Bin stolz auf mich

So, ich habe am Telefon die ersten Sachen angesprochen, bei meinen Eltern. Wie ich vermutet habe, reagieren sie leicht verärgert und ein wenig trotzig. Mir ist trotzdem ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe es ausgesprochen! Ich habe mich getraut, auch wenn ich mir wie eine Erbschleicherin vorkam.

 

Sportlich habe ich auch wieder etwas angezogen, einfach weil ich mich danach fühle.

Die ersten Dinge für den Rentenantrag sind angeleiert und einfacher als ich es mir vorgestellt habe. Das verursacht natürlich gute Gefühle in mir. Die Reduzierung der Tabletten macht sich nun wirklich bemerkbar.

Ich bin wieder klarer im Kopf, nicht mehr ganz so müde und vor allen Dingen kein ferngesteuertes Monster mehr. Ich kann wieder etwas gelassener reagieren und mich zumindest mittendrin wieder zurück nehmen.

 

Ich habe das Gefühl, das ich die Dinge wieder unter Kontrolle bekomme. Zudem nehme ich wegen meiner Unlust ein Homöopathisches Mittel, das gleichzeitig Stimmungsaufhellend ist. Habe mich extra informiert, es entstehen keine Wechselwirkungen.

 

Außerdem nehme ich den dritten Tag in Folge Vitamin D3 /K2 in hochdosierter Form. Vielleicht nimmt mir das die Müdigkeit noch mehr weg.

 

Mein neuer Fitnesstracker spornt mich auch wieder an. Meine Schritte werden täglich etwas mehr und die geforderten Treppen schaffe ich eh locker. Da habe ich mir selbst schon ein höheres Ziel gegeben, damit ich etwas gefordert bin.

War letzte Woche auch mal wieder spontan Laufen. Also gemütlich durch den Wald um die Ecke getrabt. Nicht lange - knappe 18 Minuten am Stück - aber ziemlich gut finde ich, weil das letzte Mal schon eineinhalb Jahre her ist.

 

Gestern waren wir dann 2 Stunden auf den Rädern unterwegs und haben mehrere Hundert Höhenmeter bezwungen. Ich war groggy danach, aber ziemlich happy.

 

Das Telefonat mit meinen Eltern war nicht so schön und trotzdem bin ich erleichtert. Vor allem bin ich stolz, das ich die ganze Zeit sachlich war und nicht eingeknickt bin. Wenn es um das Erbe geht, ist es halt doch immer eine hoch emotionale Sache. Zwei meiner Brüder haben ihr Erbe (Grundstück) schon bekommen, damit Sie ihr Haus bauen können. Jetzt geht es um das Elternhaus, das wir irgendwann erben werden. Mein Bruder und ich, wir haben beide keinen Bedarf, weil wir schon wohnen. Mein Neffe (den wir zu uns Geschwister gleichgestellt haben) würde das Haus von Opa und Oma irgendwann gerne übernehmen.

 

Allerdings bestehen meine Eltern darauf, das das alles im Rahmen bleibt. Was leider auch heißt, das wir zwei Ältesten in die Röhre gucken werden. Es geht um das Versorgungsprinzip - meine Eltern wollen uns alle gut versorgt wissen. Und ich bin ja gut versorgt, so wie sie das verstehen. ABER, mir gehört hier nichts, außer die eigenen Kleider am Leib und der neue Kaffeevollautomat. Es vielen im Hintergrund sogar die Worte "dann wird sie halt enterbt" im Affekt natürlich.

 

Mein Ansinnen ist lediglich, das wir das alles die nächsten 2 Jahre klären, damit wir später keinen Ärger unter uns Geschwister / Neffen haben. An einem Tisch und jeder offen seine Meinung und dann kann jeder für sich darüber nachdenken und wir finden einen Konsens, der alle Zufrieden stimmt. Das Ansinnen meiner Eltern: das Haus darf auch nach ihrem Ableben nicht verkauft werden und jeder soll versorgt sein, so wie er es braucht.

 

Hm, wenn man einen Kuchen in 5 Stücke teilen soll, ergibt das eigentlich auch 5 gleichgroße Stücke, wenn es gerecht zu gehen soll. Aber gut, auch hier findet sich eine Lösung, ich bin da ziemlich positiv gestimmt.

 

Heute Mittag geht es zu meinen Eltern - ich ganz alleine und dann hoffe ich, das ich das noch mal klar stellen kann. Alles was ich will, ist eine rechnerische Gerechtigkeit - nicht mehr und nicht weniger. Und auf ein paar Tausend Euros hin oder her kommt es mir garantiert nicht an.

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