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Bewegung ist .... und bin ich morbide?

Also habe ich mich diesen Mittwoch überwunden und bin die 20 Meter zum Bodyforming gegangen. Es war klasse und ich habe großes Entwicklungspotential was Ausdauer anbelangt. Nun gut, das ist mir nicht neu.

Und das Thema Tod darf man hier im Haushalt überhaupt nicht ansprechen. Also ich meine jetzt nicht Suizid oder so. Ne, den Tod überhaupt. Da frag ich mich schon, ob ich nicht ein wenig morbide bin.

Zum Sport zu gehen hat mich am Mittwoch wirklich viel Überwindung gekostet. Lauter neue, fremde Menschen. Schnappatmung bei der Ausdauer und Bewegung lässt schwitzen. Ich würde ja nie aufhören, wenn ich nicht mehr könnte, weil in der Gruppe .... ne, das geht gar nicht für mich.

 

Alles nette Damen dort, zwischen noch keine 20 Jahre alt und um die 40 Jahre alt. Ich dürfte dort der absoute Senior sein mit meinen Ü50. Die Musik ist laut und peitschend. Peitschend mag ich, den es peitschen Töne der 80iger aus dem kleinen Lautsprecher. Laut mag ich nicht - und es ist mir zu Laut. Da dröhnen die Ohren.

 

Das Zirkeltraining war toll und beschissen zeitgleich. Toll weil ich wieder was für meinen Körper getan habe ich und danach mächtig stolz und durchgeschwitzt war. Scheiße, weil ich gemerkt habe das meine Ausdauer nicht vorhanden ist. Hampelmann, Skisprung aus der Hocke, Seilspringen, überhaupt aus dem Stand in die Luft springen. Mit tut alles weh und ich bin zu schwer dafür. Meine Gelenke mögen das nicht mehr. Auf der Stelle laufen war ein Klacks für mich.

 

Die Kraftstationen, da konnte ich locker mithalten. Besonders bei Bauch, Po und Oberarme .... leichtes gähnen. Und das obwohl ich 3 Stunden vorher im Kieser Training war. Das hat mich echt motviert. Fazit: ich gehe auf alle Fälle weiter hin. Es tut mir gut.

 

Gestern war dann gleich mal Möbel aufbauen angesagt. Von 8:30 bis 14:30 haben wir von einer kurzen Pause im Stehen ununterbrochen Möbel aufgebaut. Ich habe mich dann um halb 3 verarbschiedet, als ich nicht mehr vom Boden hochgekommen bin. 6 Stunden in gebückter Haltung nach dem Sportpensum - nichts mehr für mich.

 

Habe heute einen Termin bei meinem Hausarzt und lasse mich spritzen. Mein Ischias ist überreizt, die Bandscheibe wollte gestern ein paar Mal rausspringen, ich kann mich kaum rühren im Rücken. Muskelkater in Beinen, Po und Oberarmen machen mich hingegen stolz und hintern mich nicht die Bohne.

 

Die liebe Bandscheibe halt, durch den Möbelaufbau und die einseitige Haltung. Ich war die Schubladen-Queen und habe normale und überbreite Schubladen im Akkort montiert. Auf dem Boden, weil wir nicht daran gedacht habe uns einen Biertisch mitzunehmen. 3 große Kommoden mit vielen Schubladen ... um genau zu sein mit 6 kleinen und 12 großen Schubladen. Bleibt mir mit Schubladen die nächsten Jahre vom Leibe, ich habe keinen Bock mehr dazu.

 

Entzugserscheinung die Zweite

Und da sind sie wieder, die verhassten Entzugserscheinungen von meinen Anti-Depressiva. Ehrlich, ich schlucke so ein Zeugs nicht wieder. Meine ersten Bedenken vor über 5 Jahren waren wohl berechtigt und ich hätte auf meine innere Stimme hören sollen.

 

Anti-Depressiva haben mich nur ruhiger gestellt, nicht geheilt. Sie hinterlassen das gleiche Chaos, wie ohne den Mist. Inzwischen rede ich sehr langsam, weil ich das Wort "Dings" als Füllwort auf Teufel komm raus vermeiden will. Höre mich an als hätte ich einen Fehler im System.

 

Meine Entzugserscheinungen:

  • Kopfschwindel
  • Kopfübelkeit
  • Aggressivität

Zum Glück sind diese Symptome nicht so ausgeprägt wie beim letzte Mal, aber durchaus gut vorhanden. Mein Freund geht mir aus dem Weg, weil ich wirklich agressiv werden kann. Ich habe ihn darum gebeten, sich einfach auf keine Diskussionen mit mir einzulassen, bis das alles überstanden ist.

 

Mein Hausarzt wird mich heute sicherlich danach fragen und versuchen mich erneute zu den Tabletten zu überreden. Für mich gibt es keinen erkennbaren Unterschied ob mit oder ohne diese Tabletten.

Habe ich eine akute Depression ist der einzige Unterschied, das ich durch die Tabletten diese Zeiten verschlafe. Aber ich verschlafe dann halt auch die besseren Zeiten.

 

Nein, ich fahre gut so, wie es gerade ist und das ist alles was für mich zählt.

 

Und ich beschäftige mich immer noch viel mit dem Tod an sich. Also nicht das Thema Suizid sondern der Tod im Allgemeinen. Das ist ein großes Tabuthema hier im Haus. Überhaupt ist das ein großes Tabuthema stelle ich immer wieder fest. Ich bin da Gegenteilig erzogen worden. Liegt vielleicht auch daran, das meine Mama eine Krankenschwester war. Für mich gehört der Tod zum Leben und ich beschäftige mich auch gerne mit alles was dazu gehört. War doch letztens auch die Sendung mit dem Hirschhause und das er für ein paar Tage in einem Hospiz war. Und das die anderen Reporter Särge durch die Stadt gefahren haben und wildfremde Menschen dort mal Probeliegen konnten.

 

Das wäre was für mich, ich würde da reinspringen und den Deckel auch mal zugehen lassen. Ich glaube ich würde diese Stille, die einem plötzlich umgibt geniessen können. Reduziert auf das Wesentliche, auf dich. Nur dein Atmen, dein Körper, deine Gedanken. Das ist doch Klasse. Kein Anspruch von außen, keiner will was von dir, kein Gehetze.... och, so ein paar Minuten jeden Tag in einem Sarg, mir könnte das wirklich gut gefallen.

 

Meine Oma starb zum Beispiel im Bett von meiner Mama. Also, sie wurde da noch kurz hingetragen, dann schlief sie friedlich ein. Sie lag den ganzen Tag im Bett von der Mama und unterdessen ihre Kinder die Beerdigung organisierten saß ich am Bett von meiner Mama und habe über die Oma gewacht. Also, das keine Fliegen durch die Nase kamen, den Gedanken fand ich nämlich schrecklich. Der Oma war ein Tuch um den Kopf gebunden, damit der Mund zubleibt, bis die Leichenstarr eintritt. Und ich habe ihr immer wieder über die Wangen gestreichelt. Die lag da so friedlich und entspannt und ihre Haut war butterweich, das weiß ich noch ganz genau.

 

Ich denke das der Tod nichts schlimmes ist. Wenn die Zeit gekommen ist, dann ist sie halt gekommen. Bis dahin will ich halt noch ein paar Dinge für mich ausprobieren. Wie immer Yoga. Leider hab ich das Budget für dieses Monat schon komplett aufgebraucht, kann mir nun keinen Kurs leisten. Obwohl ich inzwischen den Mut dazu habe.

 

Der Arzttermin ruft, ich muss mich fertig machen.

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