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Vom Sonnenbrand geküsst

Urlaub war toll. Leider habe ich mich vergessen einzucremen, bei der ersten Fahrradtour. Und so habe ich mir einen leichten Sonnenbrand an beiden Armen geholt. Durch den Fahrdwind habe ich das auch nicht mitbekommen, erst am späteren Abend im Hotel.

Ansonsten nur die üblichen Plessuren, die bei mir anscheinend zu einem Aktivurlaub dazu gehören. Ein paar blaue Flecken und ein Muskelkater der bis gestern anhielt.

Bin auch noch überhaupt nicht dazu gekommen, mir die Urlaubsbilder am PC anzusehen. Wir sind nämlich auf dem Nachhauseweg bei meinen Eltern eingekehrt. Meine Mama hatte ihren 71. Geburtstag. Tags darauf hatte mein Mann seinen Geburtstag und gestern hatten wir dann unsere Freund da und haben etwas gefeiert.

 

Gerade eben ist mein Mann losgefahren in die Firma, sein Auto mit der Maschine polieren. An einem Sonntag! Der Audi TT kommt weg und wird heute noch Online gestellt. Wir fahren ihn zu wenig und wir brauchen ihn ehrlich gesagt auch gar nicht. Ist einfach unnötiger Luxus, muss man ehrlich sagen. Das Geld investieren wir dann in unsere Photovoltaikanlage, die in den nächsten Wochen auf unser Dach kommt.

 

Der Urlaub war dieses Mal richtig aktiv ohne einen Tag Sportpause dazwischen. Wir sind ja am Samstag losgefahren und am späten Nachmittag in Tirol angekommen. Da haben wir es noch sehr, sehr gemütlich angehen lassen und sind lediglich zum Abendessen geradelt.

 

Aber gleich am nächsten Tag ging es das erste Mal in unserem Leben mit dem eBike knapp 700 HM am Stück auf die Füssner Hütte. Das war ganz schön anstrengend und uns ist aufgefallen, das nur noch eine handvoll Radler analog (also mit normalem Mountainbike) nach oben gefahren sind. Es war die Hölle los, klar an einem Sonntag bei tollstem Wetter. Wir sind über eineinhalb Stunden stetig bergauf gefahren und ich war echt geplättet. Ich habe nicht ein einziges Mal die stärkste Unterstützung gebraucht. Überhaupt habe ich mir von Anfang an angewöhnt, das ich erst dann die Unterstützung höher schalte, wenn das Bike kurz vorm umkippen ist, weil ich so langsam fahre.

 

Ich bin auch mächtig stolz, das ich den längsten Teil bergauf nur mit "Tour" gefahren bin und den "Sport" nur ein oder zweimal kurz gebraucht habe. "Turbo" musste ich kein einziges Mal benutzen, Tschakka!

 

Allerdings, oben angekommen, war ich bis auf die Unterwäsche patschnass. Also wirklich nass, man hätte die Unterhose auswringen können. Ich wurde auch oft von vielen anderen eBikern überholt, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Bei meinem Mann wird dann ja der Ehrgeiz geweckt und er tritt gleich etwas schneller. Ich bin schon froh, wenn ich einfach nur ankomme.

 

Runter ging es für mich fast genauso langsam wie hoch, weil es einfach viele Kehren gab und ich ein Schiesser vor dem Herrn bin. Ist mir zu schnell und wenn das eBike mal strauchelt, falle ich einfach um. Die 21kg Eigengewicht kann ich dann so schnell nicht mehr abfangen.

 

Die erste Tour war knapp 30 Kilometer lang und hatte fast 700 Höhenmeter.

 

Am zweiten Tag hat mir mein Mann versprochen, das wir es gemütlicher angehen lassen. Es waren nur knapp 40 Kilometer und dafür auch nur 500 Höhenmeter. ;-). Never trust your man!

 

Am dritten Tag sind wir auf den Hausberg gewandert. Uns beiden tat der Hintern vom Radeln so weh, da war einfach Wandern angesagt. Eigentlich war die Wanderung an sich gar nicht so schwer - also normalerweise. Aber die zwei Vortage auf dem Bike steckte in den Knochen und es war furchtbar schwül an dem Tag. Ich bin hochgekrochen, ehrlich. Oben auf der Alm war ich fix und fertig und wollte nur noch mein Bett. Der Tag hat mich geschafft und ich bin in der Nacht mit einem sakrischen Muskelkater aufgewacht. Der Muskelkater hat mich bis gestern begleitet!

 

Am letzten Aktivtag haben wir es dann wirklich ruhiger angehen lassen. Wieder knapp 40 Kilometer, aber die 500 Höhenmeter waren so richtig schön verteilt. Zum Glück geht Fahrrad fahren trotz Muskelkater gut.

