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Erstes Zusammenfinden

Ich lebe mich ein und damit ist alles nur noch halb so schlimm, wie am ersten Tag. Und so sitze ich seit gestern immer mit den beiden gleichen Damen am Tisch, die auch mit mir angekommen sind. Ist ein schönes Gefühl, wenn man irgendwie zu einem kleinen Verband gehört und nicht mehr alleine im Speisesaal sitzt und vor sich hin isst.

Die beiden Frauen sind ungefähr in meinem Alter und uns verbindet die gleiche Krankheit. Das ist ja schon mal eine nette Basis. Ansonsten rede ich sie schon Morgens beim Frühstück in Grund und Boden und das ist weder beim Mittagessen noch beim Abendessen anders.

 

Habe heute schon mal vorsichtig nachgefragt, ob ihnen meine Labberei nicht zuviel wird. Zum Glück haben das Beide verneint.

 

Im Allgemeinen sind meine Mitpatienten auf den ersten Blick durchwegs nett. Natürlich verstehe ich mich auch sehr gut mit der Mitstreiterin, die den Therapiehund dabei hat. Und ich habe auch bemerkt, das der Hund seine Aufgabe nicht verfehlt. Man hat was zum kuscheln und knutschen und die Hündin lässt das alles mit sich machen und scheint es auch zu geniessen.

 

Ich freue mich, wenn wir in ein paar Jahren mal einen eigenen Hund haben werden.

 

Ich hatte Heute noch ein paar Besorgungen in der Stadt zu machen. Das war ganz gut. Erst sind wir Morgens gemeinsam in die Stadt maschiert  für die Stationsaktivität (Pflichtprogramm und gehört zur Therapie) Wir sind in ein Teehaus mit einer tollen Wohlfühl-Atmosphäre gegangen. Nach dem wir bezahlt haben, bin ich alleine noch in der Stadt geblieben.

 

Ich hatte noch einige Besorgungen für den Aufenthalt zu machen. Unter anderen eine Uhr für mein Handgelenk, damit ich nicht ständig das Handy zücken muss, während der laufenden Therapiestunden.

Ich bin ziemlich weit gelaufen, einfach um mal den Stadtkern etwas kennen zu lernen und evlt. zu sehen, wo ich mit meinen Besuchern hin kann.

 

Eh ich mich versah war es schon Nachmittag und ich habe mir ein Stück Pizza beim Bäcker gekauft.

Insgesamt war ich dreieinhalb Stunden auf den Beinen und nur am Laufen. So nebenbei in der Fußgängerzone bekommt man es nicht so mit. Aber als ich dann endlich im Bus saß, mir tat ja alles weh.

Ich war danach so groggy das ich glatt 1 Stunde tief und fest geschlafen habe.

 

Morgen stehen zu meiner Freude keine geplanten Aktivitäten an und ich habe den kompletten Tag zur freien Verfügung. Ich freu mich drauf.

 

Was ich allerdings sehr vermisse, das sind die Gespräche am Abend mit meinem Schatz. Das gemeinsame Kochen mit meiner geliehenen Tochter. Meine drei Pelzjäger vermisse ich auch tierisch und ich freu mich jetzt schon wieder auf´s streicheln dürfen.

 

Ansonsten geht es mir gerade gut und ich bin positv gestimmt. Ich habe das Gefühl, das ich seit der Verhaltenstherapie endlich mal wieder aktiv was gegen mein blaues Deprimonsterlein unternehme.

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