Seele wird gesund - Appetit steigert sich

Alles im Leben kostet etwas, so auch das gesund werden meiner Seele. Respektive das Verschwinden meiner Depression. Inzwischen probiere ich das dritte Anti-Depressiva aus und ich habe die Hoffnung, das es dieses Mal passt.

Das erste Anti-Depressiva vor vielen Jahren hat eine immense Erstverschlimmerung gebracht. Ich habe damals alleine gelebt und von Therapie war keine Rede. Der damalige Psychiater / Neurologe dachte, das ein AntiDepressiva ausreicht. Ich musste es damals nach wenigen Tagen absetzten, weil ich unruhig durch die Wohnung bin und das erste und letzte Mal in meinem Leben über "Selbstmord" nachdachte. Die Tage waren schlimm. Es war, wie wenn mich jemand ins tosende Meer geworfen hätte, über mir der graue Himmel und alles was ich zum Luft holen bekommen habe, war ein dünner Strohhalm. Ansonsten drückte mich Depression unter Wasser und ich konnte keinen Horizont sehen.

 

Mit dem Absetzten der Tabletten (nach Absprache natürlich), was der Spuk binnen weniger Tage vorbei und die Depression wieder milder. Aber ich war erst einmal geschockt, was Tabletten die helfen sollen, aus einem Menschen machen können.

 

Darum habe ich im letzten Jahr auch lange gezögert, als ich wieder AntiDepressiva nehmen sollte. Mein Hausarzt - nein, nicht die Psychologin - hat sich darum gekümmert und mit dem damaligen Neurologen Kontakt aufgenommen um den Wirkstoff herauszufinden, den ich nicht vertrug. Ich bekam dann ein anderes AntiDepressiva und war erleichert. Leider hatte der zweite Versuch zur Folge, das mein Fettstoffwechsel total zum liegen kam. Trotz wenig Essen und am Ende noch weniger Essen, nahm ich mit jedem Tag mehr zu. Das hatte zur Folge, das mir das noch mehr zu schaffen machte und die Medikamente ihre Depressionslindernde Wirkung erst gar nicht aufnehmen konnte. Ich sollte wieder absetzten und weitermachen mit dem hochdosierten Johanniskraut, das verschreibungspflichtig ist. Es hat und hält mich immer noch in Balance und ist eine große Erleichterung für mich.

 

Nach dem Hörsturz und dem erneuten Zusammenbruch habe ich von meinem Hausarzt ein weiteres AntiDepressiva bekommen. Der gleiche Wirkstoff wie das letzte Mal, nur in einer viel geringeren Dosis. Das hat zur Folge, das der Appetit war immens angeregt ist, aber mein Fettstoffwechsel sich überhaupt nicht beeindrucken lässt. Er läuft weiterhin auf Hochtouren und das Medikament kann endlich seine Wirkung entfalten. Ich bin froh darum!

 

Bei einem lahm gelegten Fettstoffwechsel sind mir die Hände gebunden. Bei einer Appetitsteigernden Wirkung habe ich vieles selbst in der Hand. Als ich das gestern Abend dann realisiert habe, fielen 1.000 gefühlte Steine von meinem Herzen. Ja, damit kann ich umgehen und die Stimmung hellt sich dank Tabletten nun auch langsam auf. Auch die Ruhephasen in der Nacht kommen endlich zurück.

 

Natürlich bleibt ein bisschen Restsorge, das ich jetzt extrem zunehme. ABER und ich schreibe das jetzt ganz bewußt groß. Mein Verstand und mein Kopf kämpfen erfolgreich dagegen an. Erst hatte ich ein schlechtes Gewissen, das ich an mein Gewicht denke und nicht "nur" an meine Depression. Aber das ist halt so. Ich bin Mensch und diese Gedankengänge sind für mich normal. Ich kann mein Innerstes nicht ändern, sondern ich muss mich dem anpassen und das Beste aus meiner Veranlagung machen.

 

Das Wochenende sind viele Einladungen und Essen gehen, das bleibt vogelfrei. Ab Montag will ich probeweise wieder bei FDDB notieren, bis ich ein erneutes Gespür dafür bekomme, wieviel Nahrung ich brauche, um im GleichGEWICHT zu bleiben. Dieses kleine Sicherheitsnetz lässt mich beruhigt die neuen AntiDepressiva nehmen und diese können dann auch ihre Wirkung entfalten. Auf diese Gesamtkonstellation kommt es für mich an.

 

Und so weiß ich schon jetzt, das ich vielleicht 1 - 2 kg zunehmen werde, wen ich mal keine Lust auf Kontrolle habe. Aber das ist für mich im jetztigen Zustand vollkommen in Ordnung. Unglaublich, vor wenigen Wochen hätte mich alleine der Gedanke an 1 - 2 kg Zunahme aus den Tritt gebracht. Und somit verschaffen mir die Tabletten und mein jetztiger Zustand auch eine andere Sichtweise auf mein Essverhalten und meine Beziehung zu meinem Gewicht.

 

So, und jetzt gehts Kuchen glasieren ;-). War heute Bäckerin im Ausnahmezustand und habe gleich zwei Kuchen auf einmal gemacht. Einen trockenen Zitronenkuchen mit frischer Zitrone und einen Mandarinen-Schmand-Kuchen. Heute Abend gehts zum Geburtstag nachfeiern und morgen zum Frühstück gibt es dann die Kuchenreste. Bevor es danach zum neu eröffneten Inder geht und anschließend ins Fitness-Studio, damit sich nicht gleich alles auf den Hüften festsetzt. *ggg*

 

 

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