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Wie gehabt

Auch dieses Wochenende habe ich mit dem Fasten ausgesetzt. Auffallend ist, das ich mich wohler fühle, wenn ich lange Fastenpausen habe. Warum ich das an den Wochenenden dann nicht umsetze, obwohl es mir körperlich damit besser geht - das verstehe einer.

Wenn ich das gemeinsame Frühstück vorschiebe, dann ist das wirklich nur eine hohle Ausrede. Den meinem Partner ist das glaube ich, wirklich so ziemlich ega. Hauptsache wir sitzen gemeinsam am Früststückstisch und schmieden zusammen Wochenendpläne. Und das kann ich auch ganz prima bei Kaffee oder Tee. Und die Gemütlichkeit leidet keinesfalls bei uns darunter.

 

Es ist wohl die Gewohnheit, die mich an den Wochenende Frühstücken lässt. Und auch das Essen zwischendurch ist an den Wochenenden für mich ganz normal. Dabei merke ich hier inzwischen ganz deutlich, das ich mich den ganzen Tagen damit übervoll, schwer und träge fühle.

 

Ich habe "Fastenfrei" an den Wochenende und mein Inneres meint, viel nachholen zu  müssen. Und so wird immer wieder zum Essen gegriffen. Nicht mal so das ungesunde Naschen sondern hier ein paar Paranüsse, dort das Stück Wassermelone oder die Hand voll Erdbeeren. Durch dieses offizielle "Fastenfrei", das ich mir gebe, werden anscheinend sämtliche Dämme gebrochen.

 

Was ich jedoch merke ist, das ich jetzt mein "Satt-Gefühl" sehr deutlich wahrnehme, selbst wenn ich es an den Wochenende regelmässig überschreite. Ich bin Aufmerksamer geworden und horche in meinen Magen hinein.

 

Ich neige auch immer noch dazu, das ich zuviel für mich einkaufe und dann ein Druck in mir ensteht. Da habe ich sowohl Lust auf Erdbeeren als auch auf Melone und ich kaufe kurzerhand Beides. Nur das ich beides nicht essen kann mit dem kleinen Magen und am Ende verderben nach ein paar Tagen die Reste vom frischen Obst. Dieses "ganz viel Essen wollen - oder nur mit den Augen essen" ist ganz, ganz tief in mir verankert. Auch heute, 4 Jahre nach der OP kommen immer noch "Angst-Gedanken" beim einkaufen auf, das ich für mich zu wenig kaufen könnte.

 

Das ich solche Gedanken immer noch mit mir herumtrage, war mir bisher nicht bewusst. Ich will die nächste Zeit meinen Augenmerk beim einkaufen darauf legen.

 

Außerdem will ich doch versuchen, das ich flexibler werde, was meine Nahrungsmittelauswahl anbelangt. Im Moment schmeckt mir ja der körnige Frischkäse mit frischem Obst und Müsli sehr gut. Und so breche ich seit 2 Wochen mit dem gleichen Essen mein Fasten. Der Gedanke etwas anderes zu essen kommt mir komisch vor, als würde ich was falsch machen, wenn ich damit nicht mein Fasten breche. Für morgen ist noch ein halber Becher körniger Frischkäse da, den will ich essen. Aber für Mittwoch will ich mir eine andere Mahlzeit überlegen.

 

Es ist so, als ob mich dieser körniger Frischkäse in Sicherheit wiegt und ich mit ihm alles Richtig mache. Dabei kann ich doch gar nichts falsch machen, so weit mir mein Essen schmeckt und ich mich gut damit fühle.

 

Solche immer wiederkehrenden Mahlzeiten geben mir anscheinend Sicherheit und Struktur. Gleichzeitig nehmen sie mir aber auch die Freiheit, mich auf ganz andere Dinge einzulassen. Wieder diese Auswahl zu haben, das ich mit allem was mir schmeckt, meine Fastenphase brechen kann, überfordert mich gerade eher. Bei soviel Auswahl weiß ich gar nicht, was ich essen möchte.

 

Vielleicht schreibe ich mir später ein paar Mahlzeiten auf, mit denen ich die Fastenphase jeweil brechen will. So habe ich zumindest eine Auswahl und bleibe im Rahmen flexibel und gleichzeitig habe ich Struktur und Sicherheit. Also ein kleiner Ausbruch aus meinem festgefahrenen Rahmen, wenn man so will.

 

Schön das ich wieder etwas für mich gelernt habe und einen kleinen Schritt weiter bin.

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