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Manchmal frag ich mich, ob ich noch ....

... ganz sauber bin.

Ich wollte nie wieder zunehmen. Ich wollte nie mehr Diäten! Ich wollte nie mehr Shaken! Ich wollte nie mehr in Extreme fallen!

 

Nie mehr ist einfach ein zu großes Vorhaben für mich und nicht erfüllbar.

 

Gestern habe ich entschieden das ich ein bis zwei Mahlzeiten durch Shakes ersetzten will und habe heute mit der Umsetzung angefangen. Also alles wieder auf Anfang. Warum sehe ich solche Extreme immer als den einzigen Lösungsansatz bei mir selbst? Ich weiß ganz genau, das es kein guter Weg ist, das es bessere Wege gibt. Und trotzdem bin ich gerade wieder auf "Los" zurück gegangen.

Klar, es ist schon eine Verbesserung, das ich mir neben den zwei Shakes ein normales Abendessen erlaube und ich für zwischendrin mit Obst und Gemüse vorgesorgt habe. Mich könnte ja der Hunger überfallen. Das tut er natürlich nicht, auf Grund meines kleineren Magenvolumens. Aber sicher ist sicher, das habe ich einfach noch nicht aus mir heraus bekommen.

 

Leider vertrage ich die eine Sorte Shakes nicht und hatte heute zweimal ein Dumping davon. Morgen versuche ich mal den anderen, mit den sehr wenigen Kohlenhydraten, aber dafür umso mehr Eiweiß. Vielleicht sind ja die Kohlenhydrate das Problem.

 

Wobei das größte Problem scheine mal wieder ich selbst zu sein. Den selbst trotz den Dumpings danach will mein "egoistisches Ich" nicht einsehen, es sein zu lassen. Ich habe mir vorgenommen so zwei bis drei Kilos mit den Shakes zu verlieren. Ganz nebenbei verliere ich aber gleichzeitig den Glauben in meine Vernunft. Ich bin von einem normalen Essverhalten soweit entfernt, wie von einem Date mit Prinz Harry.

 

Bin gerade jetzt am überlegen, ob ich meine Verhaltenstherapeutin sein lasse und mich auf eine Ernährungstherapie spezialisiere. Ich möchte einfach nur noch ein normales Essverhalten erreichen und weiß einfach nicht wie. Ich bin total überfordert mit mir selbst. Ich verfallen einfach von einem Extrem ins andere, weil ich das die letzten 20 Diät-Jahre so praktiziert habe.

 

Das macht mich gerade sehr traurig und ich will auch gar nicht mit meinem Freund darüber sprechen. Ich scheine für mich viel zu wenige Schritte weiter gekommen zu sein, als vor der OP. Gut, einige Dinge haben sich wirklich eingespielt. Aber da ist noch soviel zu tun, um ein normales Ess-Leben führen zu können. Alleine, habe ich gerade das Gefühl, schaffe ich das nicht.

 

Auf den heutigen Tag blicke ich trotzdem stolz zurück. Morgens und Mittags ein Eiweißshake. Nachmittags eine Mandarine. Zum Abendessen 1 Roggenbrötchen mit Camenbert / Kalbsleberwurst und einer rohen Paprika. Zwischendurch 2 Kaffee und natürlich kalorienfreie Getränke.

 

Ich war die ganze Zeit satt, was wichtig für mich ist. Mit dem Abendessen habe ich mir die komplette Befriedigung geholt. Habe gegessen, auf was ich wirklich viel Lust hatte.

 

Ich werde jetzt nebenbei recherchieren, wo es in der Nähe eine ambulante Esstherapie gibt. Ich brauche angeleitete Verhaltensmuster und möchte nebenbei Kochen dürfen, was bei Esstherapien meist der Fall ist. Außerdem hätte ich das gerne in einer Gruppentherapie mit anderen erwachsenen Frauen, um mich austauschen zu können. Es muss einen für mich gangbaren Weg gehen, den ich will das Thema Essen nicht bis an mein Lebensende mit durchschleppen müssen. Es gibt eindeutig Wichtigeres im Leben, also auf gehts.

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