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An Tagen wie diesen ist alles möglich

Von zu Tode betrübt bis sehr gut aufgelegt, war in den letzten beiden Tagen alles bei mir dabei. Es kommt also immer wieder die Sonne bei mir durch, das ist gut - sehr gut!

 

Und so habe ich dann gestern auch die Möglichkeit ergriffen und spontan einen Frisörtermin für mich ausgemacht. Als es dann soweit war, war die Schwermut zwar wieder da und hatte Besitz von mir ergriffen, aber Termin ist Termin und so bin ich dort auch hin.

Und ich habe wirklich versucht den Termin zu genießen. Ich bin ja sonst sehr ungeduldig beim Frisör. Also auch während des ganzen Prozedere. Aber gestern konnte ich das dann doch sehr gut ausblenden. Ich habe meine Augen geschlossen und den ganzen Besuch im Blindflug genossen. Es war wichtig, das ich die Außenwelt etwas ausblenden konnte. So haben mich die Stimmen nur wenig gestört und auch die Friseurin musste keinen Smalltalk mit mir üben, sondern konnte sich voll in ihre Arbeit auf meinem Kopf hinein steigern.

 

Am Ende wurden es ca. 10 cm an Haarlänge, die ich jetzt weniger habe. Meine Haare hören nun kurz über den Schultern auf und haben weiche Locken, wenn sie geföhnt sind. Sie fühlen sich wieder weich und gesund an und ich mag die Art und Weise, wie sie mein Gesicht umschmeicheln.

 

 

Heute war dann der Termin bei der Rentenversicherung. Kurz und knackig.

  1. erst ein paar Wochen im BFZ für Grundkurs: Word, Excel und Bewerbungsschreiben
  2. danach selbstständig ein Praktikum finden
  3. Anfangs mit 4 Std. täglich einsteigen und langsam auf mind. 6 Std. steigern
  4. keine Psychologische Begleitung, wie Anfangs versprochen
  5. keine Kurse die evtl. Wissenslücken füllen

Dauer insgesamt laut Dame: 10 Monate, laut Prospekt: 5 - 6 Monate.

Danach keinerlei Begleitung mehr.

 

Habe einfach zugesagt, ist eh schon egal. Vorerst steige ich offiziell mit 10 Std. wöchentlich bei meinem Freund ein. Mehr als 2 Stunden täglich sind neben dem Haushalt für mich auch nicht realistisch leistbar. Und ich bin somit auch wieder Sozial versichert, was sehr sehr wichtig ist. Unterlagen gehen morgen zum Steuerberater, damit das alles Hand und Fuß hat.

 

Der Termin hat mich geschlaucht, so das ich danach für fast 3 Stunden auf dem Sofa gepennt habe. Und zwar tief und fest, wie ein Stein. Nichts desto Trotz bin ich jetzt schon wieder müde.

 

Mit meinem Hausarzt rede ich morgen über meine Suizidgedanken, welche ich in den letzten zwei Wochen hatte. Habe es mich gestern dann endlich getraut, meinem Freund zu sagen. Er war schockiert, über meine Gedanken und das ich sie nicht aussprechen konnte. Er war heute bei seinem Heilpraktiker (gelernter Krankenpfleger) der ihn darüber aufgeklärt hat, das bei mir die Serotonine keine Möglichkeiten mehr haben, anzudocken. Daher die unerklärbare Schwermut und Gleichgültigkeit.  Bei ihm scheint nun endlich der Groschen gefallen zu sein. Sein Heilpraktiker muss es ihm so erklärt haben, das er sich meinen Zustand etwas mehr vorstellen kann und warum ich im Moment auf gar nichts anspreche, was die Therapie eigentlich so vorschlägt.

 

Wieder steht das Thema "Rente" im Raum. Nur das ich das einfach noch nicht will. Ich habe mir schwer vorgenommen, den Kurs zu absolvieren. Beginn ist der 17. September 2018.

Danach sehe ich weiter.

 

 

 

 

 

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