Noch ein klein wenig mehr Sicherheit

Bald sind es 19 Monate Post-OP und ich lerne immer noch dazu oder manche Dinge gehen einfach noch mehr in Fleisch und Blut über. Das gibt mir ein gutes Gefühl und lässt mich hoffen, das ich mein Gewicht noch lange Zeit halten kann.

Ich habe zwischendurch ja immer wieder diese "Gönnertage", wo ich auch mal an der 2.000 kcal-Marke kratze. Die fühlen sich zwar herrlich an, also mal so ohne schlechtes Gewissen über die Stränge schlagen zu können. Und auch zu wissen, das 3 Rollen Mentos nicht mein Waage-Weltbild durcheinander bringen. Aber was für mich wirklich, wirklich neu ist. Ich freue mich dann auch immer auf diese ausgeglichenen Tage, wo alles im normalen Rahmen abläuft. Wo ich weder zuviel, noch zu wenig esse und einfach nur in Balance bin.

 

Ich gebe zu, im Moment stehe ich wieder jeden Tag auf der Waage. Was hier anders ist, ist das Gefühl das die angezeigte Zahl bei mir hinterlässt. Das neue Jahr war noch keine Woche alt, da hat meine Waage aufs Gramm genau 51 Kilo angezeigt. Und ich habe in mich reingehört, was das jetzt gerade mit mir macht, da ich seit Monaten ja immer eine 50 vor dem Komma stehen habe. Nichts, ehrlich gesagt.

 

Die Jeans passen natürlich immer noch (besser). Ich kann trotzdem essen und die Welt dreht sich weiter. Boah, das war rückblickend echt harte Arbeit. Und ich weiß auch nicht, ob ich jetzt immer so gelassen reagiere oder ob ich bei der nächsten Begegnung mit der 51 leicht auf die Essbremse steige. Ich lasse es auf mich zukommen.

 

Und ich lerne auch, das meine natürliche Gewichtsschwankung sich nun immer zwischen 49,6 kg (nach Krankheit) und 51 kg bewegen. Meist hänge ich eben im Bereich 50,? kg ab und fühle mich gut damit.

 

Meiner Verhaltenstherapeutin habe ich das gestern auch gesagt. Weil sie meinte, ich sollte bitte nicht dünner werden. Ich will auch gar nicht mehr dünner werden, ich habe mein ganz eigenes, derzeitiges Wohlfühlgewicht für mich erreicht. Ich bin 155 cm groß und trage Größe 36 und manchmal auch 38, das passt so.

 

Es ist mein derzeitiges Wohlfühlgewicht. Was weiß ich, wie das in ein paar Jahren aussieht, wenn die Falten mehr werden. Vielleicht will ich da eher zwischen 52 und 53 kg wiegen, keine Ahnung. Auch das wird die Zeit zeigen.

 

Für mich ist die eigentliche Erkenntnis: Es hat sich wirklich was in meinem Kopf getan. Gönnertage sind nette Tage, die ich sehr geniesse. Es sind aber auch Gönnertage und im Gegensatz zu früher, sind es wirklich nur vereinzelte Tage. Meine Balance-Tage sind mir sehr wichtig geworden und ich geniesse dieses ausgewogenere und unspektakuläre Essverhalten noch mehr, als die Gönnertage.

 

An meinen Balance-Tagen bin ich voller Energie, fühle mich satt aber nicht satt gestopft. Zum Glücklichsein oder Seelenstreicheln brauche ich inzwischen wirklich keine Süßigkeiten mehr. An Knabbersachen laufe ich immer noch vorbei, sie interessieren mich nicht mehr.

 

Ich freue mich auf den Umzug ins neue Haus mit der neuen Küche. Ich werde das Kochregiment übernehmen, solange ich noch zu Hause bin. Und ich werde mich im Ausprobieren von neuen Rezepten ergehen. Dann auch endlich vielfältiger, weil es gegessen wird. Alleine gucke ich halt, das immer alles im Topf landet - Eiweiß, KH und Vitamine. Zu dritt kann ich es dann endlich auch wieder getrennt auf dem Teller anrichten, weil mehr Leute essen.

 

Und so kann ich vermelden, das die Balance-Tage den Gönner-Tagen eindeutig überlegen sind. Aktiv, gefühlsmäßig und inzwischen auch, was meine Gelassenheit dahingehend angeht. Der Weg lohnt sich, auch wenn er immer wieder mit Rückschritten gepflastert ist.

 

Aber wie sagt man so schön: Das Leben ist kein gerade Strich!

 

 

P.S. Neuer Eintrag in meinem "Verletztlichen Tagebuch"

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