Meine Sicht auf Dinge ....

.... oder die Macht der Gewohnheit!

 

Heute Morgen spontan 1 Woche Urlaub in einem Heilbad für uns Beide gebucht. Nach dem wir gestern erfahren haben, das euer Geschäftspartner durch einen massiven Herzinfarkt gestern Nachmittag aus dem Leben gerissen wurde.

 

An meinen eigenen Figurschubladen über Menschen muss ich auch dringend arbeiten. Damit arbeite ich hoffentlich endlich auch an meiner eigenen Denke mir gegenüber mit.

 

Süßigkeiten habe ich im Griff, aber nicht das "wie oft ich am Tag esse". Bin bei 53,3 kg gelandet. Kein Drama, das sagt der Blick in den Spiegel. Hier sollte sich mein Mind-Setting auch anpassen.

 

Ja, ich gebe es unumwunden zu, ich denke gerne jeden Gedanken bis ins kleinste Detail und gerade dadurch auch oft ins Grübeln.

 

Gestern Nachmittag erhielten wir die Nachricht, das der neue Geschäftspartner von meinem Lebensgefährten und seinem Geschäftspartner gerade verstorben sein. Geschäftsnetzwerke arbeiten sehr gut und er war das Ohr und die Stimme für die Geschäfte nach China.

 

Heute morgen dann auch noch die eMail seiner Witwe. Oh Gott, gestern morgen war sie noch Ehefrau. Wenige Stunden später war sie Witwe - ihr Mann aus dem Leben gerissen.

 

Er war bis gestern auch einer von denen, die 50 Stunden und mehr in der Arbeit gesessen sind. So wie Meiner halt. Gestern mal eben um 6:00 in der Arbeit gewesen und bis nach 16:00 Uhr gearbeitet. Knapp halbe Stunde Mittag darf abgezogen werden.

 

Ich will nicht, das er sich aufarbeitet, war als Selbstständiger natürlich schwer ist. Die letzten zig Jahre hatte er vielleicht 10 Urlaubstage pro Jahr, wenn es hoch kam. Kein Wunder das er irgendwann Krebs hatte. Dann die Scheidung und als Selbstständiger zwei Kinder, die ins seinem Haushalt waren - Alleinerziehend. Einige kennen das sicherlich, das nagt an den Grenzen.

 

Also haben wir gestern Urlaub beschlossen und ich habe heute Morgen am Früstückstisch für uns gebucht. 7 Nächte in einem Heilbad und unsere Fahrräder begleiten uns. Es ist das zweite Mal in über 4 Jahren, seit wir zusammen sind, das wir 7 - 8 Tage am Stück Urlaub machen. Sonst sind es übliche 3 - 5 Tage, weil ..... ach ja, es gibt immer irgendwelche nichtigen Gründe.

 

Und für den November planen wir nun unseren ersten 2-wöchigen Urlaub. Wenn alles klappt, soll es Vietam werden, inkl. 2 Geschäftsessen und der Rest gehört uns. Das Handy bleibt aus. Dafür geht es demnächst ins Reisebüro.

 

 

 

Als nächstes möchte ich meine Sicht auf die Figur ändern. Ich habe sofort immer Schubladen für Mitmenschen parat. Zu dick - zu dünn - Klamotten passen nicht zur Figur - manchmal würde ich gerne meine OP ins Gespräch bringen .... und, und, und.

 

Sollte ich als Betroffene es nicht eigentlich besser wissen? Und seit ein paar Tagen nerven mich meine Gedanken deswegen. Wie kann ich es wagen, über andere ein Urteil zu fällen. Ich weiß selbst, wie schwer das sein kann. Egal ob zu dick oder zu dünn, beides ist doch einfach Scheisse. Klar würde ich mir nie erlauben, etwas kritischen zu sagen. Aber ich denke kritisch und das ist einfach nicht ehrlich gegenüber meinem Gegenüber.

 

Kein Wunder, ich bin ja tief in mir drin selbst noch so hart mit meiner Figur. Da ein Pölsterchen, dort eine Narbe .... das ist doch zum Mäusemelken. Mein Hintern ist voller Dellen und ich muss was dagegen tun. ABER nicht gegen die Dellen, sondern gegen meine Einstellung. Ich finde meinen Körper nun wirklich nicht Bikini-Reif, und trotzdem werde ich mir für den Urlaub zwei davon zulegen. Die sind einfach deutlich einfach im nassen Zustand aus- und anzuziehen, auf der Toilette. Und man friert nicht ewig außerhalb vom Becken, weil der nasse Badeanzug an einem klebt. Es lebe der Bikini mit dem höheren Höschen. Scheiss auf die Dellen. Und solltest du deinen eigenen Anblick nicht mögen, dann guckst du halt nicht ständig in jeden Spiegel oder in jede Scheibe. Damit meinte ich übrigens mich jetzt.

 

Ich gehe jetzt also auf Konfrontationskurs mit mir selbst. Und ich hoffe, das ich nun wirklich endlich mal einen liebenden Blick auf mich selbst werfen darf. Den mit einer besseren Einstellung zu mir, bekomme ich hoffentlich auch eine bessere Einstellung zu anderen Menschen und deren Körperformen. Das mag ich nicht an mir und da möchte ich besser werden.

