Guter Termin - ich bin optimistischer!

Was war das für eine unruhige Nacht für mich. Ich hatte einfach richtig Respekt vor dem ersten Termin bei meinem neuen Psychiater. Und weil ich so durch den Wind war, hat mein Schatz mir gestern Abend noch spontan angeboten mit zu fahren und wenn ich möchte, mitzugehen.

Das Angebot habe ich natürlich ohne zögern angenommen. Weil, man kann sich das so vorstellen. Im Moment ist sogar der Gedanke daran, das ich vor einem Termin eine unbekannte Strecke fahre und einen Parkplatz suchen muss, ein fast unüberwindbares Hinderniss, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Hey, ich habe alleine mit Anfang 20 den kompletten Erdball bereist und jetzt mache ich mir in die Hose, wenn ich 35 Kilometer aus meinem Hoheitsgebiet fahren soll. Absurd, ist aber so.

 

Egal. Sachlich gesprochen: der neue Facharzt stellt sich im Moment als guter Griff für mich heraus. Er hat mich aufgeklärt, das die Krankenkasse mich nicht zu einer bestimmten Zeit in eine stationäre Einrichtung schicken kann und das er auch kein Recht dazu hat, mir ohne Grund Krankengeldentzug anzudrohen.

 

Er hat mir von sich aus geraten, erst mit meinem Freund zusammenzuziehen, und dann, nur wenn ich meine das es mir gut tut, eine stationäre Klinik aufzusuchen. Das werde ich auf alle Fälle tun. Er hat gemeint, ich kann natürlich nebenher den Antrag auf Reha bei der Rentenversicherung stellen. Ich soll ihm einfach die Unterlagen zukommen, er kümmert sich um seinen Teil. Meine vorherige Psychiaterin hat sich erst einmal verweigert und ich musste darauf bestehen. Sie meinte, ich soll doch erst mal in eine Klinik und dann einen Antrag auf Wiedereingliederung stellen. Ich hatte immer das Gefühl, sie will mich in eine bestimmte Richtung drängen, in die ich nicht will.

 

Der neue Arzt merkt das ich gesund werden will, aber er rät mir zu meinem Tempo. Er hat gemeint, es bringt ihm nichts, wenn er jetzt auf einen Klinikaufenthalt besteht und ich dann nicht mitmachen kann, weil ich im Gedanken bei den Viechern bin, die zu Hause sind.

 

Außerdem hat er mir eine kleine Packung neuer Medikamente verschrieben, die ich zusätzlich nehmen soll. Ich lese jetzt den Beipackzettel absichtlich nicht, sonst bilde ich mir in meinem jetztigen Zustand auch noch alle Nebenwirkungen ein.

 

Im Dezember will er mich wieder sehen und nachfragen, wie es mir mit dem neuen Medikament geht. Sollte ich trotzdem Probleme bekommen, hat er mich darum gebeten, sie abzusetzten. Wir würden dann einfach ein anderes Medikament versuchen, das wäre kein Problem.

 

Ich war ziemlich erleichtert, als ich aus der Praxis raus bin und fühle mich dort gut aufgehoben, von Anfang an. Ich habe ihm auch gesagt, das er jederzeit mit meiner Verhaltenstherpeutin in Kontakt treten dürfe. falls er es als notwendig empfindet.

 

Ich muss ihn auch nicht von seiner Schweigepflicht entbinden, so das die Krankenkasse jederzeit Zugriff auf meine Befunde hat. Das wäre völliger Quatsch und sie würden es halt immer wieder versuchen.

 

Dann auf ein Neues. Jetzt hoffe ich mal, das die Tabletten das tun, was sie tun sollen und das sein lassen, was mir nicht gut tut - dann passt alles für mich.

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