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SeelenRuhe - SeelenFrieden

40 Jahre rotiere ich nun um mein Essverhalten wie um ein goldenes Kalb. Ständig hin und her gerissen von einem Extrem ins andere. Krankhaft Adipös, zu dünn, hilflos essgestört ..... da habe ich wirklich nichts ausgelassen. Und bei alle dem habe ich mir immer nur eines gewünscht: endlich zu wissen, was ein normales Essverhalten ist und wie ich das erreiche.

Inzwischen weiß ich zu genüge was ein normales Essverhalten ist. Es fällt mir einfach nur sehr schwer, es auch umzusetzten. Ständig jage auch ich von einem Extrem ins andere. Den Spiegel bekomme ich nun von einem meiner Mitreisenden vorgehalten. Und ich so beschämt, weil das was er gerade macht, das bin einfach nur ich.

 

Letzte Woche Donnerstag sind wir aus Bosnien zurück. Am Sonntag hat mein Bekannter das erste Mal wieder gegessen. Und er hat adhoc beschlossen, das er sich ab jetzt vegetarisch ernährt. Man muss dazu wissen, bisher ging er mind. 1mal die Woche mit den Kollegen zum Schäuferle essen in der Mittagspause. Fleisch was bis vor ein paar Tagen sein Gemüse.

 

Von außen betrachtet sehe ich einen Menschen, der wie ich um das richtige Essverhalten kreist und es ebenso noch nicht gefunden hat.  Von einem Fleischliebhaber über Nacht zum Hardcore Vegetarier, weil unsere spirituelle Gastgeberin seit vielen Jahren so lebt.

 

Es ist beim Essen genauso leicht beeinflussbar, wie ich es immer noch bin. Nichts ist bei mir natürlich, was mein Essverhalten angeht. Nichts davon ist ausgewogen.

 

Die letzten Tage versuche ich es bewusst zu lernen, also das ausgewogene Essen. Das auf meinen Bauch hören und danach kochen, ohne in Extreme zu verfallen.

 

 

Gestern Mittag hatte ich zum Beispiel wegen der Hitze nur kleinen Hunger. Also habe ich beim einkaufen nachgedacht, was mich den so anmacht. Melone und Beeren waren noch zu Hause, den Mozarella habe ich dann eingekauft. Das ganze gab es ohne jegliche Gewürze und es war superlecker.

 

Ich frage mich dann allerdings auch immer gleich, ob ich das nun esse weil ich eben Lust darauf habe oder weil es gesund ist?

 

Ich kann das bei mir nicht einschätzen. Ich glaube, dieser Gesundheitsfaktor begleitet mich immer, wenn ich solche tollen Sachen esse.

Ein weiteres Beispiel. Vorgestern habe ich von unseren Nachbarn süße, reife Johannisbeeren bekommen. Ich mag die Beeren, aber eben nur im gebackenen Zustand. So im Jogurt oder unter mein Müsli, das habe ich schon ein paar Mal probiert, schmeckt mir nicht.

 

Ich versuche allerdings Alternativen für Zucker und Mehl zu finden, weil es ja für mich mit "ungesund" verknüpft ist. Also habe ich das halbe Weizenmehl durch etwas Mandelmehl und viel Kokosmehl ersetzt. Richtiger Zucker ist nur ein Teelöffelchen drin und auch nur, weil ich denke, sonst geht evlt. der Hefeteig nicht gut.

 

Ansonsten habe ich den Zucker durch Birkenzucker und etwas  Erythrit ersetzt. Jetzt kommen mir die frischen Streuseltaler gesünder vor. Ich bin da komisch.

 

Aber ich bin auch schon stolz, weil meine beiden Schätze haben das beim Essen überhaupt nicht bemerkt, das ich Zutaten austausche.

In Bosnien gab es unter anderem auch Gemüsebratlinge. Die haben dem Lothar und mir so gut geschmeckt, das wollte ich zu Hause unbedingt nachkochen. Habe ich gestern auch gemacht und ich habe ganz tolle Komplimente von meinen beiden Schätzen dafür bekommen.

 

Koche ich die nun, weil sie einfach nur gesund sind? Ich hoffe doch nicht. Es hat mir soviel Spass gemacht, dafür fast 2 Stunden in der Küche zu stehen. Gemüse schälen, reiben, pürieren, würzen und rausbacken. Einfach köstlich.

 

Dazu gab es so was ähnliches wie selbstgemacht Sourcream. Die hätte ich mir, meiner Meinung nach sparen können. Die Bratlinge haben für sich selbst gesprochen. Und wir sind jetzt verdorben, was Fertigmischungen von Bio-Bratlingen angeht. Zukünftig werden sie selbst gemacht und ich sehe ein Meer an Möglichkeiten für mich. Den pinkfarbene Bratlinge sind vom Aussehen gewöhungsbedürftig. ;-)

 

Bin ich nun auf einen guten Weg? Ich weiß es nicht. Aber ich fühle bei meiner Ernährung nun zumindest schon ein klein wenig SeelenRuhe oder vielleicht auch SeelenFrieden.

 

Und vielleicht liegt es auch daran, das wir in Bosnien immer ganz frisch gekochte Sachen mit regionalen Produkten bekommen haben. Wir kaufen hier schon viel regional ein und haben auch einen Gemüsebauern, wo wir viel saisonalles Obst und Gemüse kaufen. Der Aufenthalt hat aber noch mehr freigesetzt und wir achten noch vermehrter darauf, was wir kaufen und essen.

 

Und wir versuchen, das wir dafür nicht tiefer in den Geldbeutel greifen müssen, weil ja andere Dinge dafür aus den Einkaufswagen fallen. Essen muss neben dem Genuss, dem gesunden Aspekt und der Freude vor allem auch eines: "bezahlbar bleiben!"

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