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Kleine Kurskorrektur

Die letzte Woche hatte einige spontane Arbeitseinsätze, so das ich mich leider nicht in dem gewünschten Umfang um meine eigene Kurskorrektur kümmern konnte. Aber heute finde ich wieder Zeit dazu. Ich habe mir einen schönen Ordner gekauft, Vorlagen in Word angelegt und will nun Anfangen meinen Ordner mit Leben zu füllen.

Er ist gegliedert in die vorläufigen Bereiche:

  • Seele
  • Bewegung
  • Soulfood
  • Mein Tag (mit jeweils den gleichen Fragen)

 

 

Eine wichtige Frage für mich ist, mit welchem Körper ich mich am wohlsten fühle. Die Zahl auf der Waage kann es ja nun nicht sein, den damit war ich die ganze Ab- und Zunahme zufrieden. Wann fühle ich mich dann nun eigentlich im eigenen Körper wohl? Und ich meine damit wirklich das rein Äußerliche, was mein Wohlbefinden beeinflusst.

 

Ein Punkt ist auf alle Fälle, wenn ich mich richtig Bewegen kann beim Wandern und es anstrengend, aber durchaus machbar ist. Hier habe ich die Grenze überschritten, das ist für mich fühlbar und sehr eindeutig.

Bei kurzen Strecken und nicht sovielen Höhenmetern kann ich mit meinem Mann trotz Größen-unterschied gut mithalten. Aber kaum wird es etwas anspruchsvoller, erreiche ich inzwischen wieder viel leichter meine Grenzen.

 

Das merke ich aber auch beim Krafttraining. Aber hier ist es nicht die Kraft, den die habe ich immer noch, meine Muskeln sind ja im Training. Aber ich merke es an der Einstellung der Geräte, auf meinen neuen Körperumfang. Ich fühle mich unwohl, weil ich merke das nur noch ein paar Hundert Gramm fehlen und ich müsste zum Trainer gehen und mit ihm eine neue Einstellung der Geräte festlegen. Dafür Schäme ich mich und das möchte ich nicht. Außerdem rollt sich eine Speckrollte über meine Trainingshose und ich zuppel ständig an meiner Sportkleidung herum. Schlecht sitzende Kleidung ist auf alle Fälle auch ein guter Messgrad für mich.

Das heißt, ich fühle mich wohl in meinem Körper, wenn ich mich in meiner Sportkleidung wohlfühle und mich auf meine Übungen, anstatt auf das verstecken von vermeintlichen Speckrollen konzentrieren kann.

 

Gerade bei Kleidung macht sich das bei mir gut bemerkbar. Ich habe Angst die Sommerkleidung vom letzten Jahr anzuziehen. Berechtigte Angst davor, das sie mir nicht mehr passt. Ich habe mir die ersten Shirts neu gekauft, weil ich nicht mehr Körperbetont tragen möchte. Mein BH zeichnet sich wieder am Rücken ab, das finde ich nicht sehr schön. Es gibt schlimmeres, aber ich fühle mich nicht wohl damit. Außerdem habe ich das Gefühl (nur das Gefühl) das ich schon wieder zu pfundig für Kleider bin, auch wenn das sicherlich nicht stimmt. Aber auch hier, ich merke, das ich mich nicht mehr wohl in bestimmter Kleidung fühle und nun eher zum kaschieren als zum betonen der Kurven  neige. Ich fühle mich wohl, wenn ich mich so kleide, wie ich möchte und nicht darüber nachdenken muss, das ich gerade zu dick dafür bin.

 

Ich zeige mich nicht mehr so gerne in Unterwäsche oder Nackt vor meinem Mann. Ich habe Angst, das er mein vermeintliches Versagen (die Wiederzunamen) gegen mich verwenden könnte. Das tut er auf  keinen Fall. Aber ich fühle mich mit den mehr an Kilos nicht mehr sexy, ganz einfach gesagt. Wenn ich mich wohl in meinen Körper fühle, fühle ich mich gleichzeitig auf sexy und attraktiv.

 

Ich merke, mir macht das Essen nicht mehr soviel Spass. Inzwischen schlägt wieder regelmässig das schlechte Gewissen zu, wenn ich esse. Egal ob zu den normalen Esszeiten (und zu diesen Zeiten sollte ich auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen haben) oder wenn ich sinnlos nasche. Ein schlechtes Gewissen ist nie ein guter Ratgeber. Ich fühle mich wohl, wenn ich mein Essen geniessen kann.

 

Mal überlegen, was habe ich noch gefühlt zu den Zeiten, als ich mich am wohlsten in meinen Körper gefühlt habe. Das ist gerade gar nicht so einfach, merke ich.

 

Ja genau, ich glaube zu meinen wohlsten Zeiten hatte ich auch immer einen ganz eigenständigen Bewegungsdrang. Also nicht das supersportliche, aber da war es schon an der Tagesordnung, das ich mich im Alltag einfach viel mehr und viel lieber bewegt habe. Ich habe da gerne in meinen Körper hineingespürt. Also wie es sich zum Beispiel in meinem Körper anfühlt, wenn ich die Treppen vom Keller in den zweiten Stock hoch geht. Ich mochte das Spiel meiner Muskeln. Oder das ich meinen Körper mit meinen Oberarmen an der Stange hochziehen konnte. Stolz, genau das war es, es hat mich unsagbar stolz gemacht und solche Momente haben meinen Körper mit Glückshormone geflutet. Das vermisse ich. Ich fühle mich also wohl, wenn ich mir stolze Momente durch meinen Körper verschaffen kann und er mich nach der Anstrengung mit Glückshormone beschenkt.

 

Zu meiner Wohlfühlzeit hatte ich auch mehr Energie für den Tag übrig. Ein schwerer Körper verbraucht mehr Energie und ist daher eher schlapp. Aber auch das Unwohl fühlen alleine nimmt den Schwung aus dem Tag. Mehr Kilos rauben mir also körperliche und seelische Energie. Ich will mich wieder energiegeladener fühlen und dazu möchte ich etwas weniger essen und gesünder leben.

 

 

Ein großes Anliegen von mir ist es ja, das ich nicht wieder austicke und voller Euphorie ins Extreme gehe. Ich will nur wenige Stellschrauben drehen, die aber auf Langfristigkeit gesehen eine große Wirkung haben.

 

Zu denken, das ich jemals komplett Zuckerfrei leben könnte, wollte, möchte ... nein, das will ich nicht. Heute Mittag gab es Brotzeit. Für mich eine Scheibe selbstgebackenes Osterbrot mit schön Nuss-Nougat-Creme drauf und dazu frische Wassermelone. Ich hatte ein schönes, süßes Mittagessen, habe mich aber mit der Melone dann noch satt gegessen.

 

Eine weitere Maßnahme ist, das ich immer wieder separat für mich kochen werde. Es gibt Essen, das muss ich nicht haben, ist aber das Lieblingsessen von meinen Beiden hier. Gestern war so ein Abendessen geplant. Knödel mit Sahnegeschnetzelten. Das brauche ich nicht. Ich habe dann gesagt, das ich das in Ordnung finde, ich mir aber mein eigenes Abendessen kochen möchte und das ich das Zukünftig ab und zu mal machen werde. Auf die Antwort: das ich meine Lieblingsgerichte ja essen könnte, wenn ich Mittags alleine zu Hause bin, habe ich mit einem klaren "Nein" geantwortet. Es ist wie es ist, ich möchte mein Lieblingsessen in Gesellschaft geniessen und das ist kein Weltuntergang.

 

Und so gab es bei mir gestern mein heißgeliebtes "Szegediner Gulasch" das ich auch heute Abend noch einmal essen werde. Außerdem habe ich drei weitere Portionen für mich eingefroren. Das werde ich auch noch bei einigen anderen Lieblingsgerichten so machen. Und so sitzen dann immer drei glückliche Menschen am Esstisch und jeder einzelne hat was davon. Das finde ich viel besser. Außerdem hat es mir ein gutes Gefühl gegeben, das ich hier für mich eingestanden bin und nicht nachgegeben habe. Das habe ich schon einmal versucht, bin aber das letzte Mal mit meinem Vorschlag auf Widerstand gestoßen. Ich habe daß das letzte Mal wohl unglücklich formuliert und dieses Mal ist es mir besser gelungen.

 

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