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Anreisetag

Seit kurz nach 13:00 Uhr bin ich nun angekommen. Wir haben uns vorher noch ein ruhiges Mittagessen zu Zweit gegönnt. Aber mit jedem Kilometer näher am Ziel bin ich ruhiger und ruhiger geworden. Und zwar nicht die Nerven, sondern mein Mundwerk.

 

Die ersten Eindrücke sind nicht gut, aber das war auf Grund meiner Einstellung nicht anders zu erwarten. Ich habe, ich kann das die nächsten Tage revidieren.

Der Komplex besteht aus 5 Gebäuden, welche miteinander verbunden sind. Ich bin im ältesten Bereich und außerhalb der Station untergebracht. Altbau eben nicht mehr vom Allerfeinsten. Mein Teppich im Zimmer ist alt, abgelaufen und hat einige große Flecken. Der Stuhl ist zerschlissen und die Möbel abgenutzt. Das Bad ist eine kleine, dunkle Nasszelle mit einer Dusche, die schon bessere Tage gesehen hat.

 

Alles in Allem für mich erst einmal eine deprimierende Umgebung. Ich stehe nun mal nicht auf blassgelbe Krankenhausflure mit hellgrauem Nadelfilz oder Plastikboden. Die Ärztinnen, welche ich bisher kennengelernt habe, sind übernett und säuseln nett gemeint vor sich hin. Sicherlich, um Neuankömmlingen wie mich, das Gefühl von "Willkommen" zu geben.

 

Aber gut, ich weiß auch, das ich schwer zu knacken bin. Im unbekannten Internet schreibt es sich leichter. So Auge in Auge rede ich nur ungern über mein Inneres.

 

Die ersten Termine hatte ich schon, gleich folgt noch ein letzter. Für Morgen habe ich auch schon drei Termine auf dem Plan stehen. Aber alles noch im Kennenlern-Modus. Ab Freitag geht es dann ans Eingemachte. Ich kann mich erinnern, das ich teilweise 5 oder mehr Termine je Tag hatte, in der anderen Psychosomatischen Klinik.

 

Was mich extrem positiv überrascht - ich bin Herrin meiner eigenen Medikamente. Sprich ich muss sie nicht irgendwo zu einer bestimmten Uhrzeit vor der Krankenschwester schlucken. Das erleichtert mich schon mal sehr.

 

Da ich ja etwas später dran war, wegen des gemeinsamen Mittagessens, habe ich meine Mitstreiter noch nicht kennengelernt. Das hole ich jetzt um 19:00 Uhr nach, wenn wir eine Vorstellungsrunde durchs Haus gehen, damit wir uns zukünftig zu Recht finden werden.

 

Die nächsten Tage muss ich mir einen Surfstick besorgen. Will ja einen ohne Laufzeit, den jetzt hält gerade mein Handy als Surfspot her. Mein alter Stick ist leider gekündigt, das wußte ich gar nicht. Mal sehen, was ich hier so ergattern kann. Otelo würde hier schon mal sehr guten Empfang haben. Vielleicht findet sich da ja etwas.

 

So, dann will ich mich mal sammeln und mich auf die Hausrunde mit den anderen vorbereiten.

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