· 

Und dann bin ich mal wieder fort

Die letzte OP ruft, morgen Vormittag checke ich im Krankenhaus ein und am Nachmittag werde ich dann ein letztes Mal wegen Hautüberschuss operiert.

Entlassung am Freitag stelle ich mir sehr vermessen vor. Samstag wäre schon echt klasse, aber ich warte mal ab, was mein Operateur und mein Körper so sprechen.

 

Dafür habe ich heute noch ein wenig organisieren können. Habe gleich für den kommenden Dienstag einen Termin bei meinem Psychiater. Von meinem Hausarzt habe ich mir deswegen heute eine Überweisung geholt und ihn auf den neuesten Stand gebracht.

 

Auch wenn es mir schwer fällt, ich werde einen Antrag auf vorübergehende Rente einreichen. Ob sie mir genehmigt wird - ich denke auf alle Fälle, das es nicht einfach sein wird und ich mich auf ziemlich viel Gegenwind seitens der Rentenversicherung einstellen muss. Verständlich, bei meinem Alter! Ich werde im August gerade mal 50 Jahre alt. Kein Alter für die Rente. Aber das bringt mir im Augenblick alles nichts. Ich bin überfordert, wenn man mehr als zwei Dinge von mir will. Auch im privaten Leben.

 

Im Behandlungszimmer auf meinen Arzt warten und ein unangekündigter Anruf bringen mich aus dem Konzept und stressen mich total. Vor allem mit dem Wissen, das ich mich kurz halten soll beim Arzt, weil ich nur mal schnell spontan eingeschoben werde. Das verursacht großen Stress bei mir. Ich bin ungehalten zu meinem Gegenüber am Telefon und gestresst zu meinem Hausarzt. Dabei wäre das kein Grund für gar nichts, außer für ein Gelassen sein.

 

Dann spotan noch jemanden nach dem Arztbesuch vom Bahnhof mitnehmen, das übersteigt schon fast mein Können. Mache mir Sorgen, weil derjenige jetzt wegen mir am Bahnhof warten muss, weil ich spontan doch noch mit dem Hausarzt sprechen will. Bin nicht ganz bei der Sache, während mich der Hausarzt ausfrägt. Fahre zu schnell danach und nicht achtsam genug. Erst als mein Fahrgast im Auto sitzt und ich mich für mein spätes Kommen entschuldige, kann mein Adrenalin langsam wieder herunterfahren.

 

Kotz, kotz, kotz. Ich mag mich so nicht. Gehe öfters an die frische Luft, streichel meine Katzen bewusstlos, versuche lustige / heitere Romane zu lesen ... mich einfach mit schönen Dingen abzulenken, damit ich raus aus dem Loch komme. Will mich auf keinem Fall dem Rückfall bedingnungslos hingeben.

 

Bin gespannt, was mein Psychiater mir nächste Woche erzählen wird. Werde ihm alles schildern. Mein letztes Wochenende mit den komischen Halluzinationen und Gedankengängen. Meine spärliche Probe- und Haushaltsarbeitswoche, die ca. 20 Stunden hatte. Meine Gedanken, was ich alles nicht mehr kann. Und meinen Plan, wegen einer vorübergehenden Rente.

 

Ach über zwei Jahren Depression wird von einer Chronischen Depression gesprochen. Mal sehen was der Experte dazu meint. Da ich nächsten Dienstag ja gerade mal 8 Tage Post-OP bin und wahrscheinlich nicht so lange am Steuer ruhig sitzen kann, fährt mich mein Lebensgefährte. Er ist dann auch bei dem Gespräch dabei. Ich bin immer froh darum, weil ich sonst Angst habe, das der Psychiater denkt, ich übertreibe oder denke mir das aus.  Mein Lebensgefährte kann ja aus erster Hand mitberichten.

 

So, ich muss mich langsam mal auf die Socken machen und mein Bett suchen. Morgen stehe ich trotz Frühstücksverbot mit auf und setzte mich zu meinem Mann an den Frühstückstisch.

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Daniela (Dienstag, 20 März 2018 05:30)

    Alles Gute dir heute!
    Und auch für die Tage danach und den Termin nächste Woche!
    Habe gelesen, dass momentan sehr hohe Energieschübe aus der Atmosphäre kommen (ich verstehe davon nicht so viel), und dass dadurch sehr viele Menschen aus ihren Bahnen geworfen werden. Dazu seien letzte Woche noch Sonnenstürme auf die Erde getroffen, und empfindliche Menschen können darauf sogar mit Schwindel und anderem reagieren.
    Kannst du versuchen, in positiven zu denken? Also nicht, was du nicht kannst, sondern was du gemacht hast, egal ob es sich als wenig anfühlt? Also zb du bist aufgestanden, gratuliere dir dazu..., du bist zum Arzt, du bist danach zum Bahnhof und hast jemanden mitgenommen...egal ob dieser warten musste oder nicht :-)
    Ich merke, wie sehr sich bei mir dies auswirkt, wenn ich meinen Fokus ändere...nicht schaue, was alles liegenbleibt, was alles noch gemacht werden sollte, sondern darauf, was ich gemacht habe...
    Freue mich auf deine weiteren Berichte, liebe Grüsse Daniela

  • #2

    kabuki (Dienstag, 20 März 2018 05:52)

    Liebe Michaela, vielleicht wäre die Rente, möglicherweise gekoppelt mit einem Minijob in der Firma Deines LG, die beste Lösung für Dich. Wünsche Dir alles Gute für die OP!

  • #3

    Fräulein M. (Dienstag, 20 März 2018 07:06)

    Einen wunderschönen guten Morgen!

    Danke für deine aufbauenden Worte. Ich bin ein Fan vom Positiven Denken. Wenn so ein akuter Depressionsschub kommt, ist mir das allerdings nur schwer möglich. Aber du hast natürlich Recht, ich sollte es immer und immer wieder versuchen.

    Viele Grüße

  • #4

    Fräulein M. (Dienstag, 20 März 2018 07:08)

    Ja, den Gedanken hatte ich auch schon. Das ich für einen Minijob bei meinem Lebensgefährten arbeite. Zumal dort anscheinend ein sicherer Rahmen für mich ist. Zumindest empfindet das meine Psyche so.
    Im Moment ist das finanziell für ihn nicht stemmbar. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. ;-)

  • #5

    Geranie (Dienstag, 20 März 2018 15:00)

    ui Michaela, vielleicht liegst du jetzt schon auf dem OP Tisch

    und dein Operateur formt den Körper...sicherlich wird alles gut gehen und dann setzt die Heilung ein.....

    es war ganz einfach etwas viel diese Woche...Probearbeiten, Versuchen das Beste zu geben und gleichzeitig der Druck der OP.....


    Bald hast du dieses Kapitel abgeschlossen und sicherlich schaut du dann wieder nach vorn....

    Jeden Tag geht die Sonne auf und sie leuchtet für uns alle....;-)


    Alles Liebe und Gute..bin schon auf deinen Bericht gespannt....

    ich drück de Daumen