Bewegung, Entspannung, Essen, neue Grenzen finden ....

Seit gestern Mittag bin ich wieder aus dem Urlaub zurück. Schön war´s, wie schon das letzte Mal. Eine Mischung aus: Erholung - Faulenzen - Bewegung - Herausforderung.

 

Traditionsgemäß verletzte ich mich bei den aktiveren Urlauben grundsätzlich in den ersten Tagen. Und auch dieses Mal bin ich dem Motto treu geblieben. Ich habe mich selbst unter meinem eBike begraben und dabei kräftig "Hier" geschrien, als es um blaue Flecken und Abschürfungen ging.

 

Alles in Allem war es für mich ein fast gelungener Urlaub. Wellness in der Südsee wäre natürlich der absolute Traum ;-). Nein, Spässle, es war ein toller Urlaub und ein relativ gesunder Urlaub.

 

Wir kamen am Montag Abend an, da wir ja vorher auf der Beerdigung von unserer Freundin waren. Ein komischer Start in den Urlaub. An dem Tag selbst konnten wir keine Aktionen mehr vor Ort machen, außer zu Abend essen.

 

Am nächsten Tag habe ich dann gleich eine (meine erste) Ayveda-Massage gebucht. Ich hatte Glück und habe noch einen Termin zum Ende meines Urlaubs buchen können. Uns blieben 6 volle Aktionstage vor Ort.

 

  • 2mal waren 1 kompletten Tag im Sibillyenbad
  • 1 mal haben wir einen Tagesausflug nach Cheb (Eger - Tschechei) gemacht und waren dort sehr gut zu Fuß unterwegs
  • 1 mal waren wir Wander (davon 1mal mit dem KZ Flossenbürg kombiniert)
  • 1 mal waren wir mit dem Rad am Mittelpunkt Europas (halsbrecherisch)
  • und 2 mal waren wir nur für ein paar Stündchen in Sauna und Bad

 

Das Konzentrationslager in Flossenbürg hat uns lange beschäftig und es war eine teilweise sehr stumme Wanderung danach. Es sind nur noch wenige Gebäude erhalten, aber in beiden findet jeweils eine Ausstellung statt. Mit Bildern, Videos, Tonbandaufnahmen und natürlich auch einigen Utensilien aus der Zeit. Schrecklich zu was der Mensch fähig ist!

 

Die Fahrradtour haben wir ziemlich am Anfang gemacht. Es sollte der Mittelpunkt Europas werden. Meine Lust war zu Beginn nicht wirklich groß und mein Freund musste mir echt gut zureden. Ich war die ersten Kilometer auch echt einsilbil oder knatschig unterwegs. Boah, wie ein Teenager zu seinen besten pubertierenden Zeiten. Die letzte Strecke bergauf stellte sich dann selbst für Wanderer als eine Herausforderung heraus. Es hatte die Nacht zuvor geregnet und das Gebiet ist bekannt für seinen Granit. Der Weg war einfach nur eine 1-Meter breite Granitrinne, zu beiden Seiten mit hohen bewachsenen Erdrand. Die Steine teilweise riesig und echte Hinternisse. Es hat mich oft vom Rad katapultiert, die meiste Zeit aber sanft. Selbst mein Freund hatte einige unfreiwillilge Abstiege.

 

Als ich ein gefühltes 10 Mal auf mein Rad aufsteigen wollte, stand ich unglücklicher Weise auf einer rutschigen Grantiplatte. Eh ich mich versah, rutsche ich während des Aufsteigens ab und Kette und Pedal gruben sich in mein Schienbein und in den anderen Knöchel. Ich konnte erst mal nicht aufstehen und Lothar konnte meine Rufe nicht hören. Dichter Wald, da reichen schon ein paar Meter und er verschluckt alles. Als ich endlich samt Fahrrad stand, lief das Blut schon heftig und ich hatte voll das Ei. Meine Fahrradsocke war auch Blutbeschmiert und binnen Minuten bildete sich ein großer, blauer Fleck auf beiden Unterbeinen und am Ellbogen.

