Gedankliche Planänderung

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann erzähle ihn von deinen Plänen!
Blaise Pascal

 

Und das tut er wahrscheinlich gerade auch aus vollem Herzen, den ich Plane mal wieder frei von der Leber weg.

Wir wollen im Herbst unbedingt Wandern gehen. Na ja, er will wandern, ich will schnorcheln. Aber das ganze Leben ist ein einziger Kompromiss und zahlen muss man es ja auch noch können. Also Wandern!

 

Bis dahin ist mein Bauch komplett verheilt, nur die zweite OP wird dann wohl noch zu spüren sein. Eigentlich wollte ich als zweite OP immer PO und Oberschenkel machen lassen. Damit wäre der Wanderurlaub aber komplett gestorben und das will ich meinem Schatz nicht antun. Bei dem was er alles für mich tut, ist so eine kleine Planänderung für mich ja ein Klacks.

 

Also plane ich jetzt erst mal die Bruststraffung als zweite OP ein. Die Brust kann beim Wanderm jetzt ja nun nicht allzu groß stören. (an dieser Stelle höre ich Gott ganz herzhaft und bis hier herunter lachen)
Wahrscheinlich schmeisst er mir krümmend vor Lachen, gerade die Trekking-Stöcke schon mal um die Ohren.

 

Nun ja, ich bin halt ein verträumter OP-Optimist und das ist gut so. Seit ich Morgens und Abends je 1.000 mg Novalgin nehme, gehts mir auch wieder so gut, als wäre ich nicht operiert. Mein Bauch ist natürlich immer noch sehr angeschwollen und ich weiß nicht, was ich heute Abend ins Konzert anziehen soll. Wahrscheinlich Röckchen, das schneidet nicht ein.

 

Zu meiner Mutter geht es morgen auf alle Fälle in einer Wellness-Hose auf gut "Neu-Deutsch". Das lässt die olle Jogging-Hose gleich mal glamouröser Wirken.

 

Man merkt auf alle Fälle, das ich die letzten beiden Tage viel gelegen bin. Der OP-Bereich hat sich wieder erholt und der Muskelkater lässt etwas nach. Am anstrengensten ist das Aufstehen. Das geht nur, wenn ich mich seitlich rolle und danach aufstehe. Bei allem anderen sehe ich aus wie ein hilfloser Maikäfer auf dem Rücken.

 

Ansonsten geht das Leben seinen Lauf. Meine Verhaltenstherapeutin hat noch 20 Std. Therapie beantragt, diese wurden vom MDK abgelehnt. Man sieht keine Notwendigkeit mehr. Hm, ich sehe sehr wohl eine Notwendigkeit, weiß aber nur noch nicht, wie ich das im Widerspruch begründen soll.

 

Mein Widerspruch bei der Rentenversicherung liegt auch noch beim MDK, seit einigen Wochen. Das kann sich laut der Sachbearbeiterin beim MDK auch noch einigen Wochen weiter ins Land ziehen. Dabei bin ich  mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob ich einen 8-Std.-Tag Ausbildung durchhalten würde. Der Haushalt und die 145 qm fordern mich komplett und ich bin dann ab Nachmittag so gerädert, das ich mich hinlege.

 

Wenn ich den Haushalt dann mal 2-3 Wochen zu richtig komplett mache, muss ich dann gleich wieder einige Tage einlegen, wo ich alle Fünfe gerade sein lasse. Die Erschöpfung überrennt mich dann meist und ..... ich kann es nicht erklären, ich bin so müde, das ich im Stehen einschlafen würde. Sprich, ich leg mich hin und bin für mehrere Stunden komplett weg.

 

So kann ich keine Ausbildung, die ich möchte, absolvieren. Vielleicht dorch Rente einreichen für zwei Jahre? Ich weiß es nicht. Ich weiß wie immer nur, das ich Gottfroh bin um meinen Lebensgefährten. Er steht wie ein Fels in der Brandung da und fängt mich immer wieder auf.

 

Mit der Leihtochter hatte ich vor 2 Tagen einen heftigen Streit, da ging es dann ans Eingemachte. Aus dem Nichts heraus. ABER, was immer da war, wir sind seitdem viel enger und herzlicher Verbunden. Da war, als ob bisher das letzte Quäntchen gefehlt hätte. Wir haben uns immer gut verstanden, aber etwas war da noch. Das ist jetzt nicht mehr und es fühlt sich gut und frei an.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0