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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Mit der psychiatrischen Tagesklinik scheine ich alles richtig gemacht zu haben. Es ist zwar nicht "mein Ort" um gesund zu werden, aber ich habe die richtigen Leute dazu in der Klinik getroffen.

 

Und nicht nur bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nein! Auch mein Antrieb und meine Neugierde wird langsam wieder geweckt. Ich habe den Malerpinsel für mich entdeckt und kann mich in der Tagesklinik ausprobieren. Die Kunsttherapeutin ist gut darin und hat mir erste kleine Techniken der Aquarellmalerei gezeigt. Ich habe mich dann gestern zu Hause gleich an das Üben gemacht.

 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

 

Bevor ich in die Tagesklinik kam, habe ich ja schon immer wieder überlegt, das ich nun auch endlich meine Essstörung angehen möchte. Ein stationärer Aufenthalt und auch das Thema, nun ja, die Psychiatrische Tagesklinik schien mir ein sehr guter Ort zu sein, mich innerlich auf eine Klinik für Essstörung vorzubereiten.

 

Klinik für Essstörung heißt, das ich mich mit meiner Körperwahrnehmung und meinen Essmustern auseinander setzten muss - ob ich will oder nicht. Es heißt, das ich NICHT abnehmen darf in der Zeit sondern evtl sogar noch ein paar Kilos draufsetzte. Mein schlimmster Albtraum der mir richtig Angst macht.

 

Ich muss die Kontrolle über die Portionsgrößen aufgeben, dann ist da kein Naschen zwischendurch mehr, wenn ich gerade irgendwelche Gedanken wegessen möchte. Dieses verkorkste Verhältnis zu meinem Essverhalten und zu meinem Körper ist mein größte momentane Baustelle. Und wenn ich es durchdenke, dann denke ich, das das eigentlich mein letzter und tiefster Auslöser für meine Essstörung ist. Gehe ich das Thema an, gehe ich meinen Angstkern an.

 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

 

Und nun bin ich in der Tagespsychiatrie und meine Bezugstherapeutin hat vorher für viele Jahre in einer Klinik für Essstörungen gearbeitet. Zufall?!?

 

Vorgestern haben die Kunsttherapeutin und Ich entdeckt, das sie bis August genau in der Klinik als Kunsttherapeutin gearbeitet hat, an die ich unbedingt hingehen möchte. Die Schön Klinik in Bad Staffelstein. Zufall?!?

 

Bis vor letzter Woche wollte ich auf keinen Fall in diese Klinik! Sie ist für ihre extrem strengen Regeln bei Essgestörten bekannt. Das wird auch sehr oft in den Rezesionen beschrieben. Das hat mir bis vorletzter Woche große Schwierigkeiten bereitet. Obwohl ich innerlich wußte, das dieses Konzept bei mir Sturkopf gerade das richtige wäre.

 

Das Gespräch mit der Kunsttherapeutin hat alles Schalter komplett umgelegt und jetzt freue ich mich richtiggehend auf die Klinik.

 

Die Einweisung meines Psychiaters lag heute im Briefkasten, seinen Arztbrief habe ich vorab in die Tagespsychiatrie gefaxt bekommen. Die Tagesklinik selbst schreibt auch noch einen ausführlichen Bericht über meine Depression und meine Essstörung, die ich dann nachreichen kann.

 

Es kann also losgehen und ich hoffe, das man mich noch bis spätestens Mitte November aufnimmt, da ich für Weihnachten und Silvester schon (Urlaubs)pläne habe.

 

Die Kunsttherapeutin und auch die Ergotherapeutin haben es geschafft, das ich mich nun für das Malen interessiere. Gleich geht es bei mir zu Hause mit dem Üben weiter. Ich habe mir ein Übungsbuch angeschafft, Aquarellfarben hatte ich schon, die waren sogar noch jungfräulich. Ich will meiner Kunsttherapeutin in zwei Wochen meine Fortschritte und den Spass den ich daran hatte zeigen, wenn sie aus dem Urlaub zurück ist.

 

Auch wenn mir die Klinik nicht direkt bei der Depression helfen kann und mich die Umgebung und die ganzen Mitpatient(innen)nen sehr stressen. Sie ist indirekt ein absoluter Glücksgriff für mich.

 

Und so weiß ich ganz genau .....

 

es gibt keine Zufälle im Leben!

 

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