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Puh, so gar keine Lust

Im Grunde bin ich schon ziemlich diszipliniert, vor allem wenn ich etwas wirklich will. Bei meiner Erwerbsminderungsrente drücke ich mich nun schon seit Ende letzter Woche herum. Ich denke mal, gut zwei Drittel sind nun ausgefüllt, aber eben noch nicht komplett. Setzte mir nun den Freitag als Stichtag, dann muss er auf die Post.

Der Antrag ist schwer für mich. Zum einen kann ich so manche Frage einfach nicht verstehen. Ich weiß schlicht und ergreifend nicht, was die von mir lesen wollen.

 

Dann fühlt sich das auch so komisch an - Rentenantrag. Auch wenn noch überhaupt nichts entschieden ist, es hört sich doch schon ganz schön alt für mich an.

 

Und ich werde mit meiner beruflichen Vergangenheit konfrontiert. Ich tue mich einfach schwer damit und fühle mich dann irgendwie, wie eine Versagerin. Soviel verschiedene Stellen, kein roter Faden erkennbar für die Außenwelt. Ständig selbst gekündigt, weil mir schnell langweilig wurde, weil ich die Welt sehen wollte. Beruflich immer auf der Suche nach Neuen, nach Besseren, nach Herausforderungen und dabei ständig rastlos auf der Suche - das war mein berufliches Leben.

 

Nebenbei habe ich heute ein fünftel Nutella-Glas aufgegessen. Und es war so verdammt lecker, so weich, so süß, so warm. Ich habs zum Glück wieder zurückgestellt, den mir kam kurzfristig die Idee, gleich mal das ganze Glas zu leeren. Also mit dem Hintergedanken, das es mir anschliessend so elend ist, das ich mein Leben lang keine Nutella mehr mag oder irgendeine andere Nuss-Nougat-Creme. Vollkommener Quatsch, jetzt steht sie wieder aufgeräumt in der Küche und interessiert mich einen Dreck.

 

Ich lese gerade sehr viel. Gut, ich kaufe oder leihe mir noch mehr Bücher, als ich zu lesen vermag. Aber ich lese zwischendurch auch mal. Louise Hay hat es mir mal wieder angetan. Mein erstes Büchlein von ihr, habe ich vor ca. 20 Jahren geschenkt bekommen. Es geht natürlich um Ernährung, wie soll es fast anders sein. Dieses Mal ist es das Buch "Ernährung für Körper und Seele". In die Rezepte hab ich nur kurz reingespitz, die interessieren mich nicht. Ich will eh nicht auf Mehl und Nudeln oder Kartoffeln verzichten. Die gehören zu mir wie meine Locken auf dem Kopf.

 

Aber die ganze Seelenarbeit und das sich selbst ehrlich und wirklich lieben - das interessiert mich. Wissen tue ich das ja alles schon lange, aber wenn so Bücher wirklich toll geschrieben sind, dann nehme ich da ganz viele schöne Gefühle für mich raus. Ich fühle mich während des Lesens und danach voller Energie und ganz viel Liebe mir und meiner Umwelt gegenüber.

 

Und ich lese im Moment auch Bücher mit gläubigem Hintergrund. Ich ziehe viel aus meinem Glauben und habe im Kopf immer wieder so Zwiegespräche mit Gott oder meinem Beschützer. Das gibt mir ebenfalls Halt im Leben. Leider gelingt mir das immer nur in den guten Phasen. In meinen traurigen Phasen lasse ich da ja nichts durch.

 

Ich glaub sowieso, das so Menschen wie ich, die viel zu viel denken und viel zu sehr auf das Wohl anderer achten, für solche spirituellen Dinge offener sind. Scheint mir gerade so, als wäre das ein vorgetrampelter Pfad, auf dem sich viele so Exsistenzen wie ich, tummeln und sich ausprobieren.

Könnte lustig werden.

 

 

Ach ja, gestern hat mich eine entfernte Bekannte nach über zwei Jahren mal wieder erblickt. Sie hat mich freudig begrüßt und mich dann dünn genannt. Dabei habe ich zu meinem niedrigsten Gewicht ja wieder 10 Kilo zugenommen. Und trotzdem geht das auch nach über 3 Jahren immer noch runter wie Öl. Ich bin dünn, ich bin immer noch dünn, trotz Zunahme!

 

Dabei habe ich vor einigen Nächten geträumt das ich Kleidung kaufe und mir die Verkäuferin gesagt hat: das Oberteil gibt es nicht größer, sie sind einfach zu FETT dafür. Wie kann ich mich im Traum selbst als "zu Fett" beschimpfen. Das hat mich nachhaltig beeindruckt und da merke ich dann auch, das ich wirklich noch eine ganze Wegstrecke vor mir habe, um mich selbst vorbehaltlos zu lieben. Also dann auf zu meinen Affirmationen.

 

Schon mal morgens vor den Spiegel gestanden, ungekämmt und fern der Schönheit und sich dann mit einem Zwinkern selbst vorsagt:

"Schön das es dich gibt, ich liebe euch alle, meine Jungs* und Mädels".

Ich liebe das Leben und heut ist ein geiler Tag!


(Mit den Jungs und Mädels meine ich meine über 40 Billionen Zellen, dich meinen aktuellen Körper ausmachen)

 

Ich find ja, so Affirmationen dürfen nicht gestochen klingen. Die müssen Eins mit mir sein und meine Sprache sprechen. Und ich bin halt eine Freundin der einfachen Worte.

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela (Donnerstag, 19 Juli 2018 05:10)

    Louise Hay höre ich ganz gerne bei Youtube (ich mag immer noch nicht wirklich lesen, kann mich schlecht konzentrieren bei Büchern wie von Louise Hay oder anderen)...Kennst du den Kurs in Wundern? Da bin ich seit Februar dran, lese aber im Moment nur die Hauptsätze der Tageslektionen, und werde ihn dann nächstes Jahr wohl nochmal machen. Aber nur schon so bringt er ganz viel ins Denken und "Rollen" :-) Liebe Grüsse Daniela

  • #2

    Fräulein M. (Freitag, 20 Juli 2018 09:45)

    Hallo Daniela,
    ja, den Kurs in Wundern kenne ich auch. Ich hatte mir das Buch mal ausgeliehen. Ich bin da auch nicht so gut drin, mit so Tageslektionen. ;-) Das ist auch gar nicht so wichtig, jeder in seinem Tempo.
    Liebe Grüße Michaela