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Draufgepackt

Bin dabei, mich mental so oft es geht zu stärken und zu motivieren. Am Montag habe ich bei jedem Fitnessgerät draufgepackt. Bei den Bauchmuskeln ging es zwar nur um 2 Pfund nach oben, aber bei allen anderen Geräten konnte ich zwischen 6 und 10 Pfund an Gewicht auf einmal draufpacken!!!

So ging ich mental gestärkt aus dem Training heraus und auch mein Muskelkater die letzten zwei Tage war nur halb so schlimm.

So trainiert war das ein guter Start in die Woche. Immer wieder kommen kleine Umbrüche, die mich runterziehen wollen. Ich versuche diesen Gedanken so wenig Raum wie möglich zu lassen und lenke mich mit Hausarbeit, Malen, und Raus gehen ab.

 

Gestern war ich dann spontan bei meinem Mann in der Arbeit eingeteilt. Ich habe alles abgearbeitet, was er brauchte und war somit 5 Stunden in der Firma beschäftigt. Es hat mir wie immer Freude gemacht und wie immer wurde es nach 3 Stunden für mich kritisch. Als ich dann nach 5 Stunden einfacher, aber konzentrierter Arbeit fertig war, war auch ich mal wieder fertig. ;-) Auch nichts Neues mehr und immer wieder eine scheiß Erfahrung die beängstigend ist. Alleine könnte ich mein Leben finanziell überhaupt nicht stemmen. Ich wäre auch alle Fälle auf Hilfe vom Staat angewiesen, auch wenn der Staat das im Augenblick noch nicht so sieht.

 

Nach den 5 Stunden konnte man mir beim denken zusehen, die Reaktionen waren stark vermindert. Die Heimfahrt mit dem Auto zum Glück nur 10 Minuten, wobei mein Mann mich am liebsten erst einmal in sein Büro abgelegt hätte.

 

Zu Hause bin ich nach dem Befüllen der Waschmaschine auf die Couch gefallen. Mein Mann hat gekocht, ich habe später noch die Spülmaschine ein und ausgeräumt, damit hatte ich Feierabend. Ich lag schon um kurz nach 21:00 Uhr im Bett und habe bis heute Morgen um 7:40 durchgeschlafen. Trotz des Schlafes bin ich nicht erholt. Ich versuche aber ein erneutes Nachmittagsschläfchen zu vermeiden, damit ich heute Abend länger auf bleibe und gleich wieder in einen normalen Tages- und Nachtrythmus ankomme.

 

Gleich geht es zum Zahnarzt, jetzt habe ich es dann auch bald wieder geschafft. Heute noch und noch einmal zur Zahnreinigen, dann ist mal wieder gut bis zur nächsten Session.

 

Abends sind wir schon verplant. Der Mitarbeiter meines Mannes ist in den Ruhestand gegangen und wir haben heute alles für einen netten Abschiedskorb besorgt. Den wollen wir heute Abend persönlich vorbeibringen und schon mal gesegnete Weihnachten sagen. Sein Mitarbeiter - gleichzeitig sein Cousin - fährt wie jedes Jahr, über Weihnachten und Neujahr in den Urlaub.

 

Ich backe nächste Woche noch eine letzte Ladung Lebkuchen, dann ist auch für mich Schluss. Eigentlich wollten wir noch den Weihnachtsbaum aufstellen, nur das ich dafür zu müde bin. Also erinnere ich meinen Mann jetzt nicht ständig an den fehlenden Weihnachtsbaum. Zu anderen Zeiten wäre ich ein echter Nervzwerg, in der Beziehung. *grins*

 

Ach ja, wollte mal ein bisschen was von meiner Arbeit in der Firma meines Mannes zeigen.

Im ersten Bild teste ich über 400 kleine Widerstände, ob sie auch funktionieren. Ganz einfach. Aus der Verpackungsstange raus, in die Testplatine stecken, sehen ob das Licht leuchtet und dann wieder zurück in die Verpackungsstange und als getestet abzeichnen.

 

Danach muss ich die gestesteten Widerstände in Leiterplatten stecken und pro Forma mit einem Teflonband befestigen, weil sie später kopfüber gelötet werden. In jeder Leiterplatte stecken 128 von diesen kleinen Widerständen.

 

Danach musste ich auf die gleichen Leiterplatten, noch andere Sachen bestücken. Vorher musste ich die Leiterplatten mit einem speziellen Schneider trennen.

 

Und im letzten Bild muss ich an einer Maschine manuell den Silberdraht in so kleine Stücke schneiden. Dann ziehe ich den Draht etwas aus der Hülle mit einer Pinzette, schneide den Draht ab. Wieder zurück damit in den Plastiküberzug und genau mittig in einem 90° Grad Winkel per Hand verbiegen.

 

Alles keine komplizierten Dinge, aber immer mit voller Konzentration und das inmitten von all dem Lärm der Bestückungsmaschinen um uns herum.

 

Das sind also so Arbeiten, die ich in der Firma meines Mannes mitmache. Einfach Arbeiten für ungelernte Kräfte und die schlauchen mich dann so dermaßen.

 

 

Nach dem ich gestern so kreuzfertig war, vermutet mein Mann, das hinter meinem ständigen Erschöpfungssyndrom nicht nur die Medikamente oder eine Depression liegen. Also heißt es verschiedenen Ärzten auf die Füße treten und herausfinden, ob das auch körperliche Ursachen haben könnte. Den es ist so, das ich im Moment unfreiwillig das halbe Leben verschlafe. Egal ob Sonnenschein, Glitzerschnee oder Regen. Eine Stunde körperliche Bewegung (Arbeit, Hausarbeit, spazieren Gehen) reichen inzwischen aus, um mich für eineinhalb Stunden auf der Couch in ein Schlafkoma zu versetzten. ;-)

 

Übrigens, Kaffee oder anderes Koffeein, Teein hilft da schon lange nicht mehr.

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