 

 

Zusammenhängend damit ist auch mein im Moment langsam steigendes Gewicht. Meine Bauchmitte ist immer noch Gefühllos an der Hautoberfläsche. Darunter ist es irgendwie komisch, kann es nicht beschreiben. Mal fühlt es sich an, als wäre was darunter (Wasser, angeschwollene Bereiche, war auch immer), mal hängt das kleine Bäuchlein unmotiviert herab. Ja, es stört mich schon, ganz ehrlich. Aber ich möchte nicht, das es mich stört. Ich habe soviel durch den Schlauchmagen, meine neue Ernährung und den Sport abgenommen. Ich sollte stolz auf mich sein, auch nackt vor dem Spiegel und nicht nur in knackigen Jeans.

 

Das ich für meine Verhältnisse einfach noch viel zu wenig Sport machen kann, frustriert mich dann zusätzlich. Jetzt nasche ich zwar nicht mehr oder knabbere Nüsse. ABER: ich fange wieder an mehr zu essen, in Form von "ständigem Essen". Ich kompensiere meinen Frust wie früher über Essen. Das einzige was ich in den letzten 3 Jahren seit meiner Entscheidung "Pro Schlauchmagen" gelernt habe, ist den Kopf nicht mehr in den Sand zu stecken und mich schneller wieder auf die Reihe zu bekommen. Die Angst, wieder Dick zu werden, ist größer als die Lust auf Essen. Zumindest auf Dauer gesehen.

 

Daher habe ich Heute gleich mal wieder die Zügel angezogen.

 

Frühstück: 1 halbe Salzstange mit Camenbert belegt (NICHT der Fettarme, sondern der normale)

 

Vormittag: kein Grasen, dafür Kaffee mit Milch, Suppenbrühe und viel Trinken) Ich habe ja keinen Hunger, sondern fülle nur eine Lücke mit dem Essen.

 

Mittags: 2 gute Eiweißriegel, 1 halbe Scheibe Brot

 

Nein, keine Diät! Einfach nur mal wieder darauf achten und keine Zwischenmahlzeiten zu essen, das ist alles. Eiweißriegel als vollwertiges Essen gibt es bei mir auch schon seit Monaten nicht mehr. Aber ich gestehe, ich war heute zu einfach zu Faul was zu machen.

 

Heute Abend geht es entweder was essen oder wir machen Brotzeit zu Hause. Am Nachmittag will ich auch nichts zwischendurch essen.

 

Das schwierigste sind für mich die Abende. Ich will mir meinen Schatz als Schützenhilfe holen, damit ich hier wieder Achtsam werde. Ich bekomme dieses zwischen drin noch etwas essen oft gar nicht bewusst mit. Es ist einfach schon wieder so zur Normalität geworden. Darum bitte ich ihn heute, mich jedes Mal zu fragen, ob ich das jetzt wirklich aus Hunger esse.

 

Ersten muss ich mich das dann selber fragen und anlügen will ich ihn auch nicht. Also hoffe ich, das hier eine große Hemschwelle für mich aufgebaut ist und ich nach dem Abendessen wirklich nur noch dann eine Kleinigkeit esse, wenn ich wirklich noch Hunger-Hunger habe. Und dann ist immer genügend frisches Gemüse oder Obst bei uns im Haus.

 

Und vor allem wünsche ich mir nun auch wirklich eine einheitliche Sichtweise auf mich selbst. Waage / Gewicht sprechen immer noch nicht die gleiche Sprache wie Körperbild / Kleidergröße.

 

Bei Körperbild ist es sogar so unterschiedlich, das ich mich nackt vor dem Spiegel immer noch als dicker sehe, als ich wirklich bin. Das Bild dann mit Klamotten ein wenig gerade gerückt wird.

 

Stehe ich in einer Gruppe mit Frauen, empfinde ich mich oft noch als dicker, als ich wirklich bin. Denke mir manchmal: oh man, so dünn wie die Dame möchte ich auch nicht sein. Und erheische ich dann einen Blick in einen Spiegel, stelle ich meist fest, das ich entweder genauso dünn oder noch dünner bin.

 

Auch über ein Jahr nach dem ich nun in der Haltephase bin, habe ich noch immer nicht das korrekte Selbstbild. Es ist immer noch verschwommen.

 

 

Die Macht der Gewohnheit

Schöngeredet

Als ich dick war, habe ich mich schlanker wahr genommen, als ich in der Realtät war.

 

Kleingeredet

Jetzt wo ich schlank bin, nehme ich mich oft dicker wahr, als ich in der Realität bin.

 

 

Meine neue Sicht auf Dinge:

  • Dinge nicht verschieben, sondern jetzt machen.
  • Wenn ich ein Kompliment bekomme, es einfach nur mit einem "Danke" annehmen.
  • Mir selbst jeden Tag positiv zusprechen: Mein Körper und Ich, wir sind perfekt so wie wir sind!
  • Ich bin zu Alt um mir Gedanken zu machen, was andere von mir denken können. Also einfach Leben!

 

 

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