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Ab wann geht der Autopilot?

Das würde ich echt gerne mal wissen. *Schulterzucken"

 

Natürlich bin ich gerade wirklich glücklich darüber, das das Intervallfasten an den Tagen ohne anderweitige Routine wie von alleine läuft. Kein dazwischen Essen, die Pause zwischen Abendessen und Mittagessen fällt mir leicht. Nach Sondertagen oder dem Wochenende gehe ich wieder nahtlos zurück zum Intervallfasten, ohne jegliches Bedauern oder das es mir schwer fällt. Kann es so einfach sein?

Wenn ich nur daran denke, wie lange das mit dem zuckerfreien Kaffee gedauert hat. Von meiner Lightbrause-Sucht gar nicht zu sprechen. Hier versuche ich mehr oder minder schon mein halbes Leben einen neuen Weg einzuschlagen. Selbst mehrere Wochen Abstinenz lassen mich immer wieder zurück fallen, in mein Verlangen nach der "einen Brause"! Alle anderen Light-Brausen finde ich mittlerweile schrecklich, ich bin süchtig nach eben der "Einen"!

 

Beim Zucker hat es ewig gedauert. Irgendwann hatte ich es aufgegeben und mich dem Zucker ergeben. Ich weiß gar nicht mehr wann und warum, aber ich habe eines Morgens meinen Kaffee spontan ohne Zucker getrunken. War ganz nett, aber mit Zucker trotzdem besser. Aber irgendwie auch ok, weil: vorher ging ohne Zucker gar nicht, da fand ich den Kaffee trotz der Milch zu bitter.

 

Aber an den einen Morgen war das eben anders, ohne vorheriges Zutun. Da hatte ich ja schon monatelang wieder Teelöffelweise Zucker im Kaffee mit Milch. Das der dann plötzlich weder gut noch schlecht ohne Zucker schmecken würde, das war für mich eine große Erfahrung. Dann habe ich den Zucker einfach weg gelassen, wenn ich Bock darauf hatte. Nichts erzwungen, sondern jede Tasse auf ein Neues entschieden.

 

Heute mag ich meinen Kaffee mit Milch überhaupt nicht mehr mit Zucker. Geht gar nicht mehr, schmeckt ecklig und pappt am Gaumen. Der Espresso hingegen geht überhaupt nicht ohne Zucker. Schmeckt eckelhaft bitter ohne Zucker! Wobei, eben viel mir dann auf: soviel Zucker wie gerade muss auch nicht mehr sein. Kleiner Espresso mit !3 Teelöffel Zucker!.

 

Den nächsten Espresso werde ich einfach mal mit 2 Teelöffel Zucker probieren. Kann sein das er schmeckt oder auch nicht. Ich entscheide mit jedem Espresso neu.

 

Pepsi Max Cherry - boah, das ist eine Leidensgeschichte, die geht über Jahre zurück. Gab es überhaupt ein Trinkleben vor dem Zuckergesöff? Heute würde ich sagen nein. Früher war ich absoluter Cola-Light Fan. Heute verzieht es mir die Geschmacksnerven, wenn ich es zwangsweise im Restaurant trinke. Schmeckt schrecklich leer, geht überhaupt nicht mehr. Und dieser künstliche Zuckergeschmack!?!? Ja, ich kringel mich auch gerade vor Lachen. Den was ist schon natürlicher an Pepsi Max Cherry. Nix!

 

Seit Jahren versuche ich vergeblich davon loszukommen. Nach der Schlauchmagen-OP war ich über Wochen ohne und habe es überlebt. Gut, ich hatte jeden Tag Lust auf das Getränk, aber ich habe überlebt. Gut, meine Trinkmenge reduzierte sich drastisch, aber ich habe überlebt.

Und leider hat auch mein Trieb nach dem Kirschgeschmack überlebt.

 

Sind wir außer Haus, trinke ich inzwischen immer wieder sehr bewußt Mineralwasser mit einer Scheibe Zitrone. Aber als Dauergetränk aus heutiger Sicht - niemals.

 

Vor einigen Monaten konnte ich als Cherryalternative noch Cola-Weizen trinken. Fand ich wirklich sehr lecker. Zuhause gab es das mit meiner Cherry-Pepsi und alkoholfreien Weißbier. Heute zieht es mir die Zehennägel hoch, wenn ich daran denke. Dabei habe ich das nie bewusst ändern wollen, dieses Trinkmustser. Das hat sich von ganz alleine und ohne mein Zutun verändert.

 

Das ich mein Kaffee auf Autopilot bin, das würde ich erst seit ein paar Tagen sagen. Also ich meine, so im Autopilot, das ich einfach nicht mehr an Zucker denke, wenn es um normalen Kaffee geht. Drei Jahre hat das gedauert und ich habe es am Ende nicht ernsthaft forciert.

 

Intervallfasten - da brauche ich nicht mehr darüber nachdenken, das kommt mir entgegen. Das wird mein gelebter Alltag. Wollte sowie so nie frühstücken, habe es mir dann aber mit dem Zusammenzug angewöhnt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ich das ganz schnell auf Autopilot in meinen Alltag integriere.

 

Früher habe ich auch nie gefrühstückt, allerdings habe ich, wenn ich mal zum Essen anfing, dann auch nicht mehr aufgehört. Intervallfasten ohne meinen kleinen Magen, das wäre keine Option für mich. Mit dem Schlauchmagen funktioniert das.

 

Mit dem Schlauchmagen hat sich immer noch etwas im Kopf verändert, das ich nicht greifen kann. Klar, ich sündige schon ziemlich gerne. Wenn ich mal außertourlich unterwegs bin, auf den Tellern und Tüten der Welt, dann aber richtig. Und ich habe es immer noch nicht gelernt, ich kann mich "schlecht" essen. Also so, das mir wirklich übel ist.

 

Aber im Gegenzug ziehe ich nun wirklich viel, viel schneller die Reisleine, als ich es je vor meinen Schlauchmagen getan habe. Das ist auch so ein Autopilot von mir, der sich ohne mein Zutun mitentwickelt hat.

 

Mein Schlauchmagen und die kleinere Füllmenge, das muss irgendso ein großes Schlüsselmuster gewesen sein, das ich nun nicht mehr benutzen kann. Und weil ich meinen Magen eben nicht mehr mit so großen, riesigen Mengen füllen kann, denke ich, haben sich automatisch ein paar andere, bessere Autopiloten hinzugesellt.

 

Ziemlich durcheinander, was ich da gerade so von mir gebe. Aber irgendwie kann ich mir das sonst nicht erklären.

 

Am Anfang stand mein Mann und der erzählte mir immer vom Sport und diesem komischen Krafttraining. Das habe ich ausprobiert und nun mache ich es schon über 4 Jahre! 4 Jahre regelmässiger Sport ohne darüber nachzudenken. Das war nie mein Ziel!

 

Mit dem sportlichen Mann und meinen kleinen Sportprogramm kam der ernsthafte Wunsch nun wirklich weniger zu wiegen. Um eben besser beim Sport mitzuhalten. Vorher habe ich mich jahrelang gegen eine Adipositas-OP gewehrt. Obwohl meine Mutter und mein Bruder sehr erfolgreich damit waren und immer noch sind. Bei einem Winterspaziergang, wo ich wie ein Walros neben meinem Mann herging, sprudelte es aus mir raus. Würdest du mich bei der Schlauchmagen-OP unterstützen. Wir haben uns damals vielleicht 1 Jahr gekannt. Und er hat ohne mit der Wimper zu zucken gesagt: wie immer dein Weg ist, ich unterstütze dich in jede Richtung. Kein Druck, nichts.

 

Das alles scheint mir eine Ewigkeit her. Ich bin nun im vierten Jahr Post-OP und immer noch schlank. Ohne mein wissentliches Zutun hat sich mit dem Beginn des Sports und der Schlauchmagen-OP eine Menge getan. Das war mir so nicht bewusst. Viele Dinge sind inzwischen auf Autopilot, die mir nicht aufgefallen sind. Ich musste erst einmal darüber nachdenken, was sich im Laufe der Jahre von alleine verbessert hat.

 

  • Wenn ich einkaufe, parke ich inzwischen absichtlich am anderen Ende des Parkplatzes
  • ich nehme mein Getränk nicht mehr mit ins Obergeschoss, sondern gehe jedes Mal nach unten und schenke mir Glas für Glas ein
  • Wanderurlaube sind selbstverständlich, wenn auch nicht heißgeliebt. Ich stelle sie einfach nicht mehr in Frage und wehre mich innerlich dagegen
  • kneift die Hose, wird aufgepasst und nicht mehr ignoriert. Eine größere Größe gibt es nicht!
  • normaler Tassenkaffee ist zuckerfrei, weil es mir besser schmeckt
  • Naschfreie Tage fallen mir nicht weniger schwer, werden aber einfach durchgezogen
  • frischer Salat ist mir an den meisten Tagen näher, als die Pizza, wenn wir mal bei Italiener sind und zwar: weil ich einfach mehr Lust auf den Salat habe

 

Da gibt es Autopiloten in mir, die haben sich verselbstständigt und andere versuche ich bis heute zu etablieren und es klappt nicht. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. In drei Wochen stehen mir wieder 10 Tage ohne Pepsi Cherry ins Haus. Das ist vollkommen in Ordnung, aber ich denke nicht, das es an meinem Konsum danach was drehen wird. Und das ist inzwischen gut so für mich. Nur meine Umgebung, die versucht mich regelmässig davon loszueisen. Vielleicht sollten sie das einfach mal sein lassen und dann geht es von alleine. *kicher*

 

 

P.S. Sollte ich jemals entdecken, wie man Autopiloten im menschlichen Hirn etabliert und zwar so, das sie zu 110 % bei allen Menschen funktionieren. Ich würde das Wissen sofort mit euch teilen. Allein, ich bin dem Geheimnis des Autopiloten selbst noch nicht auf die Spur gekommen.

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