Wie läufts mit dem "Halten"?

Wie läuft es im Moment mit dem Halten?

Ich muss sage: ganz Gut!

 

Nicht das es immer einfach ist,  nö, das würde ich nie behaupten. Aber irgendwie läuft es auch und das verblüfft mich wirklich. Am 01. April hatte ich mit 54 kg ja beschlossen, das es mit der Abnahme reicht. Habe mich dann aber innerlich dagegen gewehrt und bin dann über die Wochen hinweg, schließlich bei 51 kg gelandet. Da habe ich dann erst gemerkt, wie es sich anfühlt, wenn man wirklich an sein Ziel angekommen ist. Ich dachte, ich wäre es mit 54 schon, das war aber nicht so.

Und nun halte ich seit Ende Mai mein Gewicht konstant zwischen 49,6 kg (absoluter Stiefststand für einen Tag) und um die 51 kg. Nach meinem Urlaub hatte ich kurzfristig die 52 auf der Waage. Das fand ich jetzt nicht so prickelnd und da werde ich inzwischen auch zickig.

 

Gut so! Den wenn ich zickig werde, dann wird mein Ehrgeiz gepackt. Ich habe dann also wieder für ein paar Tage meine Kalorien bei FDDB aufgeschrieben. In der Zeit habe ich versucht, jeden Tag bei 1.200 - 1.300 kcals zu bleiben. Viel mir nicht immer leicht, ich muss es schon sagen. Aber es hat geklappt. Ich habe dafür gesorgt, das nichts Süßes im Haus war. Das ich zum Knabbern am Abend Karotte und Paprika vorm TV hatte und mich auch ansonsten gut abgelenkt. Beim Sport habe ich in der Zeit das Quäntchen mehr gegeben. Also ein paar Minuten länger auf dem Fahrrad gesessen oder beim Krafttraining über mein Limit hinausgegangen - und das wars dann auch schon.

 

Nach ungefähr einer Woche war ich dann wieder in meinem Wohlfühlbereich.

 

Ich schreibe nur noch selten Kalorien auf, weils mich auf Dauer anödet. Ab und zu will ich wissen, wo ich im Durchschnitt liege. Und da habe ich mich inzwischen auf 1.500 - 1.700 Kalorien eingependelt, wenn ich das so überblicke. Ich denke, das sind gute Werte und mir geht es inzwischen auch gut damit.

 

War ein steiniger Weg, bis ich mir soweit zutrauen konnte, wieder diese Mengen zu essen. Und ich traue meinem Körper auch noch immer nicht voll und ganz. Wenn ich mir meinen Weg allerdings rückblickend so ansehe: ich bin auf dem "richtigen Weg"und auch das wird noch.

 

Ein entspanntes Verhältniss zum Essen? Ich glaube, so ganz entspannt wird das nie mehr werden. Dazu habe ich 35 Jahre lang das "un-entspannte Verhältniss" gelebt und in mein Gedächtniss eingegraben. Aber es ist auf alle Fälle entspannter als noch vor einigen Jahren oder sogar Monaten.

 

Klar, es gibt immer noch Situationen, die erinnern mich echt stark an mein früheres Ich.

Manchmal kommt das schlechte Gewissen mit geballter Wucht um die Ecke. Wenn ich zum Beispiel am Abend noch eine kleine Portion Pistaziennüsse nasche. Nicht weil ich Hunger drauf habe, sondern weil ich Lust darauf habe. Da kommt sofort wieder die Angst in mir hoch, das jetzt vielleicht wieder alles egal sein könnte und ich wieder auf den Weg in ein dickes Leben bin.

 

Ich sag nur "achtsam sein" und den Dingen nicht zuviel Bedeutung beimessen. Ist nur schwer, das auch umzusetzten.

 

Andere Tage hingegegen flutschen einfach nur so. Da wird kein einziger Gedanke an die Waage, Kalorien oder sonstiges verschwendet. Das sind die Tage, die ich ohne Ende auskoste. Wenn ich auf der Baustelle zum Beispiel bemerke, das ich viel leichter die Treppen rauf- und runterspringe. Das mich das Saugen mit dem Baustellen-Staubsauger nicht mehr bis zur Erschöpfung fertig macht. Das meine Klamotten nicht mehr bis zum Ultimo durchgeschwitzt werden und auf meinem Trockenständer fast die doppelte Menge an Klamotten Platz findet.

 

Der Drang, anderen Menschen von meiner OP zu erzählen oder das ich früher Mal Dick war, der hat auch nachgelasssen. Schlank sein wird zum Glück zum Alltag. Anfangs hatte ich noch bereut, das ich mir keine alte Hose aufbewahrt habe. Als Erinnerung sozusagen. Irgendwann im Laufe der Zeit habe ich dann für mich festgestellt, das ich das auch gar nicht brauche. Es gibt genügend Fotos und Dehnungstreifen auf meiner Haut, genügend dickmachende Essmuster, die mich immer wieder an mein früheres Leben erinnern. Das muss reichen. Und ganz ehrlich, will ich wirklich einen alten, nicht gesunden Teil meines Lebens mit einer ausgebeulten Jeans in Größe 52 ein Denkmal in meinem Kleiderschrank schaffen. Nein!

 

Das alte Leben gehört zu mir und es hat mich mit zu dem gemacht, was ich Heute sein darf. Es ist ein "Teil meines Lebens", weder besser noch schlechter, einfach nur ein Zeitabschnitt. Und ich muss keinem Zeitabschnitt meines Lebens eine besondere Bedeutung beimessen. Ich will lernen, das ich im Hier und Jetzt lebe, das ist schwer genug. Meist ist man eh mit den Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Den Augenblick nehme ich noch viel zu selten wahr. Das will ich lernen und ich will lernen, den Augenblick bewusst zu leben. Da hat ein altes Shirt in Größe 520/52 einfach keinen Platz.

 

Letzte Woche war ich nochmal wie im Wahn neue Kleidung einkaufen. Ich habe keine passenden Winterkleider in meiner Größe gehabt. Und der Arbeitsvertrag hat mir die offizielle Erlaubnis erteilt, mein Konto dem Sündenfall nah zu überziehen. Und so habe ich Ernstings Family und Charles Vögele in feinster Manier nach Business-Like Kleidung gestürmt. Ich bin auch gut fündig geworden. Vor einigen Tagen musste dann auch noch der Online-Shop von Lidl dran glauben. Jetzt habe ich zwei Basis-Stoffhosen, einige Oberteile und noch 2 schicke, kniekurze Röcke. Also so ausgewählt, das jedes Untereil zu jedem Oberteil kombiniert werden kann. Abgerundet mit 2 passenden, schicken Kuschelwesten bin ich nun gut für den Arbeitsalltag ausgerüstet. Vom ersten Lohn müssen dann noch schicke, aber winterfeste Schuhe her. Ich habe zwar Stiefeletten vom letzten Jahr, aber ich will auch was ohne Absatz für die Arbeit, das nicht wie Turnschuh aussieht.

 

Ich denke, so wie es jetzt läuft, kann ich entspannt dem letzten Drittel von 2016 entgegenleben!

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