Ausgeschlafen

Also schlafen ist im Moment anscheinend ein wirklich ausführliches Hobby für meinen Körper und meine Seele. Bin zwar erst nach Mitternacht ins Bett, habe aber trotzdem bis sündige 13:30 geschlafen. Das ist mir zuletzt in meinen Teenie Zeiten untergekommen. Also ob da ganz viel Schlaf nachholen zu wäre.

Und ich habe echte, wilde Träume, die ein Durcheinander hervorbringen. Heute Nacht kamen zwei Ex-Chefs von mir darin vor, einer davon mit seiner Frau (die meine Vorgesetzte war). Was habe ich die angebrüllt. Beim einen habe ich festgestellt, das er nur 8 Std. die Woche arbeitet, aber ständig jammert das er soviel zu tun hat. Und mich und meine Kollegen zu Mehrarbeit gezwungen hat.

 

Und dem anderen Chef-Pärchen habe ich im Traum meine Stimme um die Ohren gepeitscht. Ich schrie die an mit: Haltet endlich die Klappe!.

Und ehrlich, das war noch einer der feineren Sätze im Traum. Tststs, ich glaube, jetzt fange ich langsam an zu verstehen was die Therapeutin damit meinte. Sie hat mir ja gesagt, das viel Schlaf nach so einer ganz tiefen Phase der Depression nicht ungwöhnlich ist. Man konnte wenig schlafen, in so einer ganz schlechten Phase und jetzt legt das Gehirn einfach meine vermeintlich erlebten Sachen neu ab und ordnet sie in korrekte Register.

 

Spock würde jetzt sagen: "Faszinierend" Und ich mache das auch, mit einem Augenzwinkern.

 

Gestern waren wir in meinem Weihnachtsgeschenk. Willy Astor in Hersbruck, mit seiner Tour "Chance Songs".

 

Das Album kommt Ende Januar heraus und ich werde mal sehen, ob ich mir nicht das ein oder andere Lied als Download leiste. Grundsätzlich fand ich alle Lieder klasse, aber bei 2 oder 3 hat mein Herz besonders laut geschlagen. Die passen für mich gerade wie "Faust aufs Auge".

 

Natürlich gab es den obligatorischen "Dialekt-Song". Gestern dann also den Fränkischen Song im fränkischen Dialekt. Mein Schatz hat neben mir Trainen gelacht. Und er hat sich das erste Mal in der Öffentlichkeit so sehr vergessen dabei, das war unglaublich schön mitzuerleben.

 

Über vier Jahre sind wir nun ein Paar. Nicht wirklich Lange im Grunde und doch schon wieder so lange her, das mir meine geschiedene Ehe schon wie ein anderes Universum vorkommt und ich mich manchmal frage, ob es diese Partnerschaft wirklich gab.

 

Manchmal quillt mir das Herz über, wenn ich an ihn denke, seine Stimme höre oder ihn sehe. Klar hat auch bei uns der Alltag schon lange Einzug gehalten und so manche Diskussion bleibt auch bei uns nicht aus. Und trotzdem flattern da immer noch und immer wieder ganz heftig die Schmetterlinge im Bauch bei mir.

 

Ich bin so wahnsinnig stolz auf diesen Menschen an meiner Seite.  Obwohl er sein Leben nie mehr heiraten möchte (zu meinen tiefsten Bedauern) lebt er den Satz: in guten wie in schlechten Zeit bis zu letzen Konsequenz aus. Es scheint, er hat ihn verinnerlicht.

 

WIR stehen und bei:

  • bei Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten
  • in meinen Arbeitreichen und in Arbeitslosen Zeiten
  • in meinen fröhlichen wie in depressiven Tagen
  • in seinem Arbeitsstress oder den viel zu kurzen Kurzurlauben
  • beim Haus, wenn es um hellen oder dunklen Parkettboden geht
  • bei meinen autofreien Zeiten, wenn sein armes Cabrio draußen erfriert
  • bei seiner Tochter, meiner Leihtochter, wenn es um die Ausbildungsstelle oder Schule geht
  • beim Spülmaschinen ausräumen, weil er hinten und vorne keine Zeit mehr findet
  • in guten und in schlechten Zeiten!

Nur wenn einer von uns wegen Krankheit schnarcht, dann trennen sich die Wege. Ich auf dem Sofa, er in seinem Bett. Das nennt man dann wahre Liebe. ;-)

 

Und in solchen winzigen Momenten, wo er ganz Er ist und sich komplett fallen lässt, wie gestern auf dem Konzert. Da schäumt mein Herz über und ich habe soviel tolle Gefühle für ihn, die sich mit keinen Worten ausdrücken lassen. Und dann wünsche ich mir einfach noch für ganz lange Zeit, solche winzigen Kostbarkeiten mit ihm erleben zu dürfen. Das macht mich Glücklich, auch in depressiven Tagen.

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0