Mit einem Ziel vor Augen .....

trabt es sich einfach leichter durch´s Leben. Das war schon früher so bei mir und das ist auch jetzt nicht anders - trotz BurnOut. Und so lässt mich ein Gedanke von meinem beruflichen Gedankensplitter MindMap seit Tagen nicht mehr los.

 

!Logopädin!

 

Egal wie ich es drehe und wende, der Begriff bleibt gerade an mir kleben. Das letzte was ich jetzt möchte, ist mich darauf zu versteifen. Aber ich möchte wissen, was es auf sich hat, das mir das nicht mehr aus den Kopf geht. Also habe ich das Internet befragt, ob es hier eine Umschulungsmöglichkeit für den Beruf des Sprachtherapeuten gibt. Und ja, es gibt sie, keine 40 Kilometer entfernt.

 

Ich habe eben im Berufsförderungswerk angerufen, weil ich wissen wollte:

  • in welchem Monat ihre Umschulungen jeweils beginnen
  • ob sie schon jemanden in meinem Alter umgeschult haben
  • wie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind
  • ob ich vorab ein Praktikum brauche

 

Und ja, sie schulen regelmässig Mensch zwischen 40 und 50 als Logopäde um. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sind wie ich schon anderweitig im Netz herausgefunden habe, sehr gut. Es gibt monatelange Wartelisten um einen Termin in einer Praxis zu bekommen. Und mein Alter ist im sozialen Bereich in dem Fall kein Hinternis, sonder eher als Pluspunkt anzusehen.

 

Ich will nun versuchen, das ich im nächsten Jahr ein 1-wöchiges Praktikum in einer Praxis machen kann. Ich will herausfinden, ob das überhaupt ein Beruf ist, den ich mir vorstellen kann. Den oftmals malt einen das Hirn was wunderschönes vor und die Realität ist eine andere.

 

Ich werde das Thema natürlich auch mit meiner Verhaltenstherapeutin durchsprechen. Aber es gibt mir unheimlich viel Kraft und lässt mich positiv in die Zukunft blicken, wenn ich sehe, das ich endlich wieder für etwas positiv brenne. Das mich Gedanken an meine berufliche Zukunft nicht depressiv und mit Tinnitusgeräuschen im Ohr hinterlassen, sondern mich fröhlich stimmen.

 

Apropo Tinnitus. Nein, er ist noch nicht komplett weg. ABER, sein Kommen wird weniger. Inzwischen habe ich die hohen Frequenzen nicht mehr im Stundentakt im Ohr, sonder nur noch ein paar Mal am Tag. Ich bin wirklich guter Hoffnung, das ich den Tinnitus soweit in den Griff bekomme, das er nur noch sehr vermindert durchkommt.

 

Hm, ich glaube, ich hätte das früher merken müssen. Das Vertrieb, Büro und all das Drumerherum ..... das ich mich da zu sehr verbiegen muss. Ich hatte früher schon regelmässige Ausflüge in soziale Bereiche. Keine Ahnung, warum ich das nicht geschnallt habe.

 

Meine Aushilfstätigkeit im Krankenhaus, meine eineinhalbe Jahre in einem SOS-Kinderdorf, meine freiwillige Tätigkeit im Tierheim. Das hat mich immer erfüllt. Ich weiß noch, als es damals hieß, das ich auf Grund meines Bandscheibenvorfalls nicht mehr zurück ins Hotel kann, das ich damals schon an Ergotherapeutin gedacht habe. Leider konnte ich den Beruf nicht ergreifen, wegen meiner Bandscheibe. Eine Ausbildung zur Logopädin war damals leider nicht auf meinem Radar. Zumal es damals auch nur sehr wenige Anlaufstellen zur Ausbildung gab. Es waren ja immer diese schulischen Ausbildungen, die mich interessiert haben. Und die Schulen waren in der Regel nicht nur selbst zu finanzieren, sondern auch ziemlich weit weg. Das hätte damals dann auch noch geheißen, das ich mir zusätzlich eine Wohnung finanzieren hätte müsse.

 

Das eine neue Ausbildung her muss, das ist mir jetzt auch klar. So lange ich im Büro sitze, werde ich früher oder später immer wieder im Vertriebsbereich landen. Und dann lande ich auch immer wieder im BurnOut. Mit 48 Jahren fühle ich mich auch zu jung für eine Erwerbsminderungsrente. Ich will nicht zu Hause herumsitzen, ich will leben und für mein Leben selbst sorgen können. Ich will meinen mir ganz eigenen Beitrag zur Gesellschaft leisten und ich will anderen Helfen dürfen.

 

Genug Beruf. Schritt für Schritt meine Liebe. Ich muss mich da immer selbst ermahnen.

