Punktlandung in der inneren Mitte

Kurzzeitig und nur für wenige Tage konnte ich zurück zum normalen Ess-Leben. Der Tod hat dann wieder alles durcheinander gewirbelt und das mag ich einfach gar nicht mehr, wenn es um mein Essen geht.

Da wir in den letzten Tagen durch den unvorhergesehenen Tod meiner Leih-Schwiegermama und dem plötzlichen Wiederaufleben der Gewerke im Neubau, ziemlich eingespannt waren, kam das richtige Essen viel zu kurz. Und ich merke einfach, das nervt mich inzwischen wirklich.

 

Wir hatten viel zu wenig Zeit und Kraft, selbst zu kochen und waren oftmals auswärts Essen oder haben uns beim Bäcker eine Kleinigkeit besorgt. Und alles was in der Beziehung länger als einen Tag dauert, nervt mich inzwischen gewaltig.

 

Ich brauche meine Essroutine, die für mich persönlich als sauber gilt. Mein Müsli, meinen hochwertigen Eiweißriegel, meine Milchprodukte, mein gefrorenen Eintöpfe, einfach mein eigenes, gekochtes Essen. Den egal wie man es dreht und wendet, ich komme ja aus der Gastronomie. Dort wird zu 90 % totgebraten, in Sahne ertränkt und selbst aus Salaten und Gemüse können Köche eine in Öl ertränkte Köstlichkeit machen. Mir liegt das Essen in Restaurants oder Gasthöfen einfach öfters mal im Magen. Und da ich außer Haus kein Fleisch esse, ist meine Auswahl eh immer eingeschränkt. Beilagen, Salate oder wenn ich Glück habe, Fisch der nicht in Panade und Friteuse ertränkt wurde.

 

Spätestens ab Mittwoch habe ich dann wirklich wieder meine Ess-Routine, auf die ich mich freue, weil es mir am Besten gekommt und weil es mir einfach auch schmeckt.

 

Meinen Schatz habe ich schon darauf vorbereitet, das ich mir immer mal wieder aus extra Kochen werde und das einfriere. Den ich kann mit Spagetti Carbonara oder so manchem käseüberbackenen Aufläufen nicht soviel anfangen. Möchte aber, das die Zwei auf solche Dinge nicht verzichten müssen. Und ich will im Umkehrschluss auch nicht mein heißgeliebtes Szegediner Gulasch oder so manche Hackfleisch-kreation verzichten.

 

Heute Abend kochen wir dann aber etwas, was uns allen Dreien supergut schmeckt. Es gibt Lachs auf frischem Blattspinat überbacken und dazu gekochte Kartoffeln oder Rosmarinkartoffeln aus der Backröhre.

 

Aber mal weg vom Thema Essen. Trotz dem Einschneidenden Erlebniss mit dem plötzlichen Tod von Lothars Mama, bin ich nicht in ein tiefes Gefühlsloch gefallen. Davor hatte ich ja ein klein wenig Angst. Die Gedanken kreisen schon und sind etwas skurill - bei allen von uns. Ich habe das etwas ausführlicher in meinem Tagebuch geschrieben.

 

Wir haben heute Vormittag den Startschuss gesetzt und bereiten uns nun in kleinen Schritten auf den Umzug vor. Lothar hat die ersten Klamotten aussortiert, ich werde es ihm dann Gleich tun. Außerdem werden wir diese Woche beide getrennt durch unsere Küchen maschieren und zum entsorgen anfangen. Dafür nimmt er nächste Woche große Plastikkisten aus der Arbeit mit. Wir haben uns vorgenommen, das wir in den nächsten Wochen unsere beiden Wohnungen so gut wie möglich aussortieren, das kein Schrott mehr mit ins neue Haus kommt.

 

Obwohl ich vor 3 Jahren schon mal ausortiert habe, wegen des Umzugs hierher, dürfte dieses Mal genau soviel, wenn nicht sogar mehr anfallen. Dieses Mal werden ja zwei Haushalte zusammen gelegt. An Möbeln nehmer ich nur ein Stück mit. Den Bauernsschrank von meiner Oma. Der Rest wird entsorgt, da teilweise schon fast 20 Jahre alt (meine Küche zum Beispiel).

 

Außerdem müssen noch ein paar Möbel besorgt werden. Ein Kleiderschrank für mich, ein paar Möbel für meine Leihtochter, Schuhschränke. Den Rest haben wir schon oder kommt aus Lothars Wohnung mit.

 

Jetzt wird es also ganz langsam ernst mit dem Umzug. Hoffnungsvoller Weise rollen in 10 - 12 Wochen endlich die Umzugskisten durchs fränkische Ländle.

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Kommentare: 2
  • #1

    Thelayna (Sonntag, 15 Januar 2017 21:20)

    Sodele. Endlich habe ich mich durch die Zeiten nach dem Christfest gelesen. Oh wie gut ich so vieles verstehe.
    Und wie oft ich dachte...ich finde dich nicht depressiv, nur zu sensibel für ein solch ungerechtes Leben... und wie schön, dass du Hilfe an deiner Seite hast.
    Ich bin ja eine Rückzieherin. Wenn mir etwas zuviel wird, zack, siehste nur noch ne Tür klappen.
    Es gibt hunderte Photos, auf denen sieht mein Gesicht aus, wie eine Porzellanfigur. Interessanter Weise dünner noch stärker.

    Ich bekomme auch oft Fieber( ca 38*C) bei Stress.

    So schütze ich mich vor zu viel von Allem.

    Dich hab ich sehr gerne...schön, oder?

    Liebe und nordseenasse Grüße
    Dorthe

  • #2

    Fräulein M. oder Michaela, Margarita oder wie auch immer ;-))) (Montag, 16 Januar 2017 16:46)

    Sodele, heute Morgen schon auf meinem Handy erblickt, allerliebste Dorthe. Aber jetzt erst wieder zu Hause und Zeit zum runterkommen.

    Fieber, echt? Ui, das find ich auch eine heftige Reaktion bei Stress. Der Körper zeigt einen immer ganz klar die Grenzen auf. Bei mir ist es oft mit Kopfschmerzen verbunden.

    Ja, die Tabletten sind echt "Mamas Best" meine kleinen Glückspillen. Sonst würde ich gerade nicht so gelassen durch die Tage maschieren.

    Das war vor den Tabletten ja leider ganz anders. Den ganzen Tag Karusell im Kopf und am liebsten nicht mehr auf der Erde sein müssen, zum Leben. Aber bloß nicht selbst umbringen wollen. Bescheuert, solche Gedanken.

    Aber ich habe mir vom Facharzt sagen lassen, das die meisten schwer Depressiven in ihren dunkelsten Phasen solche Gedanken haben.

    Bin froh, das ich jetzt im Moment nur ziemlich sensibel bin.

    Tja, so eine Abnahme legt vieles blos. Innerlich wie äußerlich, siehe dein Porzellangesicht.