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Ich kann grad sitzen ...

... und das freut mich tierisch. Und meine Nähmaschine ist heute gekommen - ich freu mich noch mehr.

 

 

 

 

Sobald ich also wieder anständig sitzen kann, werde ich als erstes einen Rock und die Sofaaufleger nähen. Ich freu mich gerade wie ein kleines Kind darauf und kann es kaum erwarten. Zeit habe ich ja ohne Ende im Augenblick. Und nähen entspannt und lässt mich kreativ sein. Ein Hobby, welches vielleicht dazu beitragen kann, das ich mich länger konzentrieren kann und am Ende auch wieder Arbeitsfähig sein kann.

 

Außerdem habe ich einen Anruf bei meiner Krankenkasse getätigt. Habe meine Ärzte soweit verständigt, das sie Berichte schreiben und dann kann die neue Psychlogin einen Antrag auf Verhaltenstherapie bei meiner Krankenkasse einreichen.

 

Der Herr am Telefon von meiner Krankenkasse meint, das meine Chancen sehr gut stehen. Vor allem, wenn die Reha-Klinik extra eine inizierte Empfehlung dafür ausspricht.

 

Die Antibiotika denke ich, schlagen schon an. Vielleicht bilde ich es mir auch ein, aber es kommt weniger Wundsekret. Von den Schmerztabletten habe ich jeweils heute und gestern nur 1 Tablette gebraucht. Heute bin ich mehr oder minder den kompletten Tag in Schieflage gewesen oder war am Gehen. Beides hat mir sehr gut getan. Die Belohnung: ich kann gerade schmerzfrei sitzen. Werde ich aber nicht ausreizen und mich dann gleich wieder in Schieflage begeben.

 

Mein Gefühl sagt mir auch, das das mit der Wundheilung jetzt in großen Schritten besser wird. Zumal ich auch nicht mit dem Klammern hadere, die mir nun doch nicht entfernt wurden. Alles zu meinem Besten, hat der Arzt gemeint.

 

Und so durchströmt mich immer wieder ein tolles Glücksgefühl, das sich durch die Nebelschwaden mogelt. Vor ein paar Tagen wäre ich am liebsten wieder nicht mehr aufgewacht. Passive Todessehnsucht nennt man das wohl. Aktive hatte ich auch schon, wenn ich mir überlegt habe, wie ich meinem Leben ein Ende setzten könnte. Aber ehrlich, ich bin ein Schiesser und möchte weder meinen Lebensgefährten, meine Familie, noch meine Kater alleine zurück lassen.

 

Tja, nun stehe ich also in ein paar Wochen mittellos da. Kein Geld mehr, keine Versicherung. Werde mich daher aus eigener Tasche Krankenversichern. Mein Schatz muss nun leider fast vollends für mich aufkommen. Ich kann nur noch meine eigenen Kosten wie Versicherungen tragen, was mir leid tut. Und auch da ist mein Budget begrenzt. Ich versuche das immer im Gedanken wegzuschieben und nicht zu oft daran zu denken.

 

Und trotzdem, genau deswegen weiß ich: alles ist Gut und alles wird Besser!

 

Beruflich habe ich nach dem letzten Destaster nun überhaupt gar keinen Plan mehr. Planlos würden die einen sagen, ich nenne es jetzt mal "kreative Auszeit". Hört sich netter an und ich will nett zu mir sein.

 

Ich lese viel, noch viel mehr als vorher. Romane, Belletristik, Thriller, Selbsthilfebücher, Bücher über Glaube und Gott ... ich verschlinge förmlich alles in meinem Hirn und in meinem Herzen, was in Schriftform daher kommt.

 

Ich habe mich zur weltbesten Katzenstreichlerin in den letzten zweieinhalb Jahren ausgebildet. Sie trösten meine Seele und ich tröste bei Bedarf ihre kleinen Seelen. Ein nehmen und geben ist das bei uns.

 

Meine Liebe zu meinem Lebensgefährten hat sich gefestigt - hart wie zarter Stahl. Aus manchen Situationen erwachsen Dinge, die man sonst nie erfahren dürfte. Also hat alles doch seinen Sinn und Zweck.

 

Kierkegaard, Søren

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts.

 

 

Er hat noch zwei ganz tolle Weisheiten, die ich einfach nur liebe:

 

Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.

Die Sonne scheint für dich - deinetwegen - , und wenn sie müde wird, beginnt der Mond, und dann werden die Sterne angezündet.

 

 

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