· 

Wieder zu Hause

Ein tolles Gefühl, endlich wieder zu Hause zu sein. Einer meiner Kater hatte die ersten Stunden Angst vor mir, das hat sich inzwischen natürlich gegeben.

 

Die letzten Tage waren ausgefüllt mit Aufräumen, Putzen, Einkaufen und den ersten Weihnachts-plätzchen. Die Bandscheibe hat gestern dann richtig arg gezwickt, ist ständig rein und raus. So das ich während des Gehens oft in die Hocke gehen musste.

Ich bin dann am Abend zu meinem Hausarzt und der hat mich fit gespritzt. Jetzt bin ich komplett schmerzfrei, soll aber heute noch nicht Trainieren gehen. Hatte mich schon gefreut, aber auf die paar Tage kommt es nun auch wieder nicht an.

 

Ich bin froh wieder hier zu sein. Ich habe sie alle unendlich vermisst. Mann, Kind und die drei Kater. Auch mein Zuhause, mein Bett und meine Küche. Einiges wurde umgestellt, andere Möbelkleinteile kamen hinzu. Und ich habe wieder angefangen nach meinem Küchenschrank-System umzusortieren. ;-)

 

Die 6 Wochen REHA waren sehr gut zu mir und ich bin froh, das ich endlich soweit war. Der ganz normale Alltag hat mich zwar schon wieder gut im Griff, aber ich kann das jetzt gut abfangen im Augenblick. Was ich für mich merke ist, das ich die letzten zweieinhalb Wochen in der REHA deutlich ruhiger geworden bin. Dinge die nicht nach Plan gingen, haben mich nicht mehr aus dem Tritt gebracht. Wenn es kleine Hindernisse gegeben hat, habe ich nicht um die Probleme gekreist, sondern Lösungsansätze gesucht und gefunden. Also wenn es um praktische Probleme ging, wie Terminüberschneidungen, Papiere die gebraucht werden und solche Dinge. Ich finde das nach 6 Wochen REHA einen riesigen Schritt für mich.

 

Auch zu Hause läuft es gerade so. Praktische Probleme werden gelöst und nicht zu einem Elefanten aufgebauscht. Ich bin ein Stück weit wieder ich selbst, so wie ich mich von vor der Depression kenne. Diagnostiziert wurde eine noch andaunernde Mittelgradie Depression für den Moment. Ich bin allerdings auf eigenen Wunsch gesund geschrieben worden, da ich ja weiterbildende Module von der Rentenversicherung eingereicht habe. Wie immer bin ich nun zwar arbeitslos gemeldet, aber darf nicht in die Vermittlung.

 

Die haben eine ganze Latte in der Klinik gefunden, wenn man das liest, meint man das man für Nichts mehr einsatzfähig ist. Was natürlich überhaupt nicht stimmt, man muss nur das Richtige finden und die richtige Arbeitszeiten für sich erhausfinden.

 

Um weiterhin von der REHA zu profitieren, habe ich einen VHS-Kurs gebucht, der Anfang Januar beginnt. Dort wird Autogenes Training und PMR nach Jakobson unterrichtet. Ich freue mich schon darauf. Ein erster Schritt beides noch einmal auszuprobieren um dann zu entscheiden, ob ich mir das nebenbei Beruflich vorstellen kann. Mit meinem Schatz habe ich zu Hause noch einmal das Thema angeschnitten und er findet es inzwischen gut, wenn ich in diese Richtung gehe. Natürlich sind meine Pläne, wie so oft, schon 5 Schritte weiter und ich denke evlt. an die Forbildung für einen Entspannungstherapeuten.

Aber ich versuche mich zu bremsen. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft in der Ferne und nur die Gegenwart kann ich beeinflussen. Und hier habe ich für mich die ersten beruflichen Weichen gestellt.

Denn wenn es das nicht ist, dann ist es einfach etwas anderes.

 

In die Weihnachtsplätzchen Produktion bin ich gestern auch eingestiegen. Die erste Sorte sind Zimtsterne gewesen. Heute mache ich Vanillekipferl, der Teig kühlt gerade im Kühlschrank auf Betriebstemperatur ab. Und für meine Schokocrossies sind die Mandelstifte schön angebräunt und der Krokant darunter gemischt. Muss nur noch die Schokolade schmelzen und mit einem guten Schuss Himbeerbrand verfeinern. Dann habe ich heute zwei weitere Sorten gebacken.

 

Dann stehen die nächsten Tage noch Butterplätchen mit und ohne Marmelade an. Das wars dann auch schon, soll ja nur über Weihnachten sein und vor allem nicht so viel. Habe mich genau an die Portionsangaben gehalten, auch wenn mir das immer so so wenig Teig erscheint. Der Kopf will halt immer noch größere Mengen, unglaublich.

 

In meinem Zuhause ist es nun auch wieder deutlich einfachen was das Essen anbelangt. Gestern gab es Fisch, heute gibt es Fisch und so komme ich wieder ohne Probleme auf die erforderliche Eiweißmenge oder teilweise sogar etwas drüber hinaus.

 

Und dann haben sie hier noch eine Überraschung für mich gehabt. Einer der Männer, die immer mal wieder mit meinem Schatz zusammenarbeiten und Geräte testen ist an einen defekten Vollautomaten gekommen. Er hat ihn repariert und von Grund auf gereinigt. Ich hab das Gerät erst auf den dritten Blick entdeckt und wäre vor Freude fast an die Decke gesprungen. Nun trinke ich seit Mittwoch mehrmals täglich frisch gemahlenen Kaffee aus einem alten Krups Vollautomaten und es schmeckt einfach nur lecker für mich. Ich finde das Geschenk von seinem Geschäftspartner klasse und mein Schatz hat ein neues Spielzeug - auch wenn er keinen Kaffee trinkt. Aber er stellt mir jeden Morgen das Gerät an und lässt die Reinigungstaste laufen. ;-) Herrlich.

 

Überhaupt, unsere Beziehung ist während der REHA um sovieles enger geworden. Ich kann das nicht beschreiben. Inzwischen ist er nicht einmal mehr abgeneigt, unserer Beziehung den kirlichen Segen geben zu lassen. Ich bin praktische Christin und für mich gehört das dazu. Ja, sogar seine bisher strikte Ablehnhaltung für standesamtliche Hochzeit hat abgenommen. Mein Herz öffnet sich und ich würde am liebsten manchmal in ihn rein kriechen. In sovielen Bereichen bin ich die letzten fast 7 Wochen um sovieles weiter gekommen.

 

Mag sein, das die Depression noch nicht vorüber ist, aber ich kann ihr nun mit einem gestärkten Rücken engegen treten. Im Februar habe ich einen Termin mit meinem Psychiater und dann besprechen wir meine Mediation. Ich wünsche mir, das ich das erste Medikament halbieren darf so das ich bis Mitte 2018 alle Anti-Depressiva ausgeschliechen haben. Danach könnte ich bei Bedarf wieder zum verschreibungspflichtigen, hochdosierten Johanniskraut greifen, wenn wirklich nötig. Das hält lediglich die Stimmung auf und spielt nicht mit meinem Serotoninspiegel.

 

Aber auch da, ich lasse es auf mich zukommen und freue mich einfach, das es nun deutliche Schritte gegeben hat für mich.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0