Noch 3 mal schlafen ....

... dann ist es soweit, meine Bauchdeckenstraffung. Die Aufregung kommt sicherlich die Nacht zuvor. Jetzt bin ich noch sehr gelassen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich ohne hängenden Bauch aussehen werde. Meine Fettschürze hat mich nun seit ca. 30 Jahren begleitet.

Morgen habe ich das Vorbereitungsgespräch im Krankenhaus und am Freitag morgen um 7:00 Uhr darf ich einrücken. Die OP soll im Laufe des Vormittags stattfinden und ich hoffe, das mein Schatz auch dieses Mal so lange bei mir bleibt, bis ich in den OP Saal gefahren werde.

 

Jetzt fühlt sich das alles noch sehr unreal an und wie schon geschrieben, ich habe nun solange mit einem hängenden Bauch gelebt, das ich mir mich ohne Bauch gar nicht mehr vorstellen kann.

 

Um die Schmerzen danach mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich denke, das haben andere auch schon hinter sich gebracht. Meine größte Angst ist das Atmen danach. Ich werde versuchen, das ich gleich so ein "Übungs-Blasgerät" hingestellt bekomme. Kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose habe ich beim Schlauchmagen gerne mal aus Atmen vergessen oder habe nur sehr flach geatmet. Schnell mobil werden ist da gut. Bei letzten Aufenthalt ist ein paar Zimmer weiter in der Nacht ein Patient an Lungenembolie gestorben, das hat sich bei mir eingebrannt. Der Zimmeralarm, die rennenden Schuhe auf dem Korridor, die Stimmen der Schwestern und Ärzte ...

 

Und dann kommt ja auch das Kompressionsmieder auf mich zu. Bin schon mal darauf gespannt, da ich mich ja schon mit Feinstrumpfhosen vom Tragegefühl her sehr schwer tue.

 

Auf alle Fälle steht die nächsten Tage noch so einiges für mich an. Ich denke, ich werde mich erst wieder einige Zeit nach der OP hier melden.  Aus Erfahrungsberichten habe ich gelesen, das gerade die erste Zeit das Sitzen sehr schlecht geht. Laufen und stehen soll wohl angenehmer sein, ich lass mich überraschen.

 

Dann waren wir diese Woche das erste Mal zu Zweit bei meiner Verhaltenstherapeutin. Es war komisch, ich habe so sehr darauf gefiebert. Aber ich weiß nicht, ob ICH das noch einmal will. Es ändert zumindest bei mir schon etwas. Habe gerade eine schlechtere Phase und ich will das zu Hause nun vehemment verbergen.

 

Außerdem hat man deutlich gemerkt, das ich irgendwie im Kreis kreisel. Es macht mir immer noch Probleme, das ich schon so lange Krank geschrieben bin, weil ich die Krankheit als Makel empfinde. Ich mache mir immer noch zuviele Gedanken, was andere (im speziellen meine Leihtochter) über mich denken könnte. Es bereitet mir immer noch Probleme, das ich finanziell auf den Staat angewiesen bin.

 

Wie gesagt, ich drehe mich im Kreis und Worte wie: das wird schon .... Gott weiß was in einem Jahr ist .... helfen mir nicht wirklich weiter. Sie lassen mich nur noch hilfloser und unbeholfener zurück. Ich fühle mich nach solchen Diskussionen einfach nur "noch zu blöder", als das ich mein Leben alleine auf die Reihe bekommen.

 

Jetzt kommt aber erst einmal die OP, das ist gerade auf der Tagesordnung.

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