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Dem Hunger auf der Spur

Ich bin gerade so was von stolz auf mich, nicht zu beschreiben. Mein heutiges Projekt heißt nämlich: Dem Hunger auf der Spur

Ich kenne bisher nur den nagenden Hunger und den Bärenhunger, so das ich am liebsten über alles herfalle, was sich mir in den Weg stellt.

Also, dann heute kein Frühstück, wie üblich. Ich will heute meinen Hunger kennenlernen. Das ist gar nicht so einfach, habe ich eben festgestellt.

 

Bin nüchtern aus dem Haus, erst in der Firma kurz Waren verpackt und anschließend zum einkaufen. Schon auf den Weg zum Einkauf habe ich mal in mich hineingespürt, ob mein Magen sich endlich mal meldet. Inzwischen war es schon kurz vor Mittag und ich hatte immer noch nichts im Magen. Ich war mir unsicher, ob das Gefühl nun wirklich Hunger oder einfach Durst ist. Zumal es nach dem Trinken auch immer schön weg war und ich ein Satt-Gefühl hatte.

 

Zumindest war ich nicht unvorbereitet, meine Banane ging bis dahin Hand in Hand mit mir durch die Welt. Nach meinem unsicheren Gefühl bin ich dann rein in den ersten Lebensmittelladen und fing mit dem Einkauf an. Beim Gehen durch all diese Gänge mit Lebensmittel stellte sich dann ein wummriges Gefühl im Magen ein. Ich war mir aber trotzdem ziemlich unsicher, ob das jetzt einfach nur Appetit ist oder Hunger. Aus dem Laden raus, das wummrige Bauchgefühl war für mich nicht mehr spürbar.

Aha, schien also nur Bock auf Essen zu sein - so zumindest meine Annahme.

 

Also quer über den kompletten Parkplatz und in den zweiten Laden rein. Alles schön für eine weitere Lebkuchen-Session geholt und langsam und konzentriert durch die Gänge schwadroniert. Wollte ja nichts vergessen, was mir trotz Einkaufsliste regelmässig passiert.

 

Und dann war er plötzlich da, ganz schön heftig, mit lautem Magenknurren und viel Tamtam. Am liebsten wäre ich in dem Moment einmal mit dem Unterarm in ein Gummibärchen-Regal rein und hätte was geht, in meinen Einkaufswagen geschoben. Ich war plötzlich scheißhungrig und hatte nichts in greifbarer Nähe. Es war ein innerer Kampf, bis ich an der Kasse stand und ich habe mehrmals mit mir disskutiert, ob ich mir nicht zumindest so einen kleinen Riegel von der Kasse mitnehme. Ich bin aber echt standhaft geblieben, weil ich ja um die Banane auf dem Beifahrersitz wußte.

 

Dabei  hatte ich in dem Augenblick so überhaupt keinen Bock auf eine kalte Banane, die traurig im Auto lag. Gummibärchen, Schokolade, Teilchen, alles war mir Näher als das blöde Stück Obst. Augen zu und durch.

 

Und dann war ich endlich mit dem Einkaufswagen draußen aus dem Laden und weg von allen unmittelbaren Gefahrenzonen für mich. Im Auto habe ich dann die Banane geschält und mir die ersten beiden Bissen im stehenden Fahrzeug gegönnt. Die restliche Banane habe ich während der Heimfahrt gegessen. Aber immer schön langsam und echt viel gekaut.

 

Zu Hause war ich immer noch etwas flau im Magen. Im Laden hatte ich mir schon alles für einen leckeren Wrap gekauft. Den habe ich mir eben in aller Ruhe fertiggemacht und gegessen.

 

Nun bin ich nicht nur schön satt sondern vorallem auch so richtig schön stolz auf mich. Ich habe nicht nachgegebe sondern durchgehalten.

Jetzt muss ich nur noch das mit dem Hunger richtig einschätzen lernen. Ich erkenne einfach noch nicht die Signale, wenn mein Körper mir sagt: Baby, jetzt darfst du eine Kleinigkeit essen.

Ich merke das immer zu spät und dann falle ich über alles her. Oder ich esse ohne Hunger, weil das Hungergefühl so lange auf sich warten lässt.

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