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Suchtverhalten

Wir hatten gestern interessante Gespräche mit unserem Besuch. Unter anderem ging es auch um das Übergewicht und wie es passieren kann, das man auch über einen BMI von 40 und mehr landet und noch so einiges anderes. Die Bekannten sind beide von Natur aus schlank und essen entsprechend ihrer Körperstatur normal. 

Weiß der Geier wie das Gespräch darauf kam. Ein Wort gab das andere und dann waren wir auch schon mittendrin. Wie man es nicht bemerken kann, das man so dick wird und warum man nicht vorher die Reißleine zieht? Warum man sich nicht einfach mehr bewegt und weniger isst?

 

Alles interessante Fragen, die ich mir selbst oft auch stelle und nur unbefriedigende Antworten darauf bekommen.

 

Ich habe von meinen Versuchen erzählt. Das ich zum Bespiel irgendwann dann schon 2mal die Woche ins Krafttraining bin und mit Lothar jede Woche wandern und Fahrrad fahren war. Das ich auch in meinen dicken Zeiten auf 2 - 4 Stunden intensive Bewegung pro Woche gekommen bin. Was als schwer übergewichtiger Mensch schon alleine des Gewichtes wegen nicht wirklich leicht ist.

 

Aber mit vermehrter Bewegung kam bei mir auch vermehrter Hunger dazu, gerade nach dem Fahrradtouren oder unseren Wanderungen. Also habe ich auch mehr gegessen.

 

Ich habe ehrlich zugegeben, das ich oft auch zum Flaschen gegriffen habe und mir Bratkartoffeln lieber waren, als Pellkartoffeln.Ich kein Kostverächter von Chips war, auch wenn sie nur alle paar Wochen mal auf dem Tisch landeten. Das war mir immer klar, daran ließ sich nie rütteln.

 

Ich habe aber auch von meinen Tagen erzählt, wo ich Kalorien, Punkte was der Geier was ich protokolliert habe. Bei WW durfte ich nur meine Tagesration verbrauchen, mit den zusätzlichen Wochenextra habe ich immer zugenommen. Bei Kalorien durfte ich nicht über 1.500 kcal kommen, sonst stand auch da kontinuierlich mehr auf der Waage.

 

Die OP war ein sehr guter Startschuss für mich, den zumindest geht die Menge nicht mehr. Es wurden mir weit mehr als 1,5 l Volumen vom Magen entfernt. Jetzt habe ich schon ca. 100 ml., wobei er sich wie jeder andere Magen natürlich bis zu einem bestimmten Bereich während des Essens dehnt.

 

Und dann habe ich erzählt, es gibt nur ein Ding das ich seit der OP wirklich sehr bereue. Ich habe wieder mit Süßigkeiten angefangen. Dabei hat mich Anfangs vor Schokolade geekelt, ebenso vor Chips und Co.. Für das Wiederanfangen könnte ich mir Heute oft in den Arsch beißen. Und sie hat mich gefragt warum.

 

Ich habe dann frank und frei zugegeben, das ich wie im Delirium bin, wenn ich mit so einem Mist anfange. Das mir auffällt, das mein Schatz sich gezielt ein oder zwei Rippen Schokolade nimmt und isst, und sie danach auf dem Tisch liegen kann und sie interssiert ihn nicht mehr. Das ich darauf auch eifersüchtig bin und dieses Verhalten auch gerne hätte.

 

Wenn ich weiß das Schokolade im Haus ist, habe ich erzählt, dann ist das ein wirklich harter Kampf für mich. Ich gewinne das Spiel nur selten und erst wenn der Schund weg ist, hat meine Seele und mein Kopf wieder Ruhe. Ich habe gesagt, das ich mir oft wie ein Junkie auf Entzug vorkomme. Wenn ich was in die Finger bekomme, merke ich oftmals gar nicht mehr, das ich das Zeugs inhaliere. Mein Freund bestätigte meine Aussage. Und ich brauche dann oft tagelang, bis ich von dem Zeugs wieder runter bin. Und ich spreche hier nicht von dem 1 Tl im Espresso, sondern wenn es um die Süßigkeiten an sich geht.

 

Und dann sprach sie (sie ist studierte Biologin) und meinte, das jeder Mensch anders ausgeprägte Suchtzentren hätte und das mit dem Entzug dann auch wirklich hinkommen könnte. Inzwischen hätte die Forschung festgestellt, das bei Übergewichtigen Menschen oft etwas nicht mehr diesen Andockstellen für das Serotonin stimmt, oder so ähnlich. Ich kann das überhaupt nicht mehr wiedergeben, aber ja, man kann eine Sucht haben. Und das nicht nur auf Süßigkeiten beschränkt, sondern auch auf andere Nahrungsmittel.

 

Ich möchte diese Sucht nicht und eigentlich heißt das für mich im Umkehrschluss, das ich das nur beenden kann, wenn ich meine Freundschaft mit Süßigkeiten und Co. auch ganz beende. Dann bin ich irgendwann so etwas wie ein trockener Suchtjunkie.

 

Bisher hatte ich immer die Hoffnung, das ich einfach mal auf ein normales Maß herunterfahren kann. Das man das trainieren kann und irgendwann habe ich das so intus, das ich wie mein Freund mit Naschzeugs umgehe. Das wird wohl eher ein Traum bleiben.

 

Ich muss mir überlegen, wie wichtig mir der Geschmack von Süßigkeiten ist und ob es mir wert ist, dafür jedes Mal wieder einen kleinen Zuckerentzug durchzumachen. Oder ob ich es nicht gleich bleiben lasse.  Für´s Erste will ich das erst Mal sacken lassen und dann mal drüber nachdenken. Im Moment haben wir nichts dergleichen im Haus und so fällt es mir sehr leicht.

 

Ansonsten läuft es gut. Gestern Abend gab es ja den Fangfrischen Saibling aus dem Ofen und heute habe ich die erste Fischsuppe meines Lebens gekocht. Auch sehr lecker gewesen. Bin gut satt und weiß, das ich dabei echt leicht gegessen habe und es mich und meinen Magen nicht belastet. So geht es jetzt dann auch ins Kieser Training.

 

Morgen dann endlich der letzte Feiertag. Wir haben ja noch die Heiligen Drei Könige als Feiertag hier. Wir treffen uns alle bei meiner Familie zum Essen.

 

Noch ein schönes Wochenende ;-) ich geh nach dem Training erst mal für 2 Stunden in die Sauna und erhole meine Muskeln.

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