WHO Countdown läuft

Jetzt ist es dann also soweit, der WHO Countdown für meine Straffungs-OP an den Brüsten hat begonnen. Ab Mitternacht muss ich Nahrungsmittel- und Getränkefrei bleiben. Das dürfte kein Problem sein, den um diese Uhrzeit lieg ich inzwischen meist im Bett.

Gestern habe ich mich schon im Krankenhaus angemeldet und den Papierkram erledigt. Die Narkose wurde besprochen und das Blut gezapft. Ich wurde ordnungsgemäß über die OP und die Risiken aufgeklärt und mein gestraffter Bauch und die Narbe wurden ein weiteres Mal unter die Lupe genommen.

 

Jetzt sieht es so aus. An den Hüften wird noch etwas Fett abgesaugt, damit die Unterbauchnarbe nicht wieder spannt. Es werden noch ein paar Zentimeter vom Unterbauch genommen und dann sollte er die nächsten Monate auch flach sein. Gut, dann drückt die Unterwäsche nicht mehr, weil im Moment rollt sich alles auf die Naht herunter. Der Bauch ist nämlich gut prall, durch das restliche Wundwasser.

 

Bei den Brüsten wird aller Wahrscheinlichkeit ein Ankerschnitt nötig, weil soviel übrige Hautlappen zu entfernen sind. Das heißt, es wird die Haut um die Brustwarze gelocker und mittig nach unten geschnitten. Unter der Brust wird noch ein halbrunder Schnitt von links nach rechts gezogen. Und dann wird von der Breite und der Länge die überschüssige Haut entfernt. Am Schluss kommen noch zwei kleine Impantate in die Brust, so das ich wieder ein C-Körbchen habe.

 

Ein heikle OP, vor allem um die Brustwarzen herum, das darf man auf keinen Fall vergessen und mir ist das auch sehr bewusst. Aber inzwischen habe ich auch in der kalten Jahreszeit rote, gereizte Haut an den Brüsten. So auch wieder seit heute Morgen, dieses Mal die linke Brust. Rote Flecken, es juckt unheimlich. Das kommt davon, weil sich die überschüssige Haut im BH faltet und man dort zu schwitzen beginnt.

 

Kurzum, ich freue mich wirklich auf die OP. Das diese unangenehme Schwitzerei ein Ende hat. Das die BHs endlich ordentlich sitzen und das Brustgewebe nicht einfach aus den Körbchen rutscht. Das passiert inzwischen auch ohne Bücken, weil alles einfach sehr leer und ausgeleiert ist. Einfach kein Inhalt mehr, der etwas Halt gibt. Und ja, ich freue mich auch wieder auf einen schönen, prallen Busen der natürlich aussieht.

 

Das heißt: die kleinen Silikonkissen werden über den Brustmuskel angebracht und nicht darunter. Dadurch hat es auch nicht diesen unnatürlichen Rand und so ein Maufgeblasenes Dekolleté. Der Brust bleibt einfach der Schwerkraft unterlegen und ist lediglich wieder gut gefüllt.

 

Die Silikonkissen stören auch nicht, wenn man ein Brustscreeing macht, was mir sehr wichtig ist. Brustkrebs ist die häuftigste Krebsart bei Frauen über 50 und ich mache regelmässige Vorsorge.

 

Nebenbei habe ich gestern auch noch die ersten Dinge für meinen Aufenthalt in der Psychosomatischen Rehaklinik angepackt. Die Arbeitsagentur will informiert werden und die bestehen auf das Schreiben der Klinik. Die Klinik wiederum sagt, das die Arbeitsagentur kein Recht darauf hat, weil dies unter Datenschutz fällt. Egal, ich habe das Schreiben eh nicht mehr zur Hand. Irgendwie habe ich das in den letzten 2 Wochen verlegt, entsorgt oder was weiß ich was. Ich kann es nicht finden und ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern.

 

Jetzt bekomme ich erst einmal das Schreiben nochmals zugeschickt, den ich brauche die Angaben ja auch für mich. Der Arbeitsagentur schicke ich eine ausgeschwärzte Kopie, den in der Tat, sie müssen nicht alles wissen.

 

Außerdem war ich einige Anziehsachen kaufen, weil viele Oberteile zum Beispiel mal wieder so kleine Löchlein vom Reißverschluss bekommen habe. Ich dachte immer, das liegt daran weil ich zu dick war. Oh nein, die Löcher bekomme ich immer noch, auch jetzt wo ich deutlich schmaler bin.

 

Ein paar Sporthosen mussten auch noch sein, weil in der Therapie viel Sport auf der Tagesordnung steht. Hoffentlich nicht wieder schnelles Biken im geschlossenen Raum. Der riecht nämlich trotz Lüften immer nach dem Schweiß der Vorgruppe. Bäh.

 

Beim Arzt habe ich mich gestern gleich mal erkundigt. Sport ja und gerne, aber trotzdem in Maßen, weil die OP dann ja erst 3 Wochen her ist.

 

Auf alle Fälle liegen schon die Kopien bereit, von all meinen Trainingsgeräte, die ich momentan bei Kieser auf dem Plan habe. Die Trainer waren so nett und haben mir ein Buch zum kopieren ausgeliehen.So weiß der Trainer in meiner Reha genau, wo ich stehe und wie ich am Besten wieder einsteige nach der OP.

 

Langsam beginne ich mich darauf zu freuen, wenn nur die 5 Wochen von zu Hause weg nicht wären. So weit, das liegt mir nicht mehr. Aber genau darum will ich das angreifen, ich bin zu eingefahren und es wird mir mit Sicherheit besser und mehr Gut tun, als es mir jetzt bewusst ist.

 

Aber jetzt mache ich mich erst mal auf die Socken. Morgen früh um 7:00 Uhr muss ich Krankenhaus zum Appell einrücken. Koffer auspacken, OP-Hemdchen und das nette Netzhöschen überziehen und dann geht die Warterei los. Ich stehe als zweite Patientin auf dem OP-Plan. Was aber erst einmal nichts heißen will, den es können ja immer Not-OPs dazwischen kommen.

 

Der eBook Reader ist gut befüllt, so das ich mir die Zeit gut vertreiben kann. Dank Anti-Depressiva brauche ich auch keine LMAA-Tabletten, weil ich eh ruhig gestellt bin. Montag oder Dienstag darf ich dann wieder nach Hause, wenn alles nach Plan läuft.

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