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Lang, lang ist es her ...

Heute Vormittag hatten wir wieder unsere Stationsaktivität. Dieses Mal war Weihnachtsbasteln mit viel Naturmaterialien angesagt. Danach war mir nicht, also habe ich meine komplette Mandala-Mal-Ausstattung mitgebracht und vor mich hingemalt. Lang, lang ist es her und ich habe vergessen wie schön das für mich ist. Ich habe hier ja einen ganzen Laden mit verschiedenen Stiften und Mandalablöcken und Büchern. Uns so ergab es sich, das ich mit zwei neuen Frauen am Malen war und wir ins erzählen kamen.

Frauen, die ich im Alltag nie treffen würde und wenn, wir würden sicherlich aneinander vorbei gehen. So unterschiedlich vom Alter, Äußeren und Charakter. Und es war interessant und wunderschön. Um uns herum unsere Stationsmänner, die wirklich teilweise das erste Mal in ihrem Leben mit Ästen und Zweigen Weihnachtlich gebastelt haben. Die ganzen Frauen, die hilfreich ein Schleifchen hie und da gebunden haben. Hach herrlich .... sie sind mir fast alle ans Herz gewachsen und mit der ein oder anderen hat sich eine zarte Freundschaft entwickelt.

 

Nach dem Basteln bin ich in die Stadt und habe mich nochmals mit neuen Glitzergelstiften und weiteren Mandala-Postkartenbüchern eingedeckt. Und so habe ich heute vom späten Nachmittag bis in den Abend hinein Hörbuch gehört und nebenbei Mandals ausgemalt und zwei Waschmaschinen bestückt.

 

Jetzt riecht es hier nach frischer Wäsche und ich bin vollkommen bei mir angekommen. Alles so friedlich und still in mir, wie seit langem nicht mehr. Mandalas malen macht meinen Kopf frei und die Gedanken kreisen nicht, sondern fliessen einfach durch mich hindurch. Wenn dann noch ein spannendes Hörbuch läuft, besser geht es einfach nicht für mich.

 

(Aus)malen kommt auf alle Fälle wieder auf meinen ToDo Liste für zu Hause. Ich will mir jeden Tag eine feste Zeit einplan, wo ich nur etwas für mich tue. Aktiv tue, nicht TV gucken oder im Internet surfen. Nein, ich meine Male, Stricken, Häkeln und mit Perlen basteln. Ich denke, da gibt es noch soviel für mich zu entdecken, was mich komplett zur Ruhe kommen lässt. Wie konnte ich das nur so in den Hindergrund drängen und vergessen.

 

Morgen kommt mein Schatz. Inzwischen bin ich knapp 4 Wochen hier in REHA und ich vermisse ihn nun unendlich. Morgen also noch einmal als Besuch und das nächste Mal fahre ich dann mit nach Hause. Wir schmieden schon fleissig Pläne, was die ersten Tage zu Hause ansteht. Aber das gibt es ja diesen einen, bekannte Spruch.

 

"Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann erzähle ihn von deinen Plänen."

 

Wäre aber schade, den es sind keine Arbeitspläne. Wir wollen unbedingt auf den Bamberger Weihnachtsmarkt. Der Forchheimer ist eh klar, ist unsere Anlaufstelle in der Zeit, für das ein oder andere Abendessen.

 

Lothar hat einen großen Laden in Bamberg entdeckt, dort hat er heute für seine Kunden Glühwein gekauft. Er ist ganz begeistert und will unbedingt mit mir in diese Glühweihnmanufaktur. Hört sich gut an für mich, das kann man gleich mit einem netten Nachmittag durch Bambergs Altstadt verbinden. Dort bummelt es sich wunderbar, mit all den verwunschenen Gässchen und windschiefen Häusern.

 

Ich möchte unser Haus weihnachtlich dekorieren. Nicht viel, aber warme Lichter in den Fenstern gehören für mich einfach zur Weihnachtszeit. Ebenso das Adventsgesteck und ab dem 23.12. der Weihnachtsbaum.

 

Und dann will ich ja einen Stollen für uns backen und zwei oder drei Sorten Plätzchen. Nicht zuviel, weil man ja eh aus allen Ecken damit beschenkt wird. Aber so, das es einfach in unserem Haus auch nach Weihnachten und stade Zeit duftet.

 

Montag geht es dann los, mein Praktikum in der Rheuma-Klinik. Ich habe mal auf Google Maps nachgesehen. Gerade mal 15 Minuten Fußläufig von hier, wird es also ein netter Morgen-und Mittagsspaziergang werden.

 

Ich bin natürlich schon aufgeregt. Wie das wohl sein wird, nach über zwei Jahren wieder in der Arbeitsfeld zu sein. Wenn auch nur für 5 Tage. Werde ich die 4 Stunden an den 5 Tagen durchhalten? Wie wird meine Konzentration sein? Kann ich an den Nachmittagen noch die Therapien ableisten?

Eine spannende Woche liegt vor mir, der eine erholsamere letzte Woche folgen wird. Es liegen nicht mehr viele Pflichttermine für mich an, in der letzten Woche. Ich werde viel Zeit zum Nachdenken haben und versuchen mir meine berufliche Zukunft etwas detaillierter vorzustellen.

 

 

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