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Der kleine - große Unterschied

Kennt ihr das auch. Es gibt da diesen kleinen Unterschied der einen verdammt großen Unterschied macht. Die Grenze kann man nicht genau bestimmen, bis zu dem Augenblick, an dem man sie überschreitet. Dazu braucht es keine Waage, es reicht das Bauchgefühl, die Intuition und das Gefühl von Kleidung die zu kneifen beginnt.

 

Heute Morgen habe ich diese Grenze für mich überschritten. Ich habe meine Bauch ganz deutlich beim Autofahren wahrgenommen. Er quoll nur so über den Hosenbund meiner Stretch-Jeans. Da hilft es auch nichts, das im Stehen kein Bauch über den Bund quillt. Es passt einfach nicht mehr. Ich bin nicht mehr stimmig mit mir. Das ich das vor mir Selbst zugeben muss, das beschämt mich jedes Mal wieder auf ein Neues.

Ich will auch nicht auf die Waage, die Tatsache ist auch so sehr greif- und fühlbar für mich. Der Gang zur Waage würde wieder nur eine sinnfreie, radikale Diät bedeuten. Zumindest würde ich auf ein neues Pläne für eine radikale Diät schmieden.

 

Wo verpeile ich eigentlich immer meinen Weg. Wollte ich den NIE NIE WIEDER ZUNEHMEN? Das war meine größte Angst, als ich beim Abnehmen gemerkt habe, das es dieses Mal klappt. Warum kapiere ich es nicht, das die OP nur eine Hilfe ist. Ich bin es inzwischen aber auch leid, das ich Hilfe annehme. Ich hatte mehrfache Ernährungsberatung, wußte aus Foren und meiner SHG das eine Zunahme die logische Konsequenz ist, wenn ich nicht meinen Weg finde. Ich war in einer Klinik für Essstörung, ich habe eine Diagnose. Hilft irgendwie alles Nichts, wenn ich es nicht umsetzte (n kann).

 

Bisher bin ich anscheinend nur an der Oberfläche geblieben, auch wenn sich das hier immer ganz anders liest.

 

Ich habe mich heute Abend konsequent hingesetzt und habe meine Lieblingsgerichte und die Nahrungsmittel aufgeschrieben, die ich sehr gerne esse.

 

Die meisten Lieblingsgerichte sind gut und ausgewogen. Nicht zu fettig, nicht zu Kalorienlastig, das passt ganz fein. Ich habe auch welche dabei, die schneiden nicht ganz so gut ab. Hier will ich in den nächsten Tagen anfangen, für mich kritische Lebensmittel durch leichtere Lebensmittel auszutauschen. Und zwar, ohne das die Gerichte groß an Geschmack verlieren. Das ich bisher nicht auf diese einfach Idee gekommen bin, das will mir gar nicht in den Kopf.

 

Außerdem kann ich mit meinen Lieblingsnahrungsmitteln jede Menge Gerichte selbst zusammenstellen.

 

Und ich bin ja ständig am Essen. Manchmal kann ich das ganz gut aushalten, aber die meiste Zeit will ich dann doch etwas zum kauen. Daher habe ich nun auch mit einer Liste von Snacks angefangen, die ich teilweise immer im Haus haben möchte. Lieblingsobst, Lieblingsgemüse, gesunde Eiweißsnacks in der Vollfettversion. Auf keinen Fall Light Produkte, außer die die ich einfach lieber esse.

 

Es soll sich auf keinen Fall nach Diät anfühlen, sondern natürlich von der Hand gehen.

 

Bei der Waage bin ich zwiegespalten. Brauche ich sie? Brauche ich sie nicht? Sie bereitet mir oft Magenschmerzen und ich mache meine Stimmung und mein Essverhalten von ihr ab. Die nächste Zeit wird sie mich auf alle Fälle nicht sehen. Sie hat mir zu  meiner schlankesten Zeit keine befriedigende Zahl angezeigt und zu meinen schwersten Zeiten hat sie mich Frustessen lassen. Also bleibt sie unterm Bett, wo sie gerade gut aufgehoben ist.

 

Ich brauche andere Merkmale um mein ganz eigenes Gewicht zu finden. Als erstes fallen mir da mein Spiegelbild ein, mein Art mich zu kleiden, mein Bewegungsdrang. Das ploppt alles gerade so durch mein Hirn. Darüber will ich mir Morgen intensiv Gedanken machen. Jetzt bin ich gerade schon wieder viel zu euphorisch, was ich nicht gut finde.

 

Es wird Zeit, das ich mir wirklich Zeit für mich nehme und sie nicht sinnlos beim surfen, lesen oder dumm durch die Gegend gucken verplempere.

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