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Essen bleibt ein Thema

Essen ist und bleibt ein Thema in meinem jetztigen Leben. Im Urlaub habe ich sämtliches normales Essverhalten außer Kraft gesetzt. Ich bemerke es zwar mit jedem einzelnen Bissen, aber ich kann und will mich glaube ich auch,  im Urlaub nicht dagegen wehren.

Das Frühstück in unserer Urlaubsunterkunft war ganz in Ordnung, aber wir hatten keine freie Auswahl. Es wurde jedem Tisch sein Frühstück gebracht und man musste nehmen, was auch dem Tisch stand. Es gab jeden Tag eine andere selbstgemachte Marmelade. 3 Scheiben Wurst, 3 Scheiben Käse und vieles verschiedenes aus diesen Portionsdöschen. Die Wurst war bis auf einmal nicht das was ich gerne esse. Also hatte ich jeden Morgen ein Brötchen mit Marmelade oder nur mit Butter. Außerdem lag jeden Morgen ein kleines Naschwerk auf dem Teller. Klar, meine Augen habe jeden Morgen bei dem Anblick geleuchtet und was mein Mann nicht wollte, habe ich eingesteckt.

 

Ab und zu gab es auch frisches Obst, allerdings waren das jedes mal sehr große Obststücke. Da hätte ich zwischen Obst oder Brötchen entscheiden müssen. Obst hält nicht so lange an, wenn man sich bewegt, ich war den Kohlenhydraten deutlich näher.

 

Wir selbst hatten auch noch Müsli- und Eiweißriegel dabei. Ich gestehe, ich habe in 6 Urlaubstagen zwei Packungen Balisto nebenbei und ganz alleine gegessen. Oftmals heimlich, wenn mein Mann auf dem Klo war oder mit den Fahrrädern draußen beschäftig war.

 

Mittags während unserer Wander- und Fahrradpausen habe ich versucht Salate und Co. zu essen. Ich glaube, das ist mir auch an den meisten Tagen gelungen. Abends wurde es dann schon wieder deftiger UND ich hatte jeden einzelnen Tag eine oder zwei Kugeln Eis beim Italiener um die Ecke.

 

Natürlich gab es für mich auch jeden einzelnen Abend ein Glas Lambrusco, weil ich den so gerne trinke.

 

Ich habe also alles und ständig gegessen, mal wieder, immer noch.

 

Ich verzweifel jetzt nicht an meiner Situation und doch stehe ich oft hilflos davor. Ich lese mich ja immer noch in diese 12 Stufen von den Anonymen Overeaters ein, aber so wirklich anfreunden kann ich mich nicht damit.

 

Was mir allerdings auch im Gedächtnis geblieben ist, ist die kurze Fastenzeit von über 12 Stunden, die ich meinem Mann zuliebe vorletzte Woche mitgemacht habe. Er muss ja alle zwei Jahre zur Darmspiegelung und da wird dann gefastet und entleert. Gut, das entleeren muss ich mir ja echt nicht geben, aber die vielen Stunden ohne Essen, die haben mir gut getan.

 

Das ist mir allerdings erst danach aufgefallen. Endlich wieder eine kleine Auszeit, wo sich mein Kopf nicht ständig um Essen dreht. Außerdem bin ich durch das ständige grasen auch dauernd satt. Hunger kenne ich ja komischer Weise nur noch selten. Satt hingegen schon. Und wenn ich den ganzen Tag Kleinigkeiten von der Portion her esse, dann habe ich ein immerwährendes Satt-Gefühl. Das mag ich ja gar nicht, es fühlt sich nicht gut an und es macht mich träge. Und trotzdem tue ich es jeden Tag auf ein Neues. Das ist ja schon sträflich.

 

Gestern haben wir um 13:00 Uhr Mittag gegessen und waren dann um kurz nach 18:00 Uhr auf den Weg in ein Konzert. Wir hatten noch keinen Hunger vor dem Konzert und haben daher auch kein Abendessen gehabt. Nach dem Konzert war schon sehr spät und wenn mein Mann so spät isst, schläft er sehr schlecht. Ich war ehrlich gesagt einfach nur heiß darauf, noch einmal so eine lange Esspause zu machen. Von daher war gestern unsere letzte Mahlzeit um 13:00 Uhr und heute Morgen um 9:00 Uhr gab es normales Frühstück.

 

Natürlich fand ich es motivierend, das ich so lange ohne Essen kann. Bei mir muss ich aber aufpassen, das es nicht wieder in ein Extrem rutscht. Mein Mann war von der langen Esspause allerdings auch angetan. Wir haben auch heute Morgen darüber gesprochen und wollen jetzt mal versuchen, das wir einfach um 17:00 Uhr unsere letzte Tagesmahlzeit essen, damit der Körper in der Nacht mal wirklich Zeit für die anderen Sachen hat und nicht ständig mit der Verdauung beschäftigt ist.

 

Ich hatte heute Morgen auch keinen Hunger als ich aufgewacht bin, was schon angenehm ist. Wahrscheinlich bilde ich es mir auch nur ein, aber ich fühle mich fitter, mit der längeren Esspause. Jetzt will ich es echt nicht übertreiben, würde es gerne aber mal für ein paar Wochen für mich austesten.

 

Also zwischen 17:00 und 18:00 Uhr das Abendessen und Früstück für mich erst so gegen 9:00 oder 10:00 Uhr - ja nach Hungergefühl oder weil es dann auch sein sollte. Mein Hirn rechnet sich im Hinterkopf natürlich aus, wenn ich die Esszeit nur mit zwei Mahlzeiten fülle, wieviel ich dann abnehmen könnte. Das ist schon echt vermaledeit, einmal Diät - noch lange Diätmentalität im Kopf.

 

Ich möchte mich aber dazu anhalten, das ich während der 8 - 10 Stunden Esszeit doch meine 3 vernünftigen Mahlzeiten zu mir nehme. Abnehmen würde ich natürlich schon gerne. Ich würde halt gerne wieder in dieses schöne Cocktailkleid passen, das ich von meinem Mann vor 3 Jahren geschenkt bekommen habe. Da geht ja überhaupt nichts mehr. Um die Brust herum habe ich keine Chance mehr und um die Taille mit Ach und Krach und ganz viel Luft einziehen. Irgendwie schwebt mir einfach immer die 52 - 55 kg vor Augen, wenn ich an die Waage denke.

 

Die Waage - tja, die betrete ich ja schon seit Monaten nicht mehr. Für meine Gefühlswelt schon gut, aber ich bin natürlich nicht blind, ich nehme stetig, wenn auch langsam wieder zu.

 

Beide Bikinis die ich mir im letzten Sommer gekauft habe, kneifen ohne Ende und sehen auch nicht mehr schön an mir aus. Bei meinen Jeans quillt inzwischen der Oberbauch über den Hosenbund, das mag ich überhaupt nicht.

 

Also ohne Frage, ein paar Kilos weniger tun meinem Knochengerüst und meiner Seele gut. Ich will halt nur nicht extrem werden. Also nein, gedanklich würde ich ja gerade am liebsten eine Null-Diät für die nächsten 4 Wochen machen, das muss ich echt gestehen.

 

Das ist natürlich plemplem und vollkommener Unsinn. Ich muss jetzt gucken, das ich Plemplem und Realität zusammen bekomme, so das es Gesund ist und ich trotzdem einen guten Unterschied bei meinen knackigen Klamotten wahrnehme. Die Waage möchte ich in der Zeit trotzdem nicht besteigen.

 

Wenn ich mich wieder wohl fühle in meiner Kleidung, so der Plan, dann steige ich auch auf die Waage. Den ich glaube, das ich dazu gar keine 52 kg wiegen muss, sondern mit Sicherheit 55 - 58 kg auf der Waage haben darf. Ich will damit also versuchen, mich von der Waagezahl loszusagen, das sie nicht von Beginn an meinen Weg bestimmt.

 

Mein Spiegelbild, meine Kleidung und mein Gefühl sollen die Zahl auf der Waage bestimmen und nicht andersherum. Ich denke halt, das ich das damit erreiche, das ich die Waage solange vermeide, weil ich sonst zu einer Radikaldiät neige.

 

Nun gut, so erst mal die jetztigen Gedanken.

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