Anspannung macht sich bemerkbar

Jetzt bahnt sie sich ihren Weg durch mich hindurch - die Anspannung. Am Mittwoch den 1. November rücke ich in die Psychosomatische Klinik ein. Auf der einen Seite freue ich mich total, 5 Wochen Haushaltsfrei bis auf meine eigene Wäsche waschen. Und Einzelgespräche die mich hoffentlich weiter bringen. Ich kann mich in Yoga ausprobieren, darf Malen und Töpfern.

 

Gleichzeitig das alte Problem. 5 Wochen von zu Hause weg, ohne meine vertrauten Menschen und Tiere um mich herum. Und ich bürste mich innerlich immer mal wieder auf Krawall, weil ich mich jetzt schon nicht unterordnen will.

Diese Krawallseite rufe ich innerlich auch immer wieder zur Ordnung auf. Den ich will offen sein für das was kommt und alles herausholen, was geht.

 

Die Anspannung bahnt sich trotzdem ihren Weg und meine Lösungsansätze sind erstaunlich altmodisch.

Ich treffe die alten Bekannten: Chips, Schokolade und Gummibärchen.

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Gestern hatten wir quasi eine Marathonbesprechung und haben den ganzen Tag miteinander verbracht. 1 Tafel Ritter Sport "Volle Nuss", eine dreiviertel Packung Pringles Orginal, 1 Tüte Milchbärchen. Und das alles schön von Morgens bis Abends verteilt. Ich hab´s schlussendlich sein gelassen, das schlechte Gewissen und mich damit oberflächlich beruhigt. Auch wenn ich weiß, das es wenig Sinn gemacht hat. Heute wird mir schon schlecht von dem Gedanken, das ich das wieder essen sollte. Also alles ist gut an der "Essfront".

 

Außerdem habe ich gestern zweieinhalb Stunden bei meinem Freund ausgeholfen. Körperlich nichts schweres. Ich habe eine Lieferung auf Qualität kontrolliert. Das hieß für zweieinhalb Stunden volle Konzentration und ein sehr genaues Auge.

 

Dort wo er sich eingemietet hat, laufen ständig Maschinen. Es arbeiten sicherlich um die 60 Menschen in einer großen, hohen Halle und ständig läuft ein Radio. Ein Gewusel ohne Ende und jede Menge Nebengeräusche, auch wenn wir einen abgegrenzten Raum haben. Die Wände gehen halt nicht bis an die Decke, sondern sind ca. 3 Meter hoch. Industriehallen sind in der Regel ja um einiges höher, also gibts es im abgetrennten Raum keinerlei Lärmschutz.

 

Bewußt nehme ich diese Geräuschkulisse nicht als negativ wahr. Aber ich stand die kompletten zweieinhalb Stunden so unter Anspannung, das ich ja nicht´s übersehe. Ich war groggy danach!

Zu Hause angekommen, die Stille um mich, weil alleine im Haus, hätte ich einfach nur noch losheulen können. Ich war so erschöpft, das ich trotz Wärmflasche und warmer Decke nicht zur Ruhe kommen konnte. Kein erholsames Nickerchen für mich, um neue Energie aufzudanken.

 

Wie erschöpft bin ich in solchen Momenten?

  • ich bin zu müde, um ein spannendes Buch weiter zu lesen
  • ich bin zu müde, um mich vom Fernseher berieseln zu lassen
  • ich bin zu müde, um meinen Kater der neben mir liegt zu streicheln
  • ich bin zu müde um im Internet zu surfen
  • ja, ich bin sogar zu müde um klare, weiterführende Gedanken zu fassen

Und so habe ich gestern eine knappe Stunde da gelegen, die Augen zu und die Gedanken einfach nur durch meinen Kopf wehen lassen. Keinen einzigen habe ich, glaube ich angehalten. Ich konnte mich auch nicht erinnern, was mir alles durch den Kopf ging, in der Stunde auf der Couch.

 

Am Abend hätte ich dann meine Leihtochter zur Fahrschule bringen sollen. Zum Glück war sie selbst außer Gefecht gesetzt und hat sich mit einer Schmerztablette ins Bett verkrochen. Sonst versuche ich immer noch, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Dieses Mal war ich heilfroh und habe mich selbst ins Obergeschoss zurück verzogen.

 

Mein Mann kam dann erst sehr spät Abends von einem Geschäftspartner nach Hause. Wir haben uns noch ein halbes Stündchen unterhalten und ich bin dann endlich totmüde ins Bett gekrochen. Bis auf eine kurze Katzenunterbrechung heute Nacht, habe ich bis kurz vor 8 Uhr durchgeschlafen. Jetzt ist es kurz vor halb Zehn und ich bin schon wieder erschöpft.

 

Im Haushalt ist die Basis gemacht und ich kämpfe gerade mit mir, das ich mich nicht hinlege. Ich will die Müdigkeit besiegen, mit Bewegung im Haushalt. Raus geht gerade sehr schlecht, hier regnet es in Strömen.

 

Ach ja, die Katzenunterbrechung. Unser Kater wollte uns heute Nacht einen wahrhaft tollen Hauptgang servieren. Vogel gerupft und schon mal vorfilitiert. ;-) Natürlich artgerecht in der Küche zubereitet und dort am Boden für uns serviert.

 

Überhaupt sind die 3 Kater gerade sehr jagdaktiv. 5 Mäuse an einem Tag im Garten, muss Vorratshalterung gewesen sein, den die lagen alle auf einem Haufen. Vor ein paar Tagen dann eine Rate im Blumenbeet, direkt vor dem Fenster am Esstisch und eine Minimaus im Esszimmer.

 

Die Armen könnten ja verhungern! Oh Man(n) - ich finde jagdaktive Kater blöd.

 

Waschmaschine für Montag, Dienstag schon für mich vorblockiert. Einkaufsliste für die 5 Wochen Reha begonnen. Meinem Mann gesagt, das ich im Dienstag für Nichts zu haben bin, außer für meine eigenen Belange.

 

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