 

Zurück zum Gewicht. Die 50 Kilo Marke will einfach nicht erscheinen und jetzt ist es mir ehrlich gesagt auch schon egal. Ich lasse die Waage die nächsten Tage jetzt einfach wieder unterm Bett und mach kein Fass mehr auf. Die Süßigkeiten habe ich alle aufgegessen (in zwei Wochen waren das 25 einzelne Rollen Mentos Fruchdragees und 4 so Würfel Traubenzucker!!!) und trotzdem wollte sich die 50 nicht auf der Waage zeigen. Soll halt im Moment so sein. Aber das Süße hängt mir nun echt zu den Ohren raus. Ich vermisse mein Obst, das gab es in der Zeit etwas weniger.

 

Und auch die ständige Überbackerei mit Käse hier und Käse da, ich kann es nicht mehr sehen. Ab Heute gibt es wieder mein liebgewonnenes, nicht so fettiges Essen. Entweder die 50 zeigt sich wieder oder sie soll es bleiben lassen. Ich warte einfach mal die Ernährungsberatung und die Nachsorge ab, bis dahin: back to normal!

 

Entsprechend werde ich heute Nachmittag dann auch ein neues Rezept einstellen. Ich mache mir Kartoffeln mit Spinat und Ei. Aber anders, als man das gewohnt ist und es wird in der Mikrowelle gegart.

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Leuchtfeuer (Sonntag, 13 November 2016 12:19)

    Liebe Michaela,

    ich lese hier interessiert mit, ich habe nur eine Gedanken zu deinem Gedankensplitter bzw. eine Anregung als jemand der schon ewig im Sozialen Bereich arbeitet.

    Ich arbeite gerne im sozialen Bereich, ich kann mir auch gar nichts anderes vorstellen,ich vergesse alle Nachteile sobald mich ein Mensch mit Behinderung anlächelt und wir lachen gemeinsam, das sind wenige Sekunden in denen mein Herz weit wird und mir reichen diese Sekunden, immer und immer wieder weiterzumachen.

    Ich möchte auch ehrlich sein: es ist zeitweise sehr anstrengend und kostet viel persönliche Kraft, es geht immer um andere Menschen und deren Schicksal, es gibt immer wieder Schicksale die vergisst man niemals und andere die man mit sich rumträgt und darüber nachdenkt...dazu kommt ein immenser Kostendruck und immer weitere Kürzungen die unsere Arbeit meistens mehr erschweren als das sie, sie erleichtern würden. Es gibt sehr oft lange und dauerhafte Personalengpässe, die Kraft weiterzumachen und immer wieder aufzustehen, muss immer aus einem selbst kommen, es gibt sehr sehr wenige Bemühungen die Mitarbeitermotivation betreffend.

    Die Schattenseite unseres Berufs ist groß und die Burnout- Rate einer der höchsten, nirgends gibt es mehr Menschen die nach zehn Jahren aussteigen. Ich möchte dir den sozialen Bereich keinesfalls ausreden. Wenn du es tun willst, tue es, tue es aus vollem Herzen...ich selbst hätte das gerne alles vorher realitischer gewusst, ich musste hart lernen mich abzugrenzen, meine Energiereserven zu schützen und es gibt Tage die erschöpfen einen bis ans äüßerste, da will man einfach nicht mehr reden und auch nicht mehr zuhören und doch kommt irgendwoher die Kraft am nächsten Morgen wieder aufzustehen und den Tag mit einem Lächlen zu beginnen.

    Wenn du ein Praktikum machen möchtest, dann würde ich es auf 6-8 Wochen verlängern, in einer Woche sieht man recht wenig, vorallem keine Stolpersteine ;-)

    Ich wünsche dir viel Glück und vorallem Erfolg, viele leichte Momente und innige Begegnungen mit Menschen!

    LG

  • #2

    Fräulein M. (Sonntag, 13 November 2016 16:14)

    Grüß dich,

    schön wieder mal von dir zu lesen. Ich hoffe, dir geht es soweit gut und Meiga lebt noch vor sich hin. ;-)

    Das mit dem mehrwöchtigen Praktikum habe ich mir auch schon überlegt. Kann ich aber offiziell nicht machen, solange ich Krankengeld beziehe oder Krank geschrieben bin. Aber gut das du das nochmal anbringst. Ich bin froh über jeden Hinweis und umso lieber, wenn er so von Herzen kommt!

    Solch eine Möglichkeit kläre ich aber, wenn es soweit ist, auf alle Fälle mit der Rentenversicherung ab. Den du hast schon Recht, ich will auf keinen Fall blauäugig an die Sache rangehen. Ich habe zwar schon einmal eineinhalb Jahre am Stück als Ersatz-Kinderdorfmutter in einem SOS Kinderdorf gearbeit und weiß um die guten und weniger guten Zeiten. ABER, ich weiß noch überhaupt nichts um den Berufszweig Logopädie. Vielleicht ist das ja überhautp nichts, aber irgendwo muss ich ja ansetzten.

    Ich hoffe, durch die Rentenversicherung habe ich die Möglichkeit, in mehrere Berufe hinein zu schnuppern.

    Liebe Grüße und noch einen ganz tollen Sonntag für dich.