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Rundumblick zwischendurch

So, jetzt wurde es also das Erste mal ausgesprochen - Rente auf Zeit. Schatzi, keine Ahnung, muss ich ehrlich sagen. Ich arbeite immer wieder gerne bei dir, um dir zu helfen. Und es nervt mich vollends, das ich danach nur noch platt wie Flunder auf dem Sofa liegen, weil mir die Augen zufallen. Bleierne Müdigkeit ist das, ich kann das nicht anders sagen. Und das hat nichts mit dem Anti-Depressiva zu tun oder dem seelischen Kram. Ich kann das zumindest überhaupt nicht mehr glauben.

Ich bin diese Woche eh bei meinem Hausarzt Rudi, dann werde ich ihn anstossen. Ich will wissen, was das ist. Ich habe einen leichten Eisenmangel, aber das alleine kann mich doch nicht so dermaßen K.O. zurücklassen?

Das passiert mir ja nicht nur, wenn ich bei dir aushelfe. Das geht mir ja nach unseren Wanderungen ebenso. Da bin ich dann sogar für die Sauna oder das Schwimmen zu müde und schlafe wie ein Stein für 1 bis 2 Stunden im Bett.

 

Notiz an mich: muss ich unbedingt checken lassen und auf dem Grund gehen.

 

Um 10:00 Uhr habe ich heute dann meinen Termin bei meiner Verhaltenstherapeutin. Mir fällt auf, das ich mich gar nicht mehr auf sie freue. Irgendwie ist es sich ausgesprochen bei ihr, um es mal salop zu schreiben. Das hat sich nach der stationären Therapie so ergeben. Und beim Thema Essen bringt sie mich auch nicht weiter. Aber sie ist darin auch keine Spezialistin. Ich brauche keinen neuen Diät-Rahmen, auch wenn es normales Essen sein soll. Ich brauche wieder eine Verbindung zu meinem Körper.

 

Mein Psychiater, bei dem ich letzte Woche war, hat mir ja zum Glück eine Liste mit Ansprechpartnern in meiner Nähe gegeben. Da werde ich diese Woche eine Telefonaktion starten und zusehen, das ich jeweil einen Ersttermin bei den Psychologen bekomme. Die sind dann auch wieder alles Kassenärztlich zugelassen. Den das Lothar meine jetztige Verhaltenstherapeutin aus eigener Tasche bezahlt find ich für mich "bescheuert".

 

Doof aber gleichzeitig auch nicht doof finde ich, das ich weiterhin die beiden Anti-Depressivas in der jetztigen Dosierung nehmen soll. Habe vor einer Woche umgestellt und nehme beide Tabletten vor dem zubett gehen. An der Müdigkeit nach so und soviel Stunden auf hat sich dadurch leider nichts geändert. Es ist, wie wenn meine Energiereserven aufgebraucht sind und ich eine neue Ladung brauche, bis ich wieder loslegen kann.

 

Mein heutiger Tag wird ziemlich entspannt sein. Dann zur Verhaltenstherapie, von dort aus zu meinem Bruder, den Geburtstag meines kleinen Neffen nachfeiern. Die halbe Familie von mir wird anwesend sein, weil wir uns ja nur noch alle paar Wochen mal sehen. Freue mich drauf, das sind auch immer so schöne Lichtpunkte in meinem Alltag.

 

Mit dem Buch "Intuitiv Abnehmen" bin ich zu gut zwei Drittel durch. Vieles klingt sehr plausibel in meinen Ohren und ich kann es gut nachvollziehen. An der Umsetztung bin ich gerade dran. Gestern habe ich zum Beispiel versucht, beim ersten Anzeichen von Hungergefühlen eine Kleinigkeit zu essen. Ist gar nicht so leicht für mich zu erkennen ob das jetzt wirklich Hunger ist. Ich habe das gestern auch ein paar Mal hinterfragt, so nach dem Motto: das bildest du dir jetzt nur ein. Ich habe mir also selbst nicht getraut. Ist das Gefühl länger als 10 Minuten geblieben, habe ich mir eine Kleinigkeit zum Essen gemacht.

 

Schwer tue ich mich echt, das ich während des Essens mal einen Stop einlegen solllte und mich selbst fragen, wie sich mein Hunger jetzt anfühlt. Diese ganze Bandbreite von "zu Hungrig bis Überessen" , ich kann diese Zwischentöne zwischen den beiden Extremen überhaupt nicht unterscheiden.

 

Auch das aufhören, wenn noch was auf dem Teller liegt, fällt mir echt schwer. Wir waren gestern ja mal wieder kurzwandern, mit einem Zwischenstopp zum Mittagessen. Gut bürgerliche Wirtschaft, mitten im Fränkischen. Das heißt: Paniertes, Braten, Klöße, Soße.... alles nur nicht Leicht. ;-)

 

Ich habe mich darin versucht, mir die Karte mal wirklich genau durchzusehen. Denn sonst greife ich dann automatisch zu Kloß mit Soße ohne überhaupt die Karte anzusehen. Ich habe mir dann mein Essen selbst zusammen gestellt, mit den Dingen, auf die ich wirklich Lust hatte von der Karte. Geworden ist es 1 Serviettenkloß, Blaukraut und Jägersoße. Ich habe in dem ganzen Stimmengewirr und neben der Unterhaltung mit Lothar versucht, immer mal wieder in mich hineinzuhören. Man soll ja irgendwann angeblich den "letzten Bissen" wissen. Ich glaube, mein letzter Bissen war ein paar Bissen zu spät. Aber ich bin stolz, das ich aufgehört habe, bevor ich zu voll war. Ich war sehr gut satt. Also ein klein bisschen über satt, vermute ich mal. Wie gesagt, ich kann das noch nicht einschätzen, was angenehm satt ist. Das scheint ja bei jedem Menschen ein anderes Gefühl zu sein. Ich habe bisher halt immer so lange gegessen, bis ich gespührt habe, das mein Magen voll war. Das hat aber anscheinend nichts mit angenehm satt zu tun. Das ist man laut Buch vorher schon. Ich probiere weiterhin.

 

Alles in Allem habe ich mich gestern gut mit meinem Essverhalten gefühlt. Jetzt heißt es, sich Schritt für Schritt voranzutasten und zu experimentieren und zu lernen. Wird schon werden, andere haben das auch schon geschafft.

 

Will diese Woche auch meinen Antrag auf Gleichstellung stellen. Muss allerdings erst einmal den ganzen Papierkram machen. Ist ja gar nicht mein Fall, so Anträge auszufüllen, weil ich bei manchen Fragen nicht weiß, worauf die genau hinaus wollen. Ich komm mir dann manchmal wirklich ein klein wenig Dumm vor.

STOPP!!!! Würden sie die Fragen in einfachen Deutsch formulieren und nicht so kompliziert, dann hätte ich keine Probleme beim ausführen. Ich bin nicht dumm, die Anträge sind meist nur undeutlich formuliert.

 

Hm, irgendetwas hatte ich doch noch auf dem Herzen. Kam mir abhanden, wird nicht so wichtig sein.

  • Essverhalten - erledigt
  • Geburtstag Neffe - erledigt
  • Therapie und Psychiater - erledigt
  • Müdigkeit - erledigt

 

Da ist es wieder ;-)))). Hund!

Also so ein Hund spukt uns inzwischen schon ganz schön durch unsere Köpfe. Also mir und Lothar. Wir wollen das aber unserem ältesten Kater nicht mehr antun. Der Umzug, meine beiden Kater vor die Nase gesetzt, die Oma die plötzlich nicht mehr da ist (gestorben), neues Revier. Das ist schon ziemlich viel für ihn gewesen, in den letzten 12 Monaten. Mit seinen 14 Jahren, einem beginnenden Nierenleiden und Arthrose in den Gelenken ist er genug beschäftig. Seit einiger Zeit leckt er sich blanke Stellen ins Fell, wir waren deswegen schon bei der Tierärztin. Es steckt zumindest keine Krankheit dahinter. Wir betreiben also Ursachenforschung. Stress? Langeweile? Neue Heimat? Von mir wird er nun extra bespielt, weil es ihm im Winter hier anscheinend zu langweilig ist. Ganz langsam kommt er zurück, zur alten Charakterform. Legt sich wieder bei Lothar auf den Bauch .... und, und, und.

 

Also, kein Hund, so lange unser Felix uns das Leben versüsst. Und trotzdem machen wir uns natürlich im Vorfeld schon Gedanken. Den so ein Hund, als bisherige Katzenbesitzer, das will gut durchdacht werden. Wahrscheinlich werden wir mal unsere Tierärztin fragen. Am liebsten wäre uns in einigen Jahren ein Mischling im Welpenalter, wegen den beiden anderen Katern. Mal sehen .... aber es ist gerade seit dem Urlaub mal wieder ein aktuelles Thema bei uns. Und bei Wanderungen werden Hundebesitzer von uns ausgiebig ausgefragt und der Hund, wenn erlaubt, auch gestreichelt.

 

Jetzt mache ich mich mal fertig für die Verhaltenstherapie. Fällt mir nicht leicht, meiner Therapeutin zu sagen, das ich sie zukünftig anrufen werde, wenn ich das Gefühl habe, das ich sie brauche. Aber hinzugehen, so lange alles in einem stabilen Zustand ist, ist auch sinnfrei.

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Thela (Montag, 12 Februar 2018 15:26)

    Na du? Klar denk ich an dich...�

    Könnte die Müdigkeit an dennAntidepressiva liegen? Als paradoxe Reaktion? Bei uns in der ADS Familie denkt man ja immer an sowas...

    Und Hund, lustig, ist auch hier gerde Thema... wir hängen gerade beim Havaneser fest. Die sind recht anpassungsfreudig und Katzenähnlich...und wenig Allergen...

    Grüßle

  • #2

    Michaela (Dienstag, 13 Februar 2018 11:01)

    Und auf einmal sieht man ja an jeder Ecke Gassigänger, wenn man sich mit dem Thema Hund befasst. Ist schon lustig.
    Ja, Havaneser habe ich auch schon geliebäugelt.
    Nein, die Anti-Depressiva schließe ich aus. Da hatte ich nur Anfangs eine Müdigkeit. Die war zwischendurch fort. Ich lasse jetzt die B12 Werte und die genauen Eisenwerte kontrollieren. Und wenn da nichts ist, muss einfach Ursachenforschung betrieben werden.

    Liebe Grüße

  • #3

    Daniela (Montag, 19 Februar 2018 11:20)

    Wegen Müdigkeit, auch gleich Vit D testen lassen? (hab ich einfach schon öfters gelesen, dass es auch sein könnte).
    Und wegen Hund...Pudel :-) Diverse Grössen, diverse Farben, haart nicht, in der Regel lieb und nett (naja, unsere ist da leider ein schlechtes Beispiel, wurde aber wohl von "Züchter" und Vorbesitzern auch nicht gerade top ans Leben gewöhnt)
    Wegen "spüren": Geduld...es gibt Tage, Mahlzeiten, da merke ich gut, ich bin satt, und manchmal meldet sich da gar nichts...
    Und Hunger...das spüre ich mittlerweile gut, und dann darf der auch mal einfach da sein, ich verhungere ja nicht in 1-2 Stunden bis zum Mittagessen oder so...

  • #4

    Frl. M. (Dienstag, 06 März 2018 19:03)

    Also die Blutwerte sind wieder mal Top. Ein Mangel liegt nicht vor.