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Wunschvorstellung - Realität

Ich möchte wieder Arbeiten gehen und bin in die Bewerbungsphase eingestiegen. Bekanntlich hatte ich diese Woche zwei Probearbeitstage und beide haben mir gut gefallen. Bei keinem habe ich mich unter Druck gesetzt gefühlt - also bewusst!

 

Und trotzdem klafft eine riesige Lücke zwischen meiner Wunschvorstellung und der Realität!

Montag: Probearbeitstag von 4 Stunden in der Tierarztpraxis

Dienstag: etwas Haushalt

Mittwoch: Probearbeitstag von 6 Stunden im Getränkegroßhandel

Donnerstag: intensiver Haushaltstag von 6 Stunden

Freitag: 3,5 Std. arbeiten in einem geschützen Raum (keine Vorwürfe, kein Druck)

 

Ich bin ausgelaugt und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Das macht mich sauer und traurig. Die Realität sagt mir, das ich auf keinen Fall für einen 30-Std. Job geeignet bin. Und ich mutmaße jetzt, das ich auch nicht unter reelen Bedingungen arbeiten kann, weil es mich zu sehr stressen wird.

 

Sprich:

Tierarzt - gleichzeitige Annahme von Teleonaten, Abkassieren, Termine im PC notieren und auf Zuruf mit Assistieren.

 

Getränkegroßhandel: konzentriert Bestellungen (Bestellnummer, Flaschengröße, PET-Glas) eingeben, die teilweise per Hand geschrieben sind, schlecht leserlich als Fax kommen und gleichzeitig stetig von Telefonischen Bestellungen unterbrochen zu werden. In einem Großraumbüro mit ständigem Durchgang und Gewusel von Mitarbeitern.

 

Das überfordert mich und ich glaube, kein Arbeitgeber will jemanden, der nicht wirklich fit ist. Vor allem, wenn sich psychische und körperlich fitte Menschen auch bewerben.

 

Ich kann nicht wirklich beschreiben wie es mir geht. Mittwoch hatte ich zum Ende hin große Konzentrationsprobleme. Das ansich ist nichts schlimmes. Schlimm ist nur, das ich mich so sehr auf das Konzentrieren konzentrieren muss und trotzdem Fehler mache.

 

Heute zog sich das den ganzen Vormittag durch. Es ist wie bei einer Kamera. Ich muss mich konzentrieren, das der Fokus auf klar gestellt ist. Und vor lauter Konzentrieren auf den klaren Fokus, kann ich mich nicht auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Den wenn ich das tue, ist sofort die Konzentration an sich fort. Dann habe ich absolute Leere im Kopf und kann mein Gehirn nicht anzapfen.

 

Jetzt bin ich geistig und körperlich so erschöpft und möchte einfach nur noch schlafen. Aber ich kann nicht schlafen, sondern bin unruhig, traurig und fange an zu grübeln. Sobald ich mal eine Woche etwas mehr gefordert bin (ohne wirklichen Druck!) geht es wieder Rückwärts. Ich weiß nicht mehr weiter, was meine Berufstätigkeit anbelangt.

 

Als erstes werde ich am Montag einen Termin bei meinem Psychiater ausmachen. Ich will wissen, ob dieses nicht konzentrieren was mit den Medikamenten zu tun. Und ob diese Erschöpfung irgendwie beherrschbar ist. Ich gehe raus, ich mache Sport, vermeide oft das hinlegen tagsüber und trotzdem komme ich einfach nicht mehr in die Gänge.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Thela (Sonntag, 18 März 2018 12:09)

    Kannst du nicht 20 oder16 Std Arbeit planen?

    Ich hab oft beim Lesen bei dir das Gefühl, alles oder nix.
    Gaaanz dünn oder fett. Vollzeit oder Hartz4.
    24std grasen oder „2Mahlzeiten reichen auch“
    Nie wieder wiegen und messen(tracken) oder 4mal am Tag wiegenmessen.

    Normal scheint mir alles dazwischen.

    Ich muss aber auch schreiben: dich zu mögen war schon immer leicht.
    Ich mag deine krausen
    und wilden
    und traurigen
    Gedanken.
    Vogelfrei und hoch.

  • #2

    Frl. M. (Montag, 19 März 2018 07:33)

    Ja, mir fehlt die Balance. Es ist nicht leicht für mich, sie wirklich zu leben.