 

Mein Freund kam zurück, weil er sich Sorgen machte und ich bot ihm an, die letzten paar Hundert Meter alleine zu fahren. So kurz vor dem Ziel sollte er wegen mir auf keinen Fall umkehren. Nach einigen Diskussionen ist er dann auch widerwillig ohne mich weiter.

 

Bei mir kam dann wenige Sekunden die Wut hoch. So kurz vorm Ziel lass ich mich doch von so einem Sturz nicht aus dem Konzept bringen. Zumindest jetzt nicht mehr. Vor einigen Monaten schon noch, aber jetzt war mein Ehrgeiz gewegt. Mal schiebend, mal fahrend bin ich mit zusammen gebissenen Zähnen hoch und mit jedem Meter wuchs mein Ehrgeiz und mein Stolz. Ich habe mich dieses Mal nicht abhalten lassen, ich hatte Biss. Die letzten Meter kam mir mein Freund entgegen, der sichtlich verwundert war und mich aber begleitete. Oben habe ich dann meine Wunden versorgt und den Mittelpunkt Europas gebührend bewundert.

 

Bergab hatten wir teilweise die gleiche Steinrinne und wir haben einige Hundert Meter absichtich beide geschoben. Ich selbst war danach einfach nur noch Stolz auf mich Wieder ein Schritt weiter, wieder mehr geschafft. Ganz langsam kann ich nun auch mittelschwere Streckenabschnitte angehen. Es wird also doch noch, hätte ich nie gedacht. Und ich würde es jederzeit wieder so machen, auch wenn ich 7 Tage später immer noch eine tiefe Schramme und blaue Flecken in sämtlichen Farbschatierungen habe.

 

Des weiteren hat mich der Sturz und das schmerzhafte Schienbein und der andere Knöchel nicht vom Wandern oder schwimmen abgehalten. Ich habe es gemacht, wenn auch in einem der Situation angepasssten Tempo. Früher wäre das sofort ein Grund gewesen, das ich so eine Verletztung als Ausrede hergenommen habe. Heute weiß ich: wenn man will, geht immer was. Es geht halt nur anders. Nichts so schwer oder schnell. Aber es geht immer was, man muss es nur wollen.

 

Ich habe also dazu gelernt, ohne das ich es fociert habe. Es kam auch meinem inneren Antrieb und von ganz alleine. Kein Zureden von außen war dazu nötig! Ich bin noch ganz geplättet von der Erfahrung.

 

Zur Belohnung nach solchen anstrengenden Tagen gab es ja eine schöne Erholungseinheit, entweder in einem über 30 °C warmen Becken oder / und in den Saunen.

 

Beim Essen verhielt es sich genau so, ohne große Absicht dahinter. Aus dem letzten Urlaub dort wußten wir, das die Küche alles andere als "leicht" ist. Meist gibt es paniertes, frittiertes oder im Fett herausgebackenes mit Sahnesoße. Selbst der Fisch wird vorzugsweise paniert und in einer Pfanne schwimmend im Fett herausgebacken. Salate werden gerne mit viel Öl oder gebratenen Speck aufgewertet. Gemüse am liebsten als Butter- oder Sahnegemüse serviert. Als Beilagen gibt es bevorzugt Kartoffeln in den Varianten: Bratkartoffeln, Petersilienkartoffeln oder Pommes.  Es war also schwer für uns, mit der heimischen Küche auszukommen. So haben wir öfters im Bad selbst gegessen, den dort gab es einen tollen Salatteller mit Tunfisch, gekochten Schinken-Käseröllchen. Für mich der Fisch, für Schatz der Schinken-Käse-Röllchen. So haben wir uns den Salat 3mal zu Mittag geteilt und jeder wurde satt, weil er echt riesig war.

 

1 mal waren wir bei einem Italiener und zweimal bei einen Griechen der die neue griechische Küche oder Friteuse bevorzugte. Bis auf zwei Ausnahmen hatte ich Abends immer einen leckeren Salat mit Eiweißbeilage drin.

 

Wir waren nur zweimal in der heimischen Küche unterwegs und haben beide dann jeweils schlecht geschlafen. Es war sicherlich sehr, sehr lecker - ohne Frage. Aber wir haben es beide nicht mehr vertragen. Das Essen lag wie Steine im Magen, wir durften beide Pantoprazol schlucken und geschlafen haben wir in diesen Nächten auch schlechter.

 

Ich habe mich echt immer auf die Salate gefreut, bei dem Griechen und den Italienern. Der frische Geschmack auf der Zunge, das knackige beim Kauen. Es ist wie es ist, ich esse es inzwischen lieber als Pommes, Spätzle, Bratwurst und Co.

 

Am ersten Abend zu Hause hatten wir dann auch einen griechischen Bauernsalat mit einem fetten Schafskäse und heute Lachs aus der Pfanne und dazu einen frischen, gemischten Grünsalat.

 

Habe ich heute die Wahl am Buffet, würde ich zu frischen Salaten greifen, die noch nicht angemacht sind. Ich würde mir ein leichtes Dressing aussuchen und auf alle Fälle versuchen, das Putenstreifen, Garnelen, Tunfisch oder gegrillte Tuben darauf landen.

 

Bei Beilagen würde ich immer zu Salzkartoffeln greifen, wenn möglich. Einfach weil sie mir inwischen am besten schmecken.

 

Bei Fleisch bin ich eh wählerisch und esse das nur sehr, sehr selten außer Haus. Müsste ich es essen, dann nur Hähnchen- oder Putenstreifen. Ich mag Fleisch nur noch dann, wenn es klein geschnitten und groß angebraten wurde. Und das geht auch ohne 2 EL Öl in der Pfanne. Die Hälfte tut es da locker und es hat trotzdem Geschmack für mich.

 

Ich habe auch genascht, weil ich es einfach gerne tue. Aber ich wußt auch, das ich mir das nach meiner Bewegung und meiner anderen Essensauswahl auch sehr gut leisten konnte. Und so habe ich mir jeden Morgen und jeden Abend zwischen 6 und 10 kleine Kaubonbons aus der Schale an der Rezeption gegriffen. Sie waren süß, lecker und erinnerten mich an meine Kindheit, den die Banken haben sie bei uns teilweise an Kinder verteilt.

 

Zum Frühstück habe ich mir jeden Tag 2 EL Naturjogurth + 2 EL Fruchtsalat ink. dem Saft dazu gekönnt. Außerdem gab es meist noch ein Brötchen mit Belag und meinen obligatorischen, doppelten Espresso aus der Maschine.

 

Bewegung, Entspannung, Essen, neue Grenzen finden .... es hätte mir nicht besser gehen können, in diesem Urlaub.

 

Bis heute habe ich die Wäsche gewaschen und aufgeräumt. Morgen ist Männe wieder in seiner Arbeit und auch ich kann wieder meine Routine durchstarten. Darauf freue ich mich, denn ich brauche nach wie vor, jeden einzelnen Tag einige Stunden nur für mich. Meine Vormittage sind mir inzwischen Heilig und ich freue mich, wenn das Ziehtöchterlein ihre letzten Sommerferien beendet und ich die Lehre kommt.

 

Dann habe ich den Haushalt wieder komplett alleine und kann Putzen, Kochen, Einkaufen und Gartenarbeit nach meinem Zeitplan gestalten. Keine Rücksicht auf evlt. schlafende Teenager mehr. Keine Handwerksarbeiten oder Möbel-zusammen-schrauben zu ungelegenen Zeiten mehr. Ich bestimme dann wieder bis zum frühen Nachmittag, was ich wann mache und wann ich mir meine Zeit ganz ungeniert für mich alleine nehme.

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