 

Wir sind am Samstag angereist und am Donnertag wieder abgefahren. Von Sonntag bis Mittwoch habe ich fast 1.000 aktive Sportminuten eingeheimst. Um genau zu sein waren es 997 aktive Sportminuten. Ich bin mir ziemlich sicher, das waren die aktivsten 4 Tage meines bisherigen Lebens. ;-)

Mein Körper hat es mir mit vielen Endorphinen gedankt und ich fühle mich gut.

 

Und obwohl ich im Urlaub ehrlich auf meine Essgewohnheiten acht gegeben habe, bin ich immer noch am Zunehmen. Ich habe jeden Morgen Naturjogurt mit frischen Obstsalat und etwas Müsli gegessen. Dann gab es entweder noch ein kleines Körnerbrötchen pur oder ein gekochtes Ei.

 

Mittags habe ich entweder eine Kasspressknödelsuppe oder einen Salat gegessen. Und Abends gab es nur Leichtes. Zum Beispiel frischen Spargel mit 1 Kartoffel und ganz wenig Butter drüber. Oder Ofenkartoffel mit Quark und Tunfisch. Ich habe also versucht viel Eiweiß einzubauen. Tagsüber hatte ich 2 - 3 Müsliriegel, wenn die Energie fürs sporteln futsch war. Einmal im Urlaub habe ich mir ein drittel Eisbecher gegönnt, das wars! Kein Alkohol, keine anderen Naschereien oder Knabbereien.

 

Trotz des vielen Sports und der ausgewogenen Ernährung sitzen meine Klamotten erneut enger. Das hinterlässt mich oftmals ratlos.

 

Inzwischen bin ich soweit, das ich mir ernsthaft überlege, ob ich nicht einen Versuch mit Intervallfasten versuche. Den ich will auf keinen Fall wieder alles zunehmen, was ich abgenommen habe. Daher habe ich mich mit meinem Mann besprochen und ich will nun mal versuchen von Mo - Fr 16 Stunden Essenspause einzulegen. Mein Mann kann das leider nicht, sonst würde er sofort mitmachen. Aber der kommt sonst schnell in den Unterzucker und wird leidig. An den Wochenenden wird gemeinsam gefrühstück, das klappt die lange Pause nicht. Aber ich dachte, wenn ich es schaffe, lasse ich an den Wochenenden die Mittagspause weg und esse dann lieber am Abend wieder gemeisam. Irgendwie will ich es ja auch nicht übertreiben und vor allem nicht wieder so zwanghaft angehen lassen.

 

In meine Nachsorgeklinik traue ich mich schon gar nicht. Und das obwohl sie wissen, das ich eine Essstörung habe. Die Zunahme ist mir aber trotzdem megapeinlich und ich habe das Gefühl, das sie ihre Zeit umsonst in mich gesteckt haben.

 

Es ist so, als ob mein Körper mit aller Gewalt wieder ein bestimmtes Gewicht erreichen möchte und erst dann seine Ruhe gibt. Es ist bloß so, das ICH nicht das selbe möchte wie mein Stoffwechsel.

 

Ach .... irgendwie bin ich nach all den vielen Jahren immer noch keinen Schritt weiter gekommen. So fühlt es sich zumindest in den letzten Tagen für mich an. Gerade nach den wirklich sportlichen Urlaub und dem sehr ausgewogenen Essen. Nichts mit Käse überbacken, keine Sahnesoßen, nicht in KHs gebadet, keine unnötigen Kalorien durch Getränke oder Alkohl und dann so was! Ich habe keine Ahnung.

 

Ich bereue die Schlauchmagen-OP garantiert nicht, aber immer mehr wird mir klar das die OP nur ein Tropfen auf den heißen Stein war. Klar habe ich mich in den letzten Monaten weniger bewegt als zu meinem niedrigsten Gewicht. Und trotzdem habe ich immer meine 2 Stunden Sport pro Woche hinbekommen. Außerdem achte ich darauf, das ich möglichst viel im Alltag zu Fuß gehe. Metzger, Post, das erledige ich zu Fuß und mit Rucksack. Wenn ich einkaufen gehe, dann parke ich immer so, das ich möglichst weit weg vom Eingang parke. Im Haushalt erledige ich oft bewusst meine Dinge so, das ich sehr oft die Treppen rauf und runter muss. Ich weiß also, das ich mich trotzdem gut bewege.

 

Vielleicht trotzdem mal die Kohlenhydrate drastisch reduzieren. Dabei bin ich inzwischen eine Verfechterin davon, das alles auf den Teller gehört und ich keine einseitige Kost habe. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Und wieder einmal stehe ich orientierungslos im Ernährungsdschungel fest. Ich will nur nicht schon wieder blind losrennen, weil das in der Vergangenheit noch nie gut gegangen ist.

 

Ich werde sehen. Aber wie ihr seht, ihr seht mich genauso ratlos, wie schon vor einigen Jahren. Zwar um einige Erfahrungen reicher, aber irgendwie noch nicht wirklich schlauer. ;-)

 

 

P.S.: Die habe ich hin und zurück überquert. Europas längste Hängebrücke!

 

 

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