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Endlich geht es los!

Nun geht es also ans Eingemacht und die Masken werden langsam abgelegt. Nach dem Früstück fand die Morgenrunde der Station statt. Hier wird Orginisatorisches besprochen, wie zum Beispiel extra Termin oder von der Station organisierte Unternehmungen an den Samstagen.

Außerdem hatte ich heute Vormittag meine erste Basis-Runde. Das heißt, es treffen sich all die Patienten von meiner Station, welche die gleiche Bezugstherapeutin haben. Hier wird dann an allem Unterbewußten gearbeitet und nicht am eigentlichen Thema. Also eher das Drumherum, das alle Patienten unabhängig von ihrem Krankheitsgrund haben, beschäftigt.

 

Also zum Beispiel: wie lerne ich "Nein" zu sagen, ohne ein schlechtes Gewissen und warum und wie haben wir uns das "Nein sagen" z.B. abtrainiert. Die Themen geben die Patienten selbst vor. Jeder der ein Thema hat, wirft es in die Runde und die Runde entscheidet gemeinsam, welches der Themen bearbeitet wird.

 

Ich ging also so ziemlich verunsichert in die erste Runde heute. Da geht es an die Substanz und es fliessen so einige Tränen, das man teilweise einfach nur so mitweint.

 

Und dann habe ich auch meinen Therapieplan bekommen. Noch fehlen einige Termine, die ich selbst vereinbaren muss, die für meine Depression auch wichtig sind, aber eher als Unterstüzung gesehen werden. Zum Beispiel habe ich ab jetzt eine Konzentrationstherapie, weil ich mich nur noch für eine begrenzte Zeit konzentrieren kann und dann agressiv werde.

 

Dann ist da noch die berufliche Therapie, wo man bespricht, welche Möglichkeiten es für mich gäbe. Immer meine derzeitige Situation im Auge. Davon erhoffe ich mir natürlich am meisten.

 

Meinen Frühsport und den Depri-Sport (so nennt sich das hier wirklich) musste ich streichen. Ehrlich gesagt bin ich da drum nicht böse. Das ist jeweils Gemeinschafts- oder Teamsport, den ich nicht ganz so sehr mag. Na, Gemeinschaftssport schon, aber keinen Teamsport wie Handball oder so. Da hier aber auch gejoggt wird, viel mit dem Ball gemacht wird und so, darf ich wegen der Brust-OP nicht mitmachen. Ich habe stattdessen *jubel,jubel,jubel* angeleitetes Krafttraining - erst einmal für Beine und unteren Bauch-und Rückenbereich. Später kommt natürlich noch der Oberkörper dazu.

 

Was für mich neu ist, ist Feldenkrais. Darunter kann ich mir im Augenblick noch gar nichts vorstellen, aber das ist ein Thema für mein Entdeckungsjahr. ;-)

 

Wassersport geht leider auch noch nicht, weil die Brustwarzen noch nicht ganz verheilt sind. Aber in ein bis zwei Wochen sieht das anders aus.

 

Und ich habe dieses Mal das Glück, das ich in Ergotherapie darf. Ich darf mit Specksteinen arbeiten, mit Ton töpfern und durch Malen auf den Grund meiner Depressionen gehen. Es heißt, hier bekommt man leichter ein Zugang, ich kann mir das noch nicht so ganz vorstellen. Ist aber auch toll, weil es noch etwas neues für meine Entdeckungsreise ist.

 

Jetzt habe ich heute Abend erst mal eine 1-stündige Einführung ins Krafttraining und danach haben alle Patienten ein therapiefreies Wochenende. Ich werde meines mit "in die Stadt gehen" versüßen.

 

 

 

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