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Was ist Depression?

Ich kann es nicht erklären, warum ich in diesen Zustand bleibe, trotz Medikamente, Sport und Therapie. Und ich kann die Krankheit selbst auch schlecht erklären. Sicherlich kommt es oft so rüber, als ob ich gerne in meinem Sumpf verharre und mich darin suhle.

 

Ich weiß, das hört sich alles nach Ausflüchten an für mein Widersprüchliches verhalten und meine Suhlerei in Traurigkeit. Es ist nur ein Versuch zu erklären, warum ich seit 3 Jahren ein ständiges Trauerkloß bin. Und warum ich auch so hin und her mit meinem Essverhalten bin. Alles ist aus den Fugen, inkl. dem Essverhalten.

 

Endloses Grübeln oder Schlafstörungen - wenn der Stoffwechsel im Gehirn entgleist, sind das Symptome einer Depression. Eine unterschätzte Krankheit, laut Dr. Nico Niedermeier, Facharzt für Psychotherapie.

Jeder ist mal traurig oder fühlt sich deprimiert – Jugendliche erklären cool: „Mann, die letzten Tage bin ich voll depri abgehangen.“ Der lässige Umgang im Alltag verschleiert eine schlimme Krankheit und führt dazu, dass Depressionen oft nicht ernst genommen werden. Dabei steht die Krankheit nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation an dritter Stelle der Krankheiten, die schwere und schwerste Einschränkungen des täglichen Lebens verursachen.

Depression ist tödlich und für die große Mehrheit aller Selbstmorde (in Deutschland über 9.000 pro Jahr) verantwortlich. In Deutschland sind derzeit über vier Millionen Menschen erkrankt, Frauen trifft es dabei etwa doppelt so oft wie Männer.

 

Bei einer Depression geraten Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Nervenzellen schütten diese Botenstoffe aus, um untereinander zu kommunizieren und Reize zu übertragen. Entgleist der ausgeklügelte Stoffwechsel der Botenstoffe, kommt es zu einer tiefgreifenden Veränderung des Fühlens, Denkens und Handelns. Der Kranke ist antriebslos, er wird von großen Ängsten und Hoffnungslosigkeit geplagt.

 

Angehörige und Freunde raten: „Reiß dich zusammen. Sieh einfach das Gute.“ Dabei kann der Kranke das Gute nicht sehen, weil seinem Gehirn die Botenstoffe dafür fehlen!

 

Was passiert bei einer Depression im Körper?

Man geht davon aus, dass der Stoffwechsel insbesondere der Serotonin-Stoffwechsel bei Depressionen aus den Fugen gerät. Es gibt auch Befunde, dass andere Stoffwechselprozesse wie z.B. der Cortisol-Stoffwechsel im Körper verändert sind. Depressionen scheinen also „Stoffwechselerkrankungen zu sein, die eigenständig auftreten, aber auch bei körperlichen Erkrankungen wie bei Rheuma und Herzerkrankungen als Folgeerkrankungen entstehen können.

 

Quelle:

Dr. Nico Niedermeier Facharzt für Psychotherapie

 

 

Würde ich den Schalter für meinen aus den Fugen geraten Stoffwechsel finden, ich würde ihn sofort umschalten.

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Kommentare: 1
  • #1

    elenayasmin (Dienstag, 18 September 2018 13:50)

    Ich hatte weiter unten ja schon mal was zum Thema bioidentische Hormone geschrieben. Teilweise können deine Symptome auch von einem Progesteronmangel kommen. Progesteron wird auch "Wohlfühlhormon" genannt. Es beeinflusst den Cortisolspiegel. Von daher wäre eine genauere Ursachenforschung in dieser Richtung für dich sicher nicht verkehrt. Natürlich kann man damit keine Depression wegcremen, aber es kann sie abmildern, für besseren Schlaf sorgen.

    Hier findest du einen kurzen Überblick, was es kann: http://www.mathan.de/naturidentische-hormontherapie.html

    Ich möchte dich nicht bekehren, verdiene da nix dran oder mache irgendwelches Direktmarketing :-). Ich höre und lese nur immer wieder von Frauen in unserem Alter mit ähnlichen Beschwerden und keiner guckt mal auf Progesteron und Östrogen.