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Schon wieder aus dem Bett gefallen

Puh, das war eine aktive Nacht bei uns. Kaum im Bett standen wir eine Stunde später im Schlafanzug auf der Terasse. Hier ist es ziemlich windig und es hat uns eine Biertischgarnitur umgeworfen. Das war vielleicht mit gepolter verbunden.

 

Tja und dann hatte ich gestern in der Tagesklinik noch eine Begegnung der dritten Art. Die beschäftigt mich gerade immer noch.

 

Wahrscheinlich zwickts mir heute die Augen zu, sobald ich zu Hause bin. Die zweite Nacht in Folge, wo ich nach 5 - 6 Stunden aus dem Bett gefallen bin. ;-) Ich entwickle mich doch hoffentlich nicht zu einer Frühaufsteherin. Ausgerechnet ich, wo mir der Schlaf so heilig ist. *grins*

 

Aber das hat wohl eher mit einem Vorfall in der Tagesklinik gestern zu tun. Wir hatten gerade Kognitives Training ( Training der geistigen Leistungsfähigkeit), als ein Mitpatient eine minutenlange Disskussion führte, das das alles Scheiße ist und so einen Scheiß macht er nicht. Wir anderen Mitpatienten saßen derweile auf unserern Plätzen und versuchten die Aufgaben in aller Stille und Konzentration abzuarbeiten.

 

Da habe ich gewagt zu fragen, ob man nicht wieder Leise sein kann, weil ICH mich nicht konzentrieren kann. Böser Fehler, das habe ich gestern gelernt.

 

Daraufhin hat mich nämlich der Mitpatient persönlich angegriffen. Ich soll doch den Raum verlassen, wenn es mir nicht passt, da ich eh immer alleine sein will. Zum Raum verlassen hat er mich gleich einige Male aufgefordert. Ich konnte gar nicht reagieren und saß einfach nur da. Noch ein Kommentar, wenn ich nicht gehe, geht halt er raus und verschwand durch die Türe.

 

Ich habe dann meine Aufgaben wieder ganz konzentriert weiter machen können. Einige Minuten später, noch sichtlich erregt, kam er wieder zurück. Rückte seinen Stuhl einige Mal ganz normal hin und her und meinte dann lautstark: hoffentlich ist das Stuhlrücken jetzt nicht zu laut.

 

Ich habe ihn gelassen, weil ich habe mir wirklich nichts weiter dabei gedacht in dem Moment. Als die Stunde dann zu Ende war, bin ich zu ihm hin und habe ganz normal gefragt: "Darf ich dich mal was fragen?"

 

Er hat mich daraufhin sofort angeschnauzt. Und nun kommt mein Fehler, ich habe noch zwei oder dreimal gesagt, das ich das gerne klären möchte. Ich habe nicht erkannt, wann ich aufhören muss, weil mir das Klären so Wichtig erschien. Da baut er sich plötzlich vor mich auf (er ist sicherlich über 30 cm größer, keine Kunst ich bin ja nur 155 cm) und steht nur Zentimenter von mir entfernt. Brüllt aus voller Lunge los und macht Drohgebärden mit seiner Hand. Und dann rauschte er ab zum Rauchen.

 

Ich war so aufgewühlt und hatte Tränen in den Augen. Mein einziger Gedanke: ne, mit dem brauche ich jetzt keine Tagesabschlussrunde mehr in einem engen Raum mit 20 weiteren Personen darin. Und ich packte meine sieben Sachen zusammen.

 

Eine Schwester holte mich ins Zimmer, der sollte ich den Vorfall schildern. Der Arzt kam eine Minute später, dem sollte ich den Vorfall noch einmal schildern.

 

Ich habe viel Verständnis, aber meine derzeitiges Problem als rethorische Waffe gegen mich zu verwenden, das war mir dann doch zuviel. Er hät nämlich viele Ängste, kann keine engen Gebäude betreten, keine dunklen Räume .... bekommt Herzrasen und hat Angst zu sterben. Er wird daher oftmals von gemeinsamen Tagesaktivitäten befreit. Mir würde nicht im entferntesten in den Sinn kommen, mich über seine psychischen Probleme lustig zu machen. Das ist "sein wunder Punkt", darüber macht man sich nicht lustig. Mein "wunder Punkt" sind zuviele Menschen und zuviel Lärm.

 

Ich durfte die Tagesklinik dann noch vor der Tagesabschlussrunde verlassen. Allerdings liegt mir der Vorfall bis heute im Magen. Ich schäme mich, weil ich die Grenze nicht erkannt habe und trotzdem auf eine Klärung bestand. Ich schäme mich, das er mich vor allen anderen Mitpatienten so abgekanzelt hat. Ich würde heute am liebsten nicht in die Gruppe gehen. Und ich schäme mich, das ich mein Bedürfnis von Ruhe während der Stunde über sein Bedürfnis gestellt habe. Und gleichzeitig bin ich so richtig sauer auf ihn, das er mein Problem so gnadenlos als rhetorische Waffe gegen mich verwand hat.

 

Ich weiß nicht, wie ich mich heute in der Gruppe verhalten soll und auch ihm Gegenüber. Am liebsten würde ich mich gerade verkriechen.

 

ABER, ich bin auch verdammt stolz auf mich. Ich musste gestern noch einkaufen und habe endlich mein Lieblingskonfekt entdeckt. Das gibt es nämlich nur zu Ostern und zu Weihnachten. Blätterkrokant von Lindt. ;-). Ich habe mir zwei kleine Tüten gekauft und mit mir den Deal geschlossen, das es die erst an den Weihnachtstagen für mich gibt.

 

Und Traraaaaa, ich habe kein einziges Konfekt gestern gegessen, trotz riesigem Frust und tiefer Enttäuschung. Der Naschschalter scheint gerade wirklich seinen Winterschlaf zu halten.

 

Für ein abwechslungsreicheres und eiweißreicheres Frühstück habe ich mir gestern noch dünne Putenwurst gekauft. Außerdem habe ich noch einen kleinen Vorrat an Trockenfleisch und ein paar Eiweißriegeln. So kann ich gut auf eine eiweißreiche Ernährung achtgeben.

 

Allerdings bewahrheitet sich gerade das, was ich auch schon die ganzen anderen Male zuvor gemacht habe. Mit jedem Tag versuche ich die Kalorienbilanz vom Vortag zu unterschreiten, weil ich Angst habe, das ich sonst nicht abnehme.

 

Im Gegensatz dazu plane ich aber wieder vor, so das die Mahlzeiten zumindest ausgewogen sind. Morgens Brot mit Putenwurst und eine Clementine. Mittags selbstgebratenes Rinderhack mit knackigem Gemüse und Creme Legére. Das Abendessen steht noch in den Sternen. ;-)

 

Dieses im voraus zu Planen gibt mir Sicherheit und vermittelt das Gefühl, das ich gut für mich sorge. Der Rest wird sich wie immer geben.

 

So, jetzt habe ich mir die Füße kalt geschrieben *lach*, von daher schwupps ich nochmals kurz unter meine Decke und kraule die Katzen.

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