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Endlich wieder dahoam

Seit gestern Vormittag bin ich nun endlich wieder daheim. Im eignenen Bett schlafen und die Familie um einen herum, das hat schon was. So groß die Freude ist, ich bin natürlich auch angespannt und auf der Hut, das ich das gelernte hier gut umsetzte.

 

Und schon tun sich die ersten Hürden auf, die ich aber noch mit Gelassenheit nehme. Also das Zeitmanagement zu Hause ....

 

... das ist noch mal eine ganz andere Sache. Hier laufen wir natürlich nicht wie eine Schafsherde, angetrieben von ihren Schäfern und den Herdenhunden zum Speisesaal. Hier ist mein Alltag nicht auf meine Essenszeiten abgestimmt. Zu Hause sein, heißt auch mit anderen Essenszeiten zu leben und diese so gut es eben geht, anzupassen.

 

Gestern ist mir das ganz gut gelungen.

 

Auf der Heimfahrt gab es die Zwischenmahlzeit, Mittagessen hat sich wegen Einkauf um eine Stunde nach hinten verschoben. Nachmittags der Kuchen war pünktlich, weil ich nur von mir abhängig war. Abendessen war um eineinhalb Stunden später, weil Mann und Neueröffnung der Pizzaria ihre eigene Zeitrechnung hatten. Und der Spätsnack war wieder "in Time", weil es nur um mich ging.

 

Hier mal mein Mahlzeitenplan von gestern:

 

  • Frühstück
    1 Vollkornbrötchen, Butter und Marmelade, 1 Glas Saftschorle
  • Zwischenmahlzeit
    1 Banane und handvoll Paranüsse
  • Mittagessen
    1 Vollkornbrötchen mit Teewurst und Merretisch Sahne-Frischkäse
  • Nachmittags
    1 Stück Frankfurter Kranz mit Buttercreme
  • Abendsessen
    1 halbe Tunfischpizza
  • Snack
    1 Rahmjoghurt

Gut war, das ich fast jede Mahlzeit langsam gegessen und damit auch achtsam gegessen habe. Das ist eines der tollen Werkzeuge, die ich nun 1 Monat lang in der Klinik üben konnte und die schon gut funktioniert.

 

Ich finde es auch gut, das ich gestern so mutig war und mir bewußt den Frankfurter Kranz ausgesucht habe. Der hat mich nun schon seit fast 2 Wochen angemacht. Aber in der Klinik gab es den Kuchen nicht und mit meiner Therapeutin hatte ich immer Mürbeteig oder Sahnetorte ausgemacht. Und versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen.  ;-)

Und somit habe ich das Stückerl Kuchen gestern Nachmittag für mich alleine tatsächlich genossen und ein bisschen zelebriert.

 

Auch gut ist, das ich mich gestern wirklich bis zum späten Abend strikt an meinem Mineralwasser orientiert habe und es erst kurz vorm Bett die kleine Falsche Kirsch-Pepsi als Belohnung gab. Darauf bin ich richtig stolz.

 

Meinem Mann habe ich die Kinderschokolade auf seine Tastatur gelegt, samt Anweisung auf dem Zettel. Er muss mir diese Woche an drei Abenden noch jeweils zwei kleine Riegel geben. So kann ich tagsüber nicht auf die schräge Idee kommen, das ich einspare, indem ich entweder etwas weglasse oder zu kalorienärmeren Lebensmitteln greife.

 

Als Aufgabe habe ich von meiner Therapeutin mitbekommen, das ich mich jeden Morgen vor dem Frühstück wiegen soll. Das hat therapeutische Gründe, den ansonsten würde es einmal die Woche reichen.

 

Weil ich eine Gewichtsphobie habe, soll ich mich jeden Tag mit meinem Gewicht konfrontieren, damit ich lerne, das wenn ich meinen Essensplan einhalte, mein Gewicht sich langfristig einpendelt. Den noch nehme ich damit ja ganz langsam aber stetig ab. Sobald Körpergewicht (Kalorienverbrauch) und Kalorienaufnahme wieder auf Augenhöhe sind, schiesst sich mein Gewicht ein. Dann kann ich nur noch mit entsprechend mehr Bewegung etwas bewegen, wenn ich es möchte. Ich soll hier dann aber auf keinem Fall übertreiben.

 

Darüber kann ich mir noch keine Gedanken machen. Noch geht es mir ja gut, weil ih weiterhin etwas abnehme. Ist aber auch kein Hexenwerk, den in der Klinik habe ich mich ja kaum bewegt, was so gewünscht war. Der normale Haushaltsalltag bringt da schon ganz andere Bewegungsanforderungen mit sich. Mich freuts auf alle Fälle. Besser gesagt, meiner Frau Rottenmeier (Name meiner Essstörung) gefällt das tierisch gut.

 

Was mich hingegen kirre macht, ist das Milimeterblatt, das mir für meine Gewichtskurve in die Hand gedrückt wurde. Das will ich irgendwie online machen oder stationär auf meinem PC. Muss mal sehen, was da für mich die praktikablere Lösung ist.

 

Dann will ich mir noch meinen Wochenplan bis Sonntag schreiben. Was ich festlegen kann, sind auf alle Fälle alle Mahlzeiten, welche ich für mich alleine esse. Das Abendessen und an dem Wochenenden Abendessen / Mittagessen, kann ich vorab nicht planen. Wir kaufen ja meist beim Bauern unser Gemüse und da wird genommen, was noch da ist.

 

Jetzt werde ich erst einmal meinen Papierkram anfangen. In den vier Wochen ist eine Menge liegen geblieben. Die Meditation vor dem Mittagessen ist fest eingeplant. Danach geht es für das Abendessen einkaufen und anschließen gibt es ein Stück Kuchen. Mal sehen, was mich heute anlacht. Zum Abendessen hat sich Isa gefüllte Zucchini mit einem Walnuss-Ziegenkäse Topping gewünscht. Das ist gut, ist nämlich alles drin was ich brauche und somit so richtig schön ausgewogen.

 

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