REHA Ahoi

Am Samstag habe ich von der Rentenversicherung meinen Rehabilitationsbescheid bekommen. Ich war schockiert und habe mich das Wochenende erst einmal tief in mich hinein verkrochen. So lange darauf gewartet und dann hat mich das OK erst einmal aus der Bahn geworfen.

 

Ich habe erst einmal wieder zig Gründe dafür gefunden, warum ich NICHT auf die REHA kann, besser gesagt will. Und mein Innerstes hat rebelliert und getobt.

 

 

In der Broschüre stand, das es zumeist nur Zweibett-Zimmer gibt. Wie soll ich mich da erholen? Wo bleibt meine Privatsphäre? Wie stellt sich die Rentenversicherung das überhaupt vor? Und heißt das, das ich danach wieder voll in die Arbeit einsteigen muss?

 

Denen werde ich es zeigen. Ich werde mich NICHT an deren Gruppengedöns beteiligen. Und auf die doofen Gemeinschaftsfreizeitsdinge hab ich überhaupt keinen Bock. Lasst mir doch einfach nur meine Ruhe! Ach und überhaupt, wenn mir das Zuviel wird, dann höre ich einfach mit dem Essen auf, ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!

 

Vollkommen kindische Reaktionen und Gedanken meinerseits. Aber so ist es halt, wenn etwas Kommt mit dem ich zwar Rechne, aber das mich dann doch erst einmal umhaut.

 

Erst heute Morgen war ich dann wieder soweit, das ich normal agieren konnte. Und das war dann meine Möglichkeit, die Dinge gleich am Schopf zu packen und sachlich darüber nachzudenken.

 

Am Vormittag zum Telefonhörer gegriffen, nach dem sich das über Nacht etwas Relativiert hatte und in der Klinik angerufen. Gleich nach einen Einzugstermin und einem Einzelzimmer für mich gefragt. Alles halb so wild.

 

Und so ziehe ich nun am 01. November in die REHA-Klinik und bekomme mein Einzelzimmer. Und je mehr Stunden vergehen, umso gelassener sehe ich dem Aufenthalt entgegen. Ich denke, das die nächsten Tage dann auch die Freude aufkommen kann.

 

Meine Eltern wissen seit ungefähr 3 Wochen über meine langanhaltende Depression Bescheid. Leider ließ es sich nicht mehr vermeiden, da mich meine Mutter zu oft angsprochen hat und immer etwas in der Luft lag. Wie vermutet, hofft sie, das alles wieder so wird wie früher und ich alsbald wieder arbeiten gehen.

 

Das ich bald wieder Arbeiten gehen kann, das hoffe ich selbst auch. ABER es wird auf keinen Fall mehr wie Früher sein! Das will ich auch nicht mehr, sonst falle ich am Schluss wieder zurück. Nein, alles wird anders werden, darauf werde ich achten.

 

Diverse Kleinigkeiten haben in den letzten Wochen den Geist aufgegeben und ich muss entweder um Unterstützung bitten oder verzichten. Meine Senso ist nach über 10 Jahren kaputt gegangen. Seit drei Wochen gibt es nur noch löslichen Kaffee. Wir warten jetzt noch bis Ende November und dann leisten wir uns evlt. einen einkreisigen Siebträger für den Hausgebrauch, inkl. einer guten Mahlmaschine.

 

Mein Handy habe ich aus Versehen gestern zerlegt. Es hat inzwischen den dritten Ersatzakku von mir eingebaut bekommen. Der Fingerprint funktioniert schon lange nicht mehr. Und jetzt ist seit gestern auch das Display so zerbrochen, das nichts mehr geht. Hmmm, entweder es kommt ein Gebrauchtes, oder ein China-Handy in Frage. Alles andere geht nicht.

 

Mein Laptop zuckelt schon seit fast 2 Jahren am Abgrund entlang. Er wird regelmässig geöffnet und gereinigt. Und trotzdem läuft der Lüfter inzwischen ununterbrochen. Herunterfahren und wieder Hochfahren wird zum Glücksspiel. Manchmal brauche ich inzwischen mehrere Versuche, bis er schlussendlich wieder hochgefahren ist. Auch hier ist absehbar, das es einen Neuen braucht.

 

Evlt. bekommt mein Lebensgefährte einen neuen Laptop und ich übernehme seinen uralt stationären PC, der zwar echt alt ist, aber noch einwandfrei läuft. Ich bin schon dankbar, aber es fällt mir auch schwer das so hinzunehmen.

 

Von daher will ich schon von ganz alleine wieder auf die Beine kommen, wie auch immer.

 

So, und jetzt komme ich glaube ich erst mal unter die Bettdecke.

 

 

 

 

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