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Scheiss drauf ...

Mir ging eben durch den Kopf, das ich mich eigentlich nie so richtig, mit allem Drum und Dran in meinem Körper wohlgefühlt habe. Immer hatte und habe ich etwas daran auszusetzten. Mit 48 kg fand ich mich in Klamotten toll, nackig wie ein zerlumpter Waschlappen mit einem verhärmten Gesicht.

Mit knapp 60 fand ich mich schon wieder zu dick. Die Oberschenkel massiv, die Brust zu schwer, der Bauch zu rund - das Gesicht aber total schön und die Kurven meiner Hüften phänomenal toll.

Jetzt ....

finde ich meine Brüste total Scheisse, mein Dekollete im Dirndl den Hammer. Den Arsch zu breit, die Oberarme zu schwabbelig, das Gesicht wunderschön, den oberen Bauch zu fett, den unteren Bauch schön trainiert.

 

Jo, es passt ja eh nie bei mir, also kann ich gleich drauf Scheissen. Es gibt kein Ideal für mich, also warum den Körper nicht einfach geniessen, so wie er ist. Einfach gesagt und ich versuche mich jetzt heran zu tasten, an dieses Gefühl.

 

Fressattacken habe ich so satt, aber die Pläne von Diäten oder "Tagen ohne Essen" auch. Was ist so schlimm, wenn ich nasche und danach anstatt von dem Naschextrem in ein normales Essverhalten zurückkehre?

 

Ich werde meinen perfekten Körper eh nie bekommen, weil ich glaube ich, selbst nicht einmal weiß, wie mein perfekter Körper sein soll. Der ist wahrscheinlich praktisch gar nicht machbar, so wie die Taille von Barbie nie Realität sein werden wird. Die würde umknicken und ihre inneren Organe wären alle Brei, so dürr wie die ist. Also wirklich drauf geschissen, wenn ich ehrlich bin.

 

Ob nun 36 oder 42 auf den Etiketten in meiner Kleidung steht, ist doch Jacke wie Hose, so lange ich selbst gesund bin. Damit meine ich: kein Bluthochdruck, keinen (Prä)Diabetes, kein Herzklopfen sobald ich 20 Stufen am Stück steige. Solange das alles im grünen Bereich ist und meine Blutwerte alle stimmen, sollte ich nun wirklich mal die Kirche im Dorf lassen.

 

Das schreibt sich alles so, so leicht. Vorallem nach einem halben Likörchen ;-). Aber es muss doch einfach auch machbar sein. Ich will und werde mich dafür anstrengen.

 

Und nu lass ich den Gott für Heute einen lieben Mann sein und geselle mich zu meinen Schatz ins Wohnzimmer. Ein bisserl Jazzmusik auf der Anlage hören und den Abend einläuten.

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