30 % Ausnahme und Blutrausch

Kein Kaffee am Morgen - kein richtiger Start in den Tag. Und das ich ja nicht aus Routine zum Kaffee-Pöttchen greife, hatte ich "Nüchtern bleiben-Zettelchen" an Kaffeemaschine und in den Kühlschrank platziert. Den heute Vormittag war Blutabnahme auf dem Plan.

Aber so ein Kaffeefreier Start in den Morgen, hat außer den Genuss und das wach werden noch ganz andere Auswirkungen bei mir. Ich gehöre nämlich zu den 30 % der Menschen, bei denen nach dem ersten Schluck Kaffee Minuten später die Verdauung in Trab kommt. Pünktlich wie die Maurer, jeden Morgen. Und ich gehöre auch zu jener Spezies, bei der der Kaffee nur am Morgen diese phänomenale Wirkung auf die Verdauung zeigt. Kaffee am Nachmittag oder Abend lässt mein Gedärm völlig unbeeindruckt.

 

Mein Kaffee am Morgen ist mir inzwischen also aus mehrere Gründen heilig.

 

Bei meinem Hausarzt hat sich dann die Arzthelferin vollends ausgetobt und ist in einen wahren Blutrausch verfallen. Werden mit sonst nur 3 Ampullchen Blut abgenommen, so hat sie dieses Mal mit 5 Ampullen! gleich in die vollen gegriffen. Und das ohne vorherigen Kaffee - nur um das noch mal anzumerken.

 

Jetzt wird aber auch das letzte Fitzelchen im Labor rausgeholt, das die Nachsorge am Nikolaustag gut läuft. Auch die Schilddrüsenwerte sind dieses Mal mit dabei, damit man prüfen kann ob ich mich deswegen so schwer mit dem Zunehmen von 2 lächerlichen Kilos tue.

 

Mit meinem HA habe ich dann auch besprochen, das ich meine Dosis Opipram verdoppeln kann. Bisher habe ich immer eine am Abend genommen. Da ich aber merke, das ich immer wieder Tage dabei habe, wo ich nur am Grübeln bin und nicht dagegen angekommen, hat er gemeint, ich soll auf 2 Tabletten am Abend erhöhen. Mal sehen, wie ich darauf anspreche. Ich hoffe allerdings, das das die Stimmung dauerhaft merklich hebt.

 

Unbedachte Äußerungen von Mitmenschen bezüglich meiner beruflichen Neuorientierung schicken mich dann oftmals ins gedankliche Nirvana. Dabei weiß ich vom Verstand her, das solche Meinungen berechtigt und wichtig sind und nie persönlich gemeint sind. Aber es geht im Moment schwer, dies auch von den Gefühlen richtig einzuordnen. In solchen Momenten denke ich mir dann immer, ich sollte am besten alles für mich behalten. Aber alles für sich zu behalten und nichts mehr rauszulassen, ich würde platzen - gelinde gesast. Das bin ich nicht. ;-)

 

Und so gilt einfach nur: mich selbst nicht so ernst zu nehmen, in solchen depressiveren Phasen. Und öfters mal versuchen zu lachen.

 

P.S.: Das erste zu Hause war mein Pöttchen Kaffee und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk ist mit dem ersten Schluck Koffeingebräu auch meine Verdauung angelaufen. Hach, was kann das Leben herrlich sein, wenn man zu diesen 30 % Kaffee-Verdauungsangeregten Menschen gehört. Da ist einfach Verlass drauf!

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