellen die nichts mit dem Vertrieb in der Anzeige zu tun hatten, wurden bei Vorstellungsgesprächen mal wieder "vertrieblich" angehaucht. Es ist zum Mäusemelken. Und für eine Umschulung oder Weiterbildung bin ich zu alt. Zudem streiten sich Arbeitsagentur und Rentenversicherung um die Zuständigkeit für mich. Jetzt wäre ich dran gewesen, für die nächsten Wochen in eine Psychologische Tagesklinik zu gehen. Unter Zwang - weil ich sollte laut Krankenkasse endlich gesund werden. Das hat mich über Wochen Nachts nicht mehr schlafen lassen und mich wieder tiefer in eine Depression zurück geworfen.

 

Ich habe mich in meinen Augen nun für das kleinere Übel entschieden und hoffe, das der neue Arbeitgeber hält, was er verspricht. KEIN KUNDENFANG für mich!

 

Das Gehalt ist nett und für die Region überdurchschnittlich gut. Aber um fast 1.000 € Brutto weniger, als ich zu meinen Bestzeiten verdient habe. Das ist inzwischen in Ordnung für mich, so lange ich nicht mehr die gleiche Verantwortung tragen muss. Die Erreichbarkeit - hüstel, ich brauche wieder ein Auto. Obwohl es nur etwas über 10 Kilometer von der jetztigen und später auch zukünftigen Heimat entfernt ist. Es ist "JWD" janz weit draußen, wie der Berliner sagen würde.

 

"Tanten-Technisch" werde ich im nächsten Jahr nun wieder Tante. Die letzte Nichte ist gerade mal 4 Monate alt. Lange galten meine Geschwister und ich als "bevölkerungstechnische Blindgänger". Nun, ich werde es wohl bleiben ;-), aber meine zwei jüngeren Brüder legen nun ordentlich nach. 2 Neffen und 1 Nicht in nicht einmal 4 Jahren und jetzt ist das vierte "on the way". Plus, 1 Nichte angeheiratet. Ich laufe als weiterhin zur "Tanten-technischen" Höchstform auf und geniesse es.

 

Konnte mein Tanten-Geschick vor einigen Tagen, am Tag der Deutschen Einheit mal wieder unter Beweis stellen. Und Neffe und angeheiratete Nichte haben festgestellt: meine Decken-Stuhl-Höhlen sind nicht sonderlich stabil und nicht hübsch, aber sie vertreiben Langeweile. Allerdings bin ich gut im Vorlesen von Kinderbüchern. Ich kann mich reinsteigern und verschiedene Personen imitieren, wenns ums aktive Lesen geht. ;-). Zumindest konnte die angeheiratete Nichte nicht genug von meinem hinreissenden Lesestil bekommen.

 

Ach ja, dann mach ich mir natürlich noch Gedanken, wie das jetzt mit dem Essen wird, wenn ich wieder arbeite. Zu Hause esse ich ja im 2 - 3 Stunden Takt immer eine Kleinigkeit. Das geht in der Arbeit wohl schlecht. Habe ausgecheckt ob meine zukünftige Firma alles Notwendige für mich bereit hält. Das tut sie. Microwelle ist vorhanden. Und ich werde jetzt, zur kalten Jahreszeit, wieder vorkochen und einfrieren. Mal sehen, wie begeistert meine neuen Kollegen von dem Geruch meines Würstchengulasch sind.

 

Der Hausbau schleppt sich so über die Tage. Als Einzugszeitpunkt steht für uns nun unumstösslich Januar / Februar 2017 fest. Allein unser Häuslesbauer traut sich das noch nicht ausprechen ;-).

 

Der Installateur und gleichzeitig unser Badezimmer-Fuzzi wurde ermahnt. Wir dürfen die zweite Abschlagsrechnung jetzt erst einmal getrost vergessen. Seine Mitarbeiter hatten Angst unseren Häuslesbauer zu fragen, ob sie den Verteilerkasten für die Fußbodenheizung mit in die noch offene Wand installieren sollen. War doch ein Stück Holz von unserern Innenwand im Weg. Also haben sich die Jungs kurzerhand entschlossen den Verteilerkasten erstens einmal mittig an die Raumwand zu setzten, so das auf keinen Fall noch irgendein unwichtiges Elektrogerät wie Kühlschrank oder Gerfrierschrank Platz finden könnten. Und zweitens fanden sie es gut, unnötige Löcher in unsere Sichtholzdecke zu bohren. Grrrr!!!! Warum fragen oder denken, wenn man zerstören kann. Jetzt prangen mitten in unserem Schlafzimmer zwei dicke, fette Löcher in den Boden und geben den Blick in den Technikraum frei. Wie sinnig! Diese werden jetzt teuer wieder von unserem Häuslesbauer verschlossen und die Installateur-Jungs sind zwei Tage mit hängenden Köpfen über unsere Baustelle geschlichen.

 

Zum Glück kommt noch Estrich drüber und man sieht es dann vom Schlafzimmer aus nicht mehr. Aber im Technikraum werden wir an der Decke ein ewiges Mahnmal von Mundfaulheit haben.

 

Haus hat Draußen den ersten Grundputz abbekommen. Drinnen ist auch angefangen worden zu verputzen. Nächste Woche sollten die Installateur-Jungs mit der Fußbodenheizung anfangen. Wir würden in der Zeit am liebsten auf der Baustelle übernachten, haben wir festgestellt. Hoffe unser spontaner Besuch, inkl Anschiss beim Installateur zeigt über einen längeren Zeitraum Wirkung. Nicht das wir irgenwann zum Bad schwimmen können, weil die Fußbodenheizung ausläuft und die Jungs sich so heimlich an uns rächen wollten.

 

Ist das Leben gut zu mir? Ja, das ist es!

Halte ich im Moment mein Gewicht? Ja, das tue ich!

Treibe ich immer noch Sport? Ja, zumindest Kraftsport! Für die Ausdauer ist es mir gerade zu kalt und ich muss mein Ergometer mal wieder aktivieren.

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