In die Zukunft gedacht

Vermehrt lese ich in meinem Adipsositas-Forum von Langzeitoperierten, die nach einigen Jahren wieder mit einer Zunahme zu kämpfen haben oder die sich sehr schwer mit dem Halten tun.

Kann man dagegen etwas machen? Oder kann man es der Zunahme zumindest schwerer machen, als es in der Vergangenheit war?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Aber ich will es versuchen. Für Langezeitoperierte (das ist, glaube ich ab ca. 5 Jahre nach OP) gelte ich noch als junges Kücken mit dem Elan eines Frischlings und Halten sollte noch leicht fallen.

 

Wahrscheinlich ist dem auch so, werde ich mir in der Zukunft denken. Jetzt kann ich nur sagen, ich tue schon auch einiges dafür. In einigen Jahren werden mir die Bemühungen um das Halten oder evlt. um wieder ein paar Kilos abzunehmen, mit Sicherheit deutlich schwerer fallen, als es Jetzt gerade der Fall ist.

Das kann ich mir wirklich gut vorstellen.

 

Aber wie komme ich dagegen an? Wie kann ich mich vorbereiten, um möglichst gut gewappnet zu sein, wenn mir dann alles schwerer fällt?

 

Eines ist mir klar, es muss jetzt und in der nahen Zukunft geschehen.

 

In meiner akuten Abnehmphase war ich sehr gerade und habe die ersten Monate überhaupt keinen einzigen Seitenschritt gewagt. Also keinerlei Naschzeugs, keinerlei fettige Kuchen, nichts Überbackenes, keine schweren Sachen oder anderes Hochkalorisches. Nach einigen Monaten hatte ich da schon die Zügel lockerer gelassen, den mein Essen sollte ja vor allem Eines sein: Alltagstauglich. Ich habe mich dahingehend bemüht und tue es immer noch. Es ist ein ständiger Lernprozess, weil ich als Mensch mit Geschmack mich auch ständig ändere.

 

Ich habe versucht, schlechte Muster, die mir viele Kilos in der Vergangenheit eingebracht haben, zu durchbrechen und sie durch neue, gesündere Verhaltensweisen zu ersetzten. Das Thema Schokolade, ich habe es schon oft erwähnt, ist bis Heute kein Thema für mich. Ich habe seit meiner OP keine ganze Reihe Schokolade pur mehr gegessen. Ich habe mal ein Rippchen bei jemanden stibitzt, aber Schokolade pur habe ich inzwischen eine Gleichgültigkeit gegenüber erlangt.

 

Das Gleiche gilt für sämtliches Knabberzeugs. Ich esse da mal gerne ein paar Chips oder Flips, wenn ich irgendwo eingeladen bin. Vergesse aber nach ein paar davon auch gleich wieder, das sie am Tisch stehen. Sie sind mir dann auch "Gleichgültig".

 

Andere Muster wie z.B. das Grasen (oft eine Kleinigkeit essen) musste ich lernen, das was Früher schlecht für mich war, heute eine Notwendigkeit ist, damit ich genügend zu essen bekomme. Was nicht heißt, das ich nicht aufpassen muss, wo auch hier die Grenzen für mich sind.

 

Ich habe mir überlegt, das ich mir eine neue Denkweise (Regeln hört sich in meinen Ohren so schrecklich streng und negativ an) erarbeiten möchte. Einen Denkrahmen, der mir Sicherheit gibt. Vielleicht kann man auch "Goldene Regeln" dazu sagen, dann hört es sich nicht ganz so negativ an. Ok, ich seh schon, ich behalte mir das erst einmal offen.

 

Sie sollen so sein wie ich. Ich entwickel mich stetig weiter, das Leben dreht sich und Dinge kommen und gehen. Meine Regeln sollen sich nahtlos in mein Leben integrieren und zu mir passen. Nur dann werde ich sie auch gerne umsetzten und als Hilfe und wichtige Stütze sehen.

 

Wie ich das jetzt schon wieder meine? Vielleicht hier mal ein Beispiel, also wirklich nur als Beispiel:

 

  1. Isst du JETZT weil du Hunger hast oder wirklich Nahrung zum Leben brauchst?

  2. Hast du dein Essen bewusst gegessen? Hast du daran gerochen? Hat es dir so geschmeckt, wie du es dir vorgestellt hast?
  3. Willst du wirklich Nein sagen, wenn dein Freund dich zum gemeinsamen Bewegen einlädt? Willst du wirklich auf die gemeinsame Zeit mit deinem Schatz verzichten, weil du gerade keine Lust auf Bewegung hast?

 

Das ist jetzt nur so ein erster Gedanke, den es noch viel tiefer zu spinnen gilt. Ich will für mich persönlich so eine Art "10 Gebote" erstellen, die mich anleiten das Richtige zu tun. Es geht nicht darum, immer 100 % zu jeder Stunde zu geben. Es geht darum, sie im Hinterkopf zu haben. Sie in den nächsten Jahren zu verinnerlichen, so das sie ein Teil von mir sind.

 

So das ich vorbereitet bin, wenn die Zeit kommt, wo das Halten so unendlich schwer oder sogar das Zunehmen wieder viel zu leicht wird.

 

Und so werde ich 2017 meine ersten Gebote für mich erstellen und ausprobieren. Ich will sie für mich erLebbar machen und sehen, wie sie sich in den Alltag integrieren und Sinne machen. Nach und nach bekomme ich dann meine eigenen Gebote mit denen ich mich wohl fühle und die mir zur Seite stehen.

 

Ich freue mich auf die kommenden Monate und bin gespannt auf meine Intuition und meine Kreativität!

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Thela*** (Samstag, 04 März 2017 08:15)

    Ich glaube das wichtigste ist, sich klar zu machen das es eben nicht aufhört. Ich bin eben nie fertig.
    Der Moment wo ich die Waage meide, und die ist nunmal die Unbestechlichste von allen, ist der Moment der Zunahme.

    Ob das täglich oder wöchentlich ist, kann man frei entscheiden...aber ohne? Ich glaub das ist Illusion.

    Ich bin da mal so frei und lerne aus den Erfahrungen von 8 Jahren Forengeschichten...

  • #2

    Fräulein M. (Samstag, 04 März 2017 16:36)

    Ohne Waage könnte ich mir das auch nie vorstellen. Die Waage ist das Kontrollmittel meiner Wahl.
    Viele schreiben von einem "unermüdlichen Kampf". Das möchte ich nicht, das Wort ist für mich negativ besetzt.
    Ich werde mein Lebenlang dazulernen und es wird das wohl längste Abenteuer für mich werden.