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Ich will an die Wurzel

und um da heran zu kommen, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Es geht um mein Verhältnis zum Essen und entsprechend um meine Essstörung. Mit dem Verstand alleine komme ich dagegen alleine nicht an, ich denke das ich da etwas tiefer graben muss. Ich werde das übernächsten Montag mit meiner Verhaltenstherapeutin besprechen, wie wir da am Besten vorgehen sollten.

Weil das ein Thema ist, was mich im allgemeinen sehr interessiert, habe ich mir auch einige Bücher zugelegt. Unter anderem zwei, die mir in meiner REHA-Klinik empfohlen wurden. Da geht es um mehr Selbstmitgefühl und nicht immer den Drang zu Perfekt oder dann halt gar nicht zu haben. Und es geht um Achtsamtkeit.

 

Außerdem habe ich mir noch ein Hörbuch von einer ehemalig Betroffenen gegönnt, die heute anderen hilft, auch ihrer Essstörung auszubrechen.

 

Nebenbei dann mein Autogenes Training, wo ich dank Übungsbuch schon eine ganze Ecke weiter bin. Ich kann mich inzwischen binnen zwei bis drei Minuten so gut entspannen, das ist unglaublich. Ich übe jede Übung auch wirklich eine Woche oder länger und so gelingt es mir inwischen sogar mit offenen Augen beim Autofahren, meine Muskeln schwer werden zu lassen. Ich mag das und mach es mehrmals am Tag einfach so zwischendurch. Übung macht bekanntlich den Meister und da möchte ich gerne hin.

 

Ich habe mal ein wenig in meiner Kindheit gekramt, ob es da evtuell Auslöser für mein Essverhalten geben könnte und bin schon auf einiges gestoßen. Kann es aber alleine natürlich nicht beurteilen, daher soll mir meine Verhaltenstherapeutin weiterhelfen.

 

Meine Oma hat mir früher immer Schokolade versprochen, wenn ich brav im Bett geblieben bin, während sie Sonntags in die Kirche gegangen ist. Ich war damals noch ein Kleinkind und habe dann eben als Belohnung jedes Mal meine ganze Tafel Lila Schokolade bekommen.

 

Zuhause habe ich seit dem Kindergartenalter das Diätleben meiner Mama mitbekommen. Die akribisch geführte Gewichtskurve über der Waage an der Schlafzimmerwand. Mal gab es die Brigitte Diät (inkl. Bandwurm, weil damals Beef Tatar modern war), dann die Jogurt-Distelöl-Diät, dann die Woche Weintraubendiät. Ich kann mich von klein auf an ein Diätleben im Haushalt erinnern und habe normales Essverhalten nie kennengelernt.

 

Als Jugendliche wurde ich im Bekanntenkreis öfters auf meinen ausladenden Po und den großen Busen angesprochen. Gerne auch von Mitgliedern aus dem eigenen Chor und das auch bei mir der Babyspeck irgendwann weg gehen würde.

 

Ich habe oft heimlich gegessen, obwohl mir essen nie verboten wurde. Aber es gab immer Gute und Schlechte Lebensmittel, was ja Nonsens ist.

 

Meine Mama ist nach meiner Geburt ziemlich bald wieder arbeiten gegangen, weil das Geld für den Hausbau gebraucht wurde. Auch hier wurde ich mit Essen getröstet, damit das damals noch untergewichtige Kindchen auch ja was wird.

 

Als das kann eine Wurzel sein, muss aber nicht. Und selbst wenn das Gründe für mein heutiges Essverhalten sind, wüßte ich von alleine nicht, wie ich sie abstellen sollte.

 

In Zukunft möchte ich für das Autogene Training eigene Formeln erstellen, um mich dabei zu unterstützen, ein besseres Essverhalten zu erlenen. Außerdem esse ich anders, wenn ich entspannter bin. Ich habe dann das Gefühl nicht ständig zum Essen greifen zu müssen.

 

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Morgen Mittag geht es erst einmal nach Richtung NRW. Geburtstag feiern und gleichzeitig das Neue Jahr begrüßen. Das Essen wird sehr Diätfreundlich sein, mit selbstgemachten Rinderburgern, Chilli Con Carne und Salaten. Den Schokobrunnen mit Obst kann ich zum Glück gut aus dem Weg gehen. Außerdem steht viel Tanzen auf dem Plan, das macht Spass und ich komme dabei ordentlich ins Schwitzen. Dem Alkohol will ich wenig Beachtung schenken, da wir am anderen Tag wieder ein paar Hundert Kilometer heimfahren müssen. Das fährt sich nicht so gut mit Suffkopf und einem verdrehten Magen.

 

 

Und dann möchte ich mich hier mal ganz, ganz herzlich bedanken. Ich bekomme viele Nachrichten, das mein Blog regelmässig verfolgt wird. Mein gesamtes Auf und Ab der letzten Jahre ;-), nobody ist halt perfekt. Und ich erst Recht nicht.

 

Hat den jemand auch so eine doofe Essstörung?

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