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Aufgeben ist keine Option!

„Depression ist keine Charakterschwäche und auch keine Art, wie jemand ist. Es ist auch keine Erziehungssache, es ist keine Verstimmung, keine Launigkeit, keine Zickigkeit, es ist kein ‚Nicht-wollen‘, kein ‚sich verschließen‘, keine Trotzigkeit, es ist kein ‚ist mir doch egal‘, sondern es ist eine Krankheit.“ So beschreibt Klaas Heufer-Umlauf, bekannt aus Film und TV, eine der häufigsten und zugleich unbekanntesten Krankheiten der Welt.

Depression ist keine Charakterschwäche und auch keine Art, wie jemand ist. Es ist auch keine Erziehungssache, es ist keine Verstimmung, keine Launigkeit, keine Zickigkeit, es ist kein ‚Nicht-wollen‘, kein ’sich verschließen‘, keine Trotzigkeit, es ist kein ‚ist mir doch egal‘, sondern es ist eine Krankheit.“

 

Quelle: Klaas Heufer-Umlauf, Bündnis gegen Depression

 

 

 

„Depression ist keine Charakterschwäche und auch keine Art, wie jemand ist. Es ist auch keine Erziehungssache, es ist keine Verstimmung, keine Launigkeit, keine Zickigkeit, es ist kein ‚Nicht-wollen‘, kein ‚sich verschließen‘, keine Trotzigkeit, es ist kein ‚ist mir doch egal‘, sondern es ist eine Krankheit.“ So beschreibt Klaas Heufer-Umlauf, bekannt aus Film und TV, eine der häufigsten und zugleich unbekanntesten Krankheiten der Welt.Bin eben aus meinem komatösen Schlaf aufgewacht. Habe es geschafft, heute Vormittag zusätzlich über 2 Stunden tief und fest zu schlafen. Das Holz spalten, verräumen und wegfahren, der Sport und die Aufregung der letzten paar Tage haben mich müde gemacht.

Gestern hatte ich auch mein Vorgespräch in der Psychiatrischen Tagesklinik hier in Forchheim. Mein erster Eindruck: Stabilität, Nestwärme, Geborgenheit.

 

Ich werde aufgenommen und stehe auf der Warteliste. Ab Anfang - Mitte Oktober werde ich dann wieder mit professioneller Hilfe an mir arbeiten.

 

Vor der Zusage gab es ein langes Gespräch mit dem aufnehmenden Arzt, das mich noch immer beschäftig. Ich habe mich während des Gespräches selbst als "funktionierendes Teil der Gesellschaft" bezeichnet. Das will ich wieder werden, weil ich es im Moment in meinen Augen nicht bin. Der Arzt war erstaunt und erst einmal sprachlos. "Wollen sie das wirklich sein? Ein funktionierendes TEIL der Gesellschaft?"

 

Ich sehe mich als nichtfunktionierendes Teil der Gesellschaft, als Schmarotzerin und nicht als ein Mensch. Es stimmt mich traurig, wie weit bin ich schon abgedriftet. Er fragte mich über die letzten 3 Jahre aus. Und es gab nie einen länger andauernden Zeitraum ohne Traurigkeit in diesen Jahren. Ich hatte immer wieder glückliche Momente, in denen ich auch von Herzen gelacht habe. Aber immer ist diese unterschwellige Traurigkeit ein Teil von mir. Sie ist zu einem festen Bestandteil meines Gefühlslebens geworden.

 

All die Dinge, die ich früher sehr gerne getan habe und wo ich mich selbst vergessen konnte, sind inzwischen mit der unterschwelligen Traurigkeit belegt. Kleidung einkaufen, Bücher lesen, Einkaufsbummel, raus in die Natur, Sport, Essen, gemeinsame Feste. Es hat sich über alles ein hauchdünner Schleier von Traurigkeit gelegt, die immer im Hintergrund auf den passenden Augenblick wartet um mich dann zu überraschen.

 

Er hat mich gefragt, ob ich fremde Stimmen in meinem Kopf höre, die mir Befehle erteilen. NEIN, ich bin nicht schizophren, ich höre keine Stimmen.

 

Aber ich habe blühende Selbstmordgedanken, die ich supergut visualisieren kann. Mit Gefühl, mit Geruch, mit Geräuschen und wie ein Fernsehbild in meinem Kopf vor Augen. Pah, diese Fähigkeit würde ich gerne ummünzen auf das visualisieren für positive Dingge. Allein, das funktioniert irgendwie nicht so lebhaft. Also ehrlich, wenn das nicht mal scheiße ist. ;-)

 

Ach ja, habe heute einen tollen Spruch gelesen:

 

"Das Passwort zu deinem Leben heißt; Humor!"

 

Muss ich mir merken, den davon kann Frau nie genug haben. Gerade auch in solchen Zeiten und auch wenn es pechschwarzer Humor ist.

 

Mein Essverhalten gerät nun vollends ausser Kontrolle. Chips, Eis, Schokolade und ich muss neue Hosen kaufen. Bin jetzt bei Größe 38 - 40 angelangt. Ich will nicht mehr an mir heruntersehen, mag meinen Bauch nicht mehr berühren und finde mich grässlich doof, das ich mich so gehen lasse. Auch wenn man mir von unabhängigen Seiten immer mal wieder im Zusammenhang sagt, das ich schlank oder schmächtig bin. Glaube niemanden außer meiner Wahrnehmung und die sieht mich "FETT".

 

Vor einer Stunde habe ich in der Schule angerufen, wo ich ab September die Wiedereingliederung anfangen sollte. Ich habe abgesagt, da ich ja in die Psychiatrische Tagesklinik gehe. Ich hatte geglaubt, das die Wiedereingliederung danach vom Tisch ist. Da habe ich wohl falsch geglaubt, ich soll mich danach wieder melden, damit in im nächsten Kurs mitmachen kann.

 

Das lastet schwer auf mir, ich kann das nicht mehr. 8 Stunden oder länger arbeiten. Ich habe die Tagesklinik bewußt ausgewählt, den ich kann so über 6 Wochen testen, ob ich einen 8 Stunden Tag und den Haushalt auf die Reihe bekomme. Die Therapie fängt um 8:30 an und endet bis auf Freitags jeweils um 16:00 Uhr. Freitags ist dann immer um kurz vor 15:00 Uhr Schluss.

 

Bei allem was sich da in mir drinnen angesammelt hat. Aufgeben ist keine Option!

 

Ich mache jetzt nur mal ein paar Tage Pause von dem ständigen Kämpfen. Ich brauche wieder neue Energie und Kraft. Ich kontrolliere mich nicht. Weder das ich gut drauf bin noch mein Essverhalten. Kontrolle kostet viel Energie, die habe ich gerade nicht mehr. Ich muss meine Ressourcen auftanken und mich erholen. Und trotzdem.

 

 

Aufgeben ist keine Option!

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Kommentare: 1
  • #1

    firebird (Samstag, 15 September 2018 13:58)

    So eine Tagesklinik kann dir durchaus gut tun. Ich wünsche dir das von Herzen.
    Und sprich dort auf alle Fälle deine Angst vor der Wiedereingliederung an. Es kann durchaus sein, das die von dort aus das dann absagen und sogar eine Rentenempfehlung aussprechen.
    Ich zumindest bin direkt aus der Klinik heraus berentet worden.
    Alles